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Ute Schuhmacher erzählt von der Unsicherheit, wie lange sie noch leben wird.

Man hat den Krebs halt einfach immer im Hinterkopf: Wie viel Zeit hast Du noch? Hat jeder andere auch, Sie wissen auch nicht, wie viel Zeit Sie noch haben, aber der Gedanke kommt Ihnen nicht, weil Sie gesund sind. Und wenn Sie krank sind, kommt halt der Gedanke öfter. Und wenn irgendwo im Körper etwas zwickt oder weh tut, dann denkt man nicht: Och, ich habe gestern etwas Schlechtes gegessen. Dann denkt man: Ich werde doch nicht Magenkrebs kriegen? Oder wenn ich zwei Tage Kopfweh habe, weil das Wetter umschlägt, dann kommt schon auch der Gedanke: Hoffentlich hast du keinen Tumor im Kopf. Und das lässt sich nicht immer verdrängen. <br /><br />(…)<br /> <br />Und eine gewisse innere Unruhe ist halt immer vorhanden, weil man lebt ja nicht neben seinem Krebs her, sondern man lebt ja mit dem Krebs und das wühlt einen mehr oder weniger auf, je nachdem, was das Umfeld halt her gibt. Gerade wenn ich jetzt in der Zeitung wieder einen Todesfall lese und ich weiß: Ja, die hatte auch Krebs. Bei uns ist wieder jetzt vor zwei Wochen eine Frau gestorben, die kenne ich auch, die ist ein bisschen jünger als ich und da frage ich auch: Warum hat es die nicht geschafft? Bei meinem Jahrgangstreffen von der 60er Feier saß mir gegenüber eine Schulkameradin mit Perücke, auch Brustkrebs, die hat man kurze Zeit später beerdigt. Und dann kommen halt so die Gedanken: Wieso durfte die jetzt nicht weiterleben, warum darfst Du weiterleben. Und dann kommen da auch die Gedanken: Bin ich die nächste? Aber die darf man nicht zulassen.

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