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Für Miriam Sulz-Brecht war es ein langer Weg, zur Sexualität zurück zu finden.

Es gibt ja noch dabei auch sehr viele Themen am Rande, zum Beispiel der Umgang mit Körperlichkeit und Sexualität, jetzt müssen Sie Tamoxifen nehmen, das hat ja auch Einfluss?

Das war ein ganz, ganz langer Weg, wieder zu der Sexualität zurückzufinden. Ich meine, ich hatte gerade das Kind bekommen. Das ist schon eine Veränderung. Und dann ging es mir einfach nicht gut, körperlich, durch die Chemo. Und dann kam bei mir halt auch noch dazu: Ich konnte mich einfach noch nicht darauf einlassen. Ich war einfach unglücklich und man muss sich dann wieder Gedanken um Verhütung machen. Man kann da ja auch nicht mehr machen, was man möchte und für mich stand eigentlich damals fest, dass ich recht schnell ein zweites Kind möchte. Das kam jetzt auch noch so dazu. Dass man sich halt wirklich mit der Verhütung, was heißt beschäftigen muss, es gibt da ja nicht wirklich viele Alternativen, wenn man Tamoxifen nimmt. Und es hat, ich würde einmal sagen, also es hat eine ganze Ewigkeit gedauert, bis wir es überhaupt versucht haben. Dann habe ich gemerkt, dass es furchtbar unangenehm ist, weil mein Körper einfach nicht so kann. Und wenn man Schmerzen hat, dann hakt man das Thema auch erst einmal wieder ab. Da haben beide Partner nichts von. Und der Kopf muss halt auch so weit sein. Und das hat sehr, sehr lange gedauert. Also, ich würde einmal sagen, bei mir waren es bestimmt zwei Jahre. Über zwei Jahre. Und da muss man halt auch gucken, wie beide damit umgehen können. Wir sind immer im Gespräch geblieben, auch über das Thema Sexualität. Mein Mann hatte halt auch immer so den Eindruck, dass ich mich nicht wohlfühle in meiner Haut, womit er auch Recht hatte. Ich bin mit mir selber halt auch nicht so klar gekommen. Und man muss da schon dranbleiben. Für den Partner ist es ja auch eine schwierige Zeit.

Hatten Sie auch so Nebenwirkungen wie eine trockene Scheide?

Das war das, was die Schmerzen verursacht hat. Da muss man halt auch auf Hilfsmittel zurückgreifen. Also man muss sich da komplett neu einfinden in die Sexualität.

Hatten Sie da ärztliche Beratung?

Ja, also da habe ich mit meiner Ärztin drüber gesprochen, weil mir eben auch die Vorsorgeuntersuchung wehgetan hat. Durch das Tamoxifen ist ja immer eine vaginale Untersuchung notwendig, um zu schauen, wie sich die Gebärmutterschleimhaut entwickelt. Und diese Untersuchungen waren sehr, sehr unangenehm für mich. Und dann hat sie mir halt auch Salben empfohlen und man muss dann halt gucken, womit man klarkommt.

Und da gibt es dann Gleitmittel, Salben, alles Mögliche?

Ja, es gibt dann halt, bei mir musste man halt auch auf Hormonfreiheit achten. Es gibt dann [Feuchtcreme], das kennt man ja vielleicht schon vom Namen her. Das ist eine hormonfreie Salbe. Ich habe da einiges ausprobiert. Aber das ist halt ein Punkt, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Man muss das schon so ein bisschen planen.

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