Sie sind hier: Startseite / Erfahrungsbereiche / Brustkrebs / Personen / Manuela Weber / Manuela Weber meint, dass der Kampf ums Überleben eine andere Qualität habe als der Kampf um Gesundung.

Manuela Weber meint, dass der Kampf ums Überleben eine andere Qualität habe als der Kampf um Gesundung.

Also ich ganz persönlich wünschte mir noch Selbsthilfegruppen für metastasierte Brustkrebspatienten. Einerseits, andererseits konfrontiert man sich ja dann gerade mit dem Tod, aber je nachdem, wie man es aushält, ist das vielleicht nicht schlecht. Also ich lerne immer nur die Kämpfer kennen, die sagen: "Wir lassen uns nicht unterkriegen." Und: "Wir müssen durchhalten." Und: "Wir müssen etwas für die bessere Versorgung tun." Und ja, es gibt dann irgendwelche Läufe- wie heißt das noch schnell? Brustkrebs-Läufe oder so etwas und der 'Lauf gegen Brustkrebs'. Aber das sind natürlich alles Leute, die irgendwie gesund sind oder auf dem Weg sind, wieder gesund zu werden. Vielleicht wieder nicht alle, aber- Also der Kampf um Gesundheit, der ist irgendwie- sekundär kann ich ja nicht sagen, aber anders geworden. Der Kampf ums Überleben, hat, wie gesagt, eine andere Qualität als der Kampf um Gesundung.

Haben Sie noch ein konkretes Beispiel dazu, wie sich das unterscheidet, der Kampf ums Überleben und der Kampf um Gesundheit?
 
Also wenn ich mir jetzt vorstelle, anfangs bei der Erstdiagnose war ich ja auch in einigen Selbsthilfegruppen und da ging es dann also mehr oder weniger darum: Wie geht ein Knochenszintigramm? Oder wie geht ein Brustaufbau zum Beispiel? Was mache ich mit meinem Schwerbehindertenausweis? Und so etwas. Also es kamen auch andere Themen, aber das wären jetzt die Themen, wo ich denke: Naja, interessiert mich nicht, ja, sondern eher so- Ich weiß überhaupt gar nicht, was ich besprechen sollte, so konkret, ich meine, ich kann ja nicht einmal kämpfen um irgendetwas, ja. Ich kann nur darum- Ich kann eigentlich nur hören, dass so viele Leute lange überlebt haben, das würde ich gerne hören, dass viele metastasierte Frauen lange überlebt haben, das wäre für mich eine Hilfe. (…)
Aber ich habe zumindest die Erkenntnis gewonnen: Ich bin ein Sonderfall, dass ich also sechs Jahre mit diesem Mittel überlebt habe und das würde ich gerne auch von anderen hören, dass sie dann vielleicht sagen: "Ich habe mit dem Mittel noch überlebt." Oder einer vielleicht so, wie der, der das Buch da geschrieben hat, das Antikrebs-Buch. Der hat 19 Jahre überlebt, das wäre doch toll, 19 Jahre wäre super, ja. Der hatte aber einen anderen Krebs, das ist ganz anders jetzt. Ja, also das wünschte ich mir, weil ich denke, irgendwo- Oder wenn jemand erzählt von Wundern, dass die sagen, also die haben ihr noch zwei Jahre gegeben und sie lebt jetzt schon 25 Jahre, irgendeine Oma oder Tante oder so. Würde ich gerne hören, soll es wohl auch geben, aber naja, da spielt natürlich Fehldiagnostik auch eine Rolle und so, also das ist wahrscheinlich nicht der Fall, ja. Ich weiß es nicht. Also ich hätte es gerne öfter gehört, damit ich vielleicht denke: Naja, es gibt vielleicht noch ein Fünkchen, dass du vielleicht auch 80 wirst oder so. Das wäre nicht schlecht.

Artikelaktionen