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Heike Tschirner weiß, dass sie nicht mehr geheilt werden kann, sie konzentriert sich auf das Hier und Jetzt.

Jetzt gab es ja auch mehrere Schübe. Erst der Tumor raus, dann die Brust ab, dann kamen aber die Metastasen. War das nochmal etwas Besonderes?

Da ist er erstmal zunächst ziemlich zusammengebrochen. Naja, wir waren alle davon ausgegangen, ich habe das Optimum an Therapie gemacht und man geht- man sagt heute, 80 Prozent Brustkrebs wird geheilt. Und 80 Prozent ist ja eine ganz ansehnliche Zahl und logischerweise zählt man sich da erstmal gefühlsmäßig dazu. Und da dann festzustellen, du gehörst nicht dazu, ist schon mal erst ein Schock. Ja.
Aber das ist nicht lange. Zwei, drei Stunden war ich so leicht benebelt durch die Information und dann war aber auch schon wieder klar: Naja, je weniger Zeit du zum Leben hast, desto wichtiger ist es, wieder zu leben und mich nicht nur ständig mit diesen Dingen auseinander zu setzen, sondern eben jetzt und im Hier zu leben. Und nicht ständig darüber nachzudenken, wie lange ich noch habe, das werde ich merken. Und Zeit zum Jammern, die kommt dann- die ist noch nicht. Ja. Ich finde auch, da hat jedes Verhalten seinen Zeitpunkt und ich habe jetzt keinen Grund, Angst zu haben oder zu klagen oder zu jammern. Wenn die Zeit kommt, ist sie da, aber jetzt noch nicht. Ja.
Aber, das ist auch eine Typ Sache, das kann auch nicht jeder so wegstecken, wegschieben oder sagen: "Jetzt nicht". Ich kann es. Mir fällt es nicht schwer und für mich ist es logisch, ich kann nicht anders, also ich werde- Ich kriege so häufig auch in meinem Blog immer geschrieben, ich wäre so stark und so taff, da sage ich immer: Ich möchte da kein Lob dafür kriegen, weil das ist keine Leistung, die ich bringe, sondern so bin ich. Das ist nichts, was ich irgendwie leiste, sondern das ist- so bin ich einfach und da möchte ich nicht dafür gelobt werden. Ja. Andere, die es nicht können, die darf man ja auch nicht schimpfen, die sind halt auch so, wie sie sind. Es macht da auch wenig Sinn, denen Druck zu machen.

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