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Annette Huber überwand ihre sexuelle Lustlosigkeit.

Hat sich denn auch Ihre Sexualität verändert durch die Chemo?

Ja, mir wurde ja gesagt, dass die Lustlosigkeit dann auch kommt. Und das war für mich zum Beispiel ein Problem, weil er war ja nun sowieso ein Fremdgänger und dann habe ich gedacht: Ei, ei, ei, wenn das nun noch alles zurückgeht. Aber er hatte dann schon Verständnis dafür, aber das ist schon korrekt, das ist wirklich so, dass es sich verändert. Ja, doch, das war schon so. Und eben auch so die ganze Trockenheit eben, das ist ja auch ein Problem, also das war schon- doch schon, doch, würde ich einmal sagen.

Und haben Sie Informationen bekommen?

Was die Sexualität betrifft? Also das wurde mir so gesagt, dass das schon zurückgehen kann. Ich glaube, ich habe damals auch so einen Zettel bekommen, was alles sein kann. Ich hatte mit meinem Ex-Mann damals darüber geredet: "Du, das könnte sein." Und das war ja nun sowieso meine Angst, weil ich ja wusste, damit hat er ja sowieso ein Problem. Und es war auch wirklich so, aber ich habe mich dann einfach irgendwo am Riemen gerissen, weil ich (lachend) wollte ja nicht, dass er wieder fremdgeht. Also versucht man sich ja da irgendwo auch wieder-. Das war schon alles irgendwo anders. Das alleine schon und auch mit der Glatze, man fühlt sich schon unwohl und denkt: Sage einmal, also ich sehe ja wirklich richtig krank aus. Also das war schon nicht so schön.

Ein paar Hilfsmittel gibt es ja, zum Beispiel Scheidencremes.

Ja, haben wir aber nicht benutzt. Nein. Haben wir nicht gemacht, also er war da schon bemüht und er hat da auch nicht so gedrängt oder so, also das haben wir schon irgendwie hinbekommen.

Also Sie hatten das Gefühl, Sie haben Verständnis bei Ihrem Partner?

Ja, hatte ich. Aber da er ja vorher im Grunde genommen fremdgegangen ist, da habe ich ihm nicht so richtig immer alles so abgekauft. Also er hat schon zu mir gestanden. Und ich denke einmal, auch heute, dass das so war, dass er so doll zu mir gestanden hat, weil da hätten dann wahrscheinlich seine Kollegen und Kumpels gesagt: "Sage einmal, was bist Du denn für ein Arsch? Deine Frau ist zuhause mit Brustkrebs und Du betrügst die schon wieder?" Also, ich glaube, das hat ihn auch dazu gebracht, dass er zu der Zeit so doll zu mir gestanden hat, um vor anderen dazustehen: "Mann, hat die einen tollen Mann." So müssen Sie sich das vorstellen. Ich weiß es nicht, vielleicht tue ich ihm auch Unrecht. Nein, glaube ich nicht, dass ich ihm Unrecht tue. Also so sehe ich es einfach.

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