Biopsie

Nachdem bei den Männern der Verdacht auf Prostatakrebs bestand (Link Untersuchungen), wurde bei unseren Erzählern eine Gewebeentnahme der Prostata, eine sogenannte Biopsie, durchgeführt, da nur bei dieser Untersuchung Prostatakrebs diagnostiziert werden kann (Link Diagnosemitteilung). Dabei wurde die Biopsie bei manchen der Männer ambulant, bei anderen stationär durchgeführt. Die beschriebenen Erfahrungen und Meinungen zur Diagnostik sind verschieden. Bei einer Stanzbiopsie, die bei fast allen unserer Männer durchgeführt wurde, wurde rektal über den Mastdarm an mehreren Stellen Gewebe aus der Prostata entnommen. Einigen unserer Interviewpartner wurde dafür auf Wunsch eine Narkose verabreicht und sie erhielten davor ein Antibiotikum, um einer Entzündung der Prostata vorzubeugen.

Vor allem die Männer, deren Biopsie längere Zeit zurückliegt, zum Teil weit mehr als 10 Jahre, erzählten, dass es eine sehr schmerzhafte Untersuchung gewesen sei. Männer, die erst in den letzten Jahren biopsiert wurden, empfanden die Biopsie hingegen weniger unangenehm und schmerzhaft. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Durchführung der Biopsie sich seit den letzten Jahren verändert hat. Früher wurden sie handgeführt biopsiert und nicht wie heute unter Ultraschallsicht durchgeführt. Zudem sind heute die verwendeten Nadeln dünner. So berichteten einige von schmerzhaften früheren, aber problemlosen späteren Biopsien in jüngeren Zeiten.

Otto Vengler empfand die erste Biopsie als brutal, seine zweite verlief ohne Schmerzen.

Für Uwe Ziegler war die Biopsie unangenehm und er fand es nicht gut, so schnell nach Hause geschickt zu werden.

 Ohne Narkose

Gefühl und Schmerzempfinden bei einer Biopsie werden sehr unterschiedlich geschildert. Von den Männern, die ohne Narkose biopsiert wurden, beschreiben einige die Prozedur als zum Teil schmerzhaft, mit einem Gefühl von „Ziehen und Schnappen“, andere verkrampften sich. Zeitlich hielt es sich jedoch in Grenzen und war zumeist danach auch gleich vorbei und nur über Sekunden unangenehm. Für Wolfgang Pohl war die Entnahme der sechs Proben auch ohne Betäubung auszuhalten.

Volker Keller, dessen Biopsie vor wenigen Jahren stattfand, beschreibt es als gut auszuhalten.

Thomas Lange wurde vor wenigen Jahren ohne Narkose biopsiert und beschreibt die Prozedur als schmerzhaft.

Auch wenn alle unsere Interviewpartner die Biopsie als eine unangenehme Prozedur erlebt haben, beschreiben sie, dass es „halt notwendig gewesen sei“. Damit ließen sie es „über sich ergehen“.

Bei Josef Mayer überwog die Neugier den Schmerz, lediglich beim Schnappmechanismus zuckte er zusammen.

 Mit Narkose

Männer, die unter Lokalanästhesie standen, gaben an, kaum Schmerzen gehabt zu haben: Zum Teil bemerkten sie das Abschießen der Biopsienadeln und bekamen die Gewebeentnahme und ein „Knacken“ mit. Unter Vollnarkose bemerkten sie gar nichts.

Rolf Fuchs wurde von seinem Arzt vor die Wahl gestellt und hat seine Biopsie unter Vollnarkose machen lassen.

Für Juergen Hoffmann war die Biopsie unbedenklich, allerdings blieb er vorsichtshalber eine Nacht im Krankenhaus.

Einige Männer berichten neben der mehr oder weniger schmerzhaften Prozedur von Begleiterscheinungen, die durch die Biopsie auftraten. Bei einigen kam es direkt nach der Biopsie zu Blutungen. Andere hatten im Anschluss an ihre Biopsie Beschwerden, wie Blut im Urin oder im Samen, die aber nach einigen Tagen wieder verschwanden. Manche fühlten sich auch geschwächt und körperlich mitgenommen, erholten sich aber schnell wieder.

Lothar Weber hatte Blut im Urin, was aber nach kurzer Zeit wieder weg ging.

Bernd Voigt war nach der Biopsie ein paar Tage geschwächt und froh, dass seine Frau ihn nach Hause fahren konnte.

Einige Männer berichten von länger anhaltenden Beschwerden, die mit ihren Biopsien verbunden waren, wie Schmerzen beim Urinieren und ein Druckgefühl im Unterleib.

Kay Hahn hatte nach seiner Biopsie viele Monate Schmerzen im Unterleib und Probleme beim Urinieren.

 Alternativen

Einer unserer Interviewpartner wurde nicht mithilfe einer Stanzbiopsie untersucht, sondern entschied sich für eine Biopsie, die mithilfe bildgebender Verfahren – Magnetresonanztomographie (MRT) sowie Computertomographie (CT) – durchgeführt wurde. Dabei wird unter Narkose mit Zuhilfenahme der 3-D MRT Bilder Gewebe durch die Haut des Damms entnommen.

Helmut Wurm hatte Angst vor einer Infektion, weshalb er eine MRT-kontrollierte Biopsie durchführen ließ.

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