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Die Erfahrungen von Thomas Lange

Portrait Thomas Lange ist 62 Jahre alt, verheiratet und hat ein Kind. Nach der Prostatakrebsdiagnose ist 2010 eine nervenschonende Operation durchgeführt worden. Es sei ihm wichtig zu betonen, dass seine Krebserkrankung nicht aufgrund von Arbeitsstress oder seiner Lebensweise entstanden ist, sondern er sie einfach als „Pech“ betrachtet.

Als Thomas Lange an seinem letzten Urlaubstag durch die Stadt schlenderte, fiel ihm durch eine Aufklärungskampagne zum Thema Prostatakrebs ein, von der er in einer Zeitung las, dass er lange nicht mehr beim Urologen war und suchte diesen spontan auf. Der festgestellte PSA-Wert war höher als sonst und stieg bei weiteren Messungen weiter an. Bei einer Biopsie wurde Prostatakrebs festgestellt. Sein Urologe riet ihm zu einer minimalinvasiven und nervenschonenden Operation, die Thomas Lange auch durchführen ließ. Der Krebs konnte dabei vollständig entfernt werden. Seine anfängliche Inkontinenz habe er mithilfe von Atemübungen beheben können.

Als Thomas Lange seine Frau nach seinem Arztbesuch anrief und ihr die Diagnose mitteilte, reagierte sie sehr gefasst. Das war für ihn sehr angenehm. Er fühlte sich von ihr dazu ermutigt, gleich mit der Behandlung anzufangen. Durch die Krebserkrankung habe sich die Sexualität des Paares nicht verändert. Thomas Lange beschreibt, dass es viele Formen von Sexualität gäbe und er ein altersentsprechendes Nachlassen der Sexualität bei sich akzeptiere.

Die Frage „Wieso ich?“ habe sich für ihn nicht gestellt, da sein Vater bereits an Prostatakrebs erkrankt war und er wusste, dass mit steigendem Alter die Möglichkeit zu erkranken zunehme. Er gehe auch vehement gegen Schuldzuweisungen aus seinem Umfeld vor. Von seinen Kollegen sei er als Bestätigung dafür genutzt worden, dass die hohe Arbeitsbelastung sogar Krebs auslösen könne. Er habe seiner Meinung nach nichts falsch gemacht oder unterlassen, was den Krebs ausgelöst hat.

Seine sportliche Kämpfernatur habe ihm geholfen, mit dem Krebs umzugehen. Er beschreibt, dass der Fußballer in ihm daran gewohnt war, sich von Verletzungen zu erholen und sich noch einmal aufzurappeln, wenn der Ball schon verloren war.

Durch seinen anerkannten Gesundheitsstatus als Schwerbehinderter sei es ihm theoretisch möglich, bereits jetzt in Rente zu gehen. Aber weil er sein Haus und sein Auto noch abbezahlen muss, kann er diese Möglichkeit nicht in Anspruch nehmen. Ein tröstlicher Aspekt sei für Thomas Lange, dass er trotz der Erkrankung weiter arbeitsfähig ist.

Das Interview wurde Ende 2012 geführt.


Alle Interviewausschnitte von Thomas Lange

Thomas Lange war erleichtert, seine Frau anrufen zu können.

Thomas Lange bereitete sich speziell auf einen Flug vor und übte den Fall, den Urin nicht mehr halten zu können.

Thomas Lange benutzt Vorlagen, da er nicht sicher ist, ob er in jeder Situation kontinent ist.

Thomas Lange hatte Angst vor der Katheterentfernung und übte aus dem Knie heraus zu pinkeln.

Thomas Lange ist froh, dass er auch negative Gefühle mit seiner Ehefrau teilen kann.

Thomas Lange lernte vieles über Hilfsmittel in der Reha und merkte, dass seine Sexualität gleich war wie vorher.

Thomas Lange nutzt Sport als Besinnungszeit, er war immer sportlich und merkt, dass sein Körper den Sport braucht.

Thomas Lange kann sich gut erinnern, wie ihn ein Zeitungsartikel über Vorsorge „total erwischte“, wie er sagt.

Thomas Lange musste während seiner Operation und Anschlussheilbehandlung keine Lohneinbußen hinnehmen.

Thomas Lange wurde vor wenigen Jahren ohne Narkose biopsiert und beschreibt die Prozedur als schmerzhaft.

Thomas Lange ärgert es, dass er noch weiterarbeiten muss, ist aber letztlich froh, arbeitsfähig zu sein.

Thomas Lange will bei der Arbeit gebraucht werden und möchte nicht, dass man extra Rücksicht auf ihn nimmt.

Thomas Lange ging völlig offen damit um und nutzt sein Wissen auch gegenüber seinen Patienten.

Die Kollegen von Thomas Lange haben ihn und seine Erkrankung als Beispiel genommen, wogegen er sich wehrte.

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