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Portrait

Die Erfahrungen von Holger Andres

Holger Andres ist zum Zeitpunkt des Interviews 69 Jahre alt. Er ist Vater zweier Kinder, verheiratet und pensioniert. 2004 wurde ihm Prostatakrebs diagnostiziert. Über den Krebs spricht er offen und ist aktiv in der Selbsthilfe.

Eine Harnleiterverengung war der Grund, warum Holger Andres regelmäßig zum Urologen ging, der feststellte, dass sein PSA-Wert von 2003 bis 2004 anstieg. Eine Tast- und Ultraschalluntersuchung sowie eine Biopsie mündeten in der Diagnose Prostatakrebs. Auf Rat seines behandelnden Arztes entschied er sich für eine Operation, welche einseitig nervenschonend durchgeführt wurde. Während des Reha-Aufenthalts konnte er seine anfängliche Inkontinenz weitestgehend in den Griff bekommen, außerdem halfen eine SKAT-Spritze und Medikamente bei der Unterstützung der Potenz. In den Jahren darauf ging er regelmäßig zur Nachsorge und die Werte sind bis heute in Ordnung.

Als der Krebs vor knapp zehn Jahren diagnostiziert wurde, sei Holger Andres „völlig unwissend“ in Hinblick auf die Krankheit und Therapiemöglichkeiten gewesen. Eine Zweitmeinung einzuholen, habe er nicht in Erwägung gezogen und seinem Urologen „blind vertraut“. Er recherchierte im Internet, wobei er die Recherchemöglichkeiten zur damaligen Zeit als nicht so gut beschreibt. Auch mit seinen PSA-Werten habe er damals nichts anfangen können. Als er dann im Zuge der Erkrankung in der Selbsthilfe aktiv wurde, eignete er sich immer mehr Wissen an. Heute möchte er selbst „Manager seiner Krankheit“ sein und rät auch seinem Sohn und Schwiegersohn, die Entwicklung ihrer PSA-Werte überprüfen zu lassen.

Nach der Operation war Holger Andres drei Wochen im Krankenhaus – dies sei lang und intensiv gewesen. Die Inkontinenz der ersten Wochen waren für Holger Andres schlimm. Vor der Erkrankung spielte er Handball und Fußball. Diesen Mannschaftssport gab er durch die Inkontinenz auf und fährt heute Rad, wandert und läuft in der Gruppe.

Zum Umgang mit der Krankheit sagt er klar, dass ihm die guten Ergebnisse geholfen hätten: sie seien ein „Wohlfühlfaktor“ gewesen. Den Krebs verheimlichte er nicht, er sei in die „Offensive“ gegangen. So auch bei seinen Teamkameraden und im Beruf, wo auf Holger Andres eingegangen wurde. Aufgrund der Schwerbehinderung ging Holger Andres frühzeitiger in Pension. Er empfindet es als sinnvoll, im Ruhestand in der Selbsthilfe aktiv zu sein und gründete vor wenigen Jahren selbst eine Selbsthilfegruppe.

Das Interview wurde Mitte 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Holger Andres

Für Holger Andres war Krebs eine Blackbox und die Todesbedrohung wurde ihm bewusst.

Holger Andres fordert, dass Ärzte Patienten ehrlich aufklären sollen.

Holger Andres sieht Prostatakrebs zu großen Teilen als ein partnerschaftliches Problem, auch wegen der Sexualität.

Für Holger Andres waren Zweitmeinungen völlig fremd, außerdem fehlte ihm Selbstbewusstsein, es zu erwägen.

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