Sie sind hier: Startseite / Erfahrungsbereiche / Prostatakrebs / Personen / Heinz Seidel

Die Erfahrungen von Heinz Seidel

Portrait Wenige Monate vor dem Interview wurde bei Heinz Seidel Prostatakrebs diagnostiziert. Der 64-Jährige ist Vater zweier erwachsener Kinder, wohnt mit seiner Frau im eigenen Haus und verbringt seine Zeit gerne im Garten. Da seine Ehefrau stark gehbehindert ist, stellte insbesondere die Wahl des Krankenhauses Herausforderungen an ihn.

Bevor bei Heinz Seidel im August 2012 Prostatakrebs festgestellt wurde, war dieses Thema eher unbekannt für ihn. Grund für das Aufsuchen eines Arztes waren Schmerzen im Bauch, weshalb Heinz Seidel zunächst einen Leistenbruch vermutete. Nach befundlosen Untersuchungen wurde Heinz Seidel zum Urologen überwiesen, was er als „Volltreffer“ beschreibt: Nach einer Tastuntersuchung und Biopsie erfuhr er von seiner Prostatakrebserkrankung.

Die Diagnose habe ihn überraschenderweise völlig kalt gelassen und gar nicht berührt, erzählt Heinz Seidel. Er ging die Behandlung zielorientiert an und sagte sich: "Jetzt habe ich Prostatakrebs und jetzt schaue ich, wie ich ihn möglichst schnell wieder loswerde." Seinen Kindern berichtete er zeitnah telefonisch von der Diagnose. Ihm sei wichtig gewesen, sie gleichzeitig mit den Worten: „Das kann man wieder in den Griff bekommen“, zu beruhigen.

An die komplikationsfreie Operation schloss sich eine Rehabilitation an, die Heinz Seidel als sehr wohltuend und erkenntnisreich erlebte. Dort erlernte er zum Beispiel auch Beckenbodengymnastik, um seiner leichten Inkontinenz bei Anstrengungen entgegenzuwirken.

Heinz Seidel ist nie zu Vorsorgeuntersuchungen gegangen, da ihn das Thema Prostatakrebs nicht sehr berührt habe und ihm die Untersuchung auch etwas peinlich gewesen sei. Neben dem offenen Umgang mit der Krebserkrankung rät er gerade deshalb anderen Männern und seinem Sohn, Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen.

Besonders hilfreich empfand Heinz Seidel das Gespräch mit anderen Betroffenen. Er versuchte stets, den Krebs nicht zu sehr an sich heranzulassen und nicht in Panik zu verfallen. Seine größte Sorge galt der Versorgung seiner gehbehinderten Ehefrau während seiner Klinikaufenthalte. Durch die Unterstützung der Tochter konnten sie diese Hürden erfolgreich überwinden. Heinz Seidel ist seiner Ehefrau sehr dankbar: Sie kümmere sich intensiv und liebevoll um ihn und versuche, ihn durch einen bewussten Lebensstil gesund zu machen.

Er wünscht sich, dass seine Ehefrau wieder genesen wird und dass alles andere so bleibt, wie es ist. Anders als vor der Erkrankung sei es Heinz Seidel heute wichtig, in sich hineinzuhören und bewusster mit seinem Körper umzugehen: Achtsamkeit für sich selbst aufzubringen hat für ihn an Bedeutung gewonnen.

Das Interview wurde Ende 2012 geführt.


Alle Interviewausschnitte von Heinz Seidel

Für Heinz Seidel war die Tastuntersuchung immer etwas peinlich.

Heinz Seidel spürte beim Ballspiel leichte Schmerzen und war dadurch etwas inkontinent.

Heinz Seidel hatte sich vier Kliniken herausgesucht und entschied sich aus familiären Gründen.

Heinz Seidels Hausarzt konnte für seine Bauchschmerzen keine Ursache finden und schickte ihn zum Urologen.

Artikelaktionen

Förderung dieses Moduls