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Die Erfahrungen von Frank Moll

Portrait Frank Moll ist 64 Jahre alt, verheiratet, hat einen Sohn und zwei Enkelkinder. 2005 erkrankte er an Prostatakrebs. Seitdem lebe er bewusster und begann, sich in der Selbsthilfe zu engagieren. Nach der Operation litt er sehr unter Inkontinenz, die sich nach drei bis vier Jahren verbesserte.

Aufgrund einer urologischen Vorerkrankung ging Frank Moll regelmäßig zu Untersuchungen, als 2005 ein verdreifachter PSA-Wert festgestellt wurde. Eine Biopsie führte zur Prostatakrebsdiagnose. Die Diagnoseübermittlung war wie ein „KO-Schlag“ für ihn. Er dachte darüber nach, dass er sterben könnte und erstellte eine Patientenverfügung und eine Generalvollmacht.

Eine Hormontherapie und eine anschließende Prostatektomie wurden durchgeführt. Die Schweißausbrüche als Nebenwirkung der Hormontherapie empfand er als belastend. Im Umgang mit der Inkontinenz stellte er fest, dass neben dem Kontinenztraining wichtig sei, sich vor allem nicht hängen zu lassen und an sich selbst zu glauben. Nach seinem Reha-Aufenthalt ging Frank Moll wieder arbeiten und beschreibt das erste Jahr als „hart.“ Es war ihm peinlich, dass seine Hose beim Aufstehen nass sein könnte. Die verbrauchten Vorlagen verteilte er auf mehrere Mülleimer im ganzen Betrieb, damit diese nicht auffielen. Heute sei er noch leicht inkontinent und müsse nachts alle zwei Stunden zur Toilette. Dies belaste ihn nur noch, wenn er einmal nicht aufwacht und dann alles nass ist.

Mit seiner Frau sprach er sehr offen über seine Erkrankung. Obwohl die Sexualität nicht mehr so vordergründig sei, ist Frank Moll und seiner Frau die körperliche Nähe wichtig. Beide seien heute fast noch zärtlicher zueinander als früher. Frank Moll genieße seit der Erkrankung einen Urlaub oder schöne Momente wie einen Sonnenuntergang viel bewusster. Zu seinen Selbsthilfegruppenmitgliedern sagt er immer: „Wir wissen, dass wir sterben müssen, deswegen leben wir jetzt.“

Während der Reha-Maßnahme tat es ihm gut, die Krankheitsgeschichten anderer zu hören. Ihm selbst habe so ein Gespräch genauso geholfen, wie dem, der erzählt hat. In der Selbsthilfegruppe gibt er gerne seine Erfahrungen weiter und freut sich über die gute Zusammenarbeit zwischen den Ärzten in der Klinik und der Selbsthilfe.

Vor der Operation habe Frank Moll keine Sorgen gehabt, da ihm bereits mit 21 Jahren durch die Behandlung eines Hodentumors das Leben noch einmal geschenkt wurde und er weitere 40 schöne Jahre hatte. Bei den Nachsorgeuntersuchungen habe er schon Ängste und berichtet lachend, dass er immer hoffe, seine „Zulassung“ für das nächste Viertel Jahr zu kriegen.

Das Interview wurde Mitte 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Frank Moll

Frank Moll wollte kurz nach der Operation seine Ruhe.

Frank Moll fand, dass es ihm gegenüber anderen nicht so schlecht geht.

Frank Moll kann die Herabsetzung seines Schwerbehindertengrades nicht nachvollziehen.

Frank Moll fühlt sich stark genug, um alleine mit seinen Belastungen umzugehen.

Sich unbemerkt nachts einzunässen ist für Frank Moll belastender als nachts aufzustehen, um auf Toilette zu gehen.

Frank Molls Inkontinenz war in erster Linie eine Kopfsache; am besten funktioniert es, wenn er an nichts denkt.

Frank Moll hat bei der Arbeit mehrere Hosen dabei. Das Entsorgen der gebrauchten Vorlagen ist ihm peinlich.

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