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Portrait

Die Erfahrungen von Dieter Bauer

Dieter Bauer ist 73 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn. Als die Prostatakrebsdiagnose 2008 gestellt wurde, unternahm er umfassende Recherchen, um eine geeignete Therapieform zu finden. Obwohl er den Tumor zunächst operativ entfernen lassen wollte, entschied er sich schließlich für die HDR-Brachytherapie und ist damit sehr zufrieden.

Im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung wurde 2003 ein leicht erhöhter PSA-Wert festgestellt. Da zwischenzeitlich andere Dinge, wie die Nierenerkrankung seiner Frau in den Vordergrund getreten waren, suchte er erst einige Zeit später wieder seinen Urologen auf. Der PSA-Wert hatte sich zwar etwas erhöht, war aber weiterhin niedrig. Dieter Bauer holte sich auch eine Zweitmeinung ein, woraufhin anhand einer Tastuntersuchung ein Knoten gefunden wurde. Eine Biopsie führte zur Prostatakrebsdiagnose.

Von der Diagnose habe er zunächst nur aus dem Befundbericht erfahren, den er aufgrund der langen Wartezeit im Behandlungszimmer des Arztes selbst las. Er sei sprachlos gewesen, auch seine Frau sei „aus allen Wolken gefallen.“ Der späteren Diagnoseübermittlung durch den Arzt habe er kaum noch folgen können.

Nachdem Dieter Bauer eigentlich schon entschieden hatte, eine Operation durchführen zu lassen, ergab eine Voruntersuchung einen Kapseldurchbruch und der Arzt deutete an, dass nicht unbedingt operiert werden müsse. Dies beschäftigte ihn weiter und führte zu einer ausgedehnten Internetrecherche. Er begab sich dann in Behandlung eines Urologen, der bei einer Selbsthilfegruppe einen Vortrag hielt und ihm ebenfalls von einer Operation abriet.

Zunächst erhielt er eine Hormonspritze, wodurch der PSA-Wert auf null sank. Dieter Bauer entschied sich dann für eine Hormon- und Brachytherapiekombination. Nach Abschluss der Bestrahlung setzte er trotz der Empfehlung des Arztes die Hormontherapie nicht weiter fort. Als sich der PSA-Wert nach drei Monaten plötzlich versechsfachte, war das ein Schlag für Dieter Bauer. Nachdem er darüber am Telefon erfuhr, habe er „einen halben Ordner voll“ Informationen aus dem Internet ausgedruckt, weil er sich Sorgen machte, was ihm nun bevorstünde. Er begann erneut mit der Hormontherapie, wodurch sich der PSA-Wert sofort wieder verringerte.

Als Nebenwirkungen der Hormontherapie traten lediglich schwache Hitzewallungen und fehlende Lust auf Geschlechtsverkehr auf, die er jetzt wieder spüre, seine Potenz sei durch die Bestrahlung jedoch in Mitleidenschaft gezogen worden. Wenn er mit seiner Frau ab und zu ein „schönes Erlebnis“ habe, empfinde er das Gefühl als „sogar intensiver als vorher.“

Dieter Bauer möchte das Leben jetzt genießen. Er trinkt gern ein Glas Wein mit seiner Frau in der Natur, fotografiert und fährt gern Fahrrad. Sein Lebenswille habe ihm geholfen, mit der Erkrankung umzugehen.

Das Interview wurde Mitte 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Dieter Bauer

Dieter Bauer rückte von seiner Entscheidung ab und entschloss sich, eine Bestrahlung durchführen zu lassen.

Bei Dieter Bauer verlief die Afterloading Therapie gut.

Dieter Bauer machte die Wirkung der Anti-Hormontherapie Hoffnung und zeigte, dass er richtig entschieden hatte.

Dieter Bauer befürchtete nach einem PSA-Anstieg, dass ihm eine Chemotherapie bevorstehen könnte.

Dieter Bauer möchte sich nicht auf eine neue Chemotherapie einlassen, wenn dadurch seine Lebensqualität zu sehr leidet.

Bei Dieter Bauer wurde nach einer Tastuntersuchung sowie Ultraschall entschieden, eine Gewebeprobe zu machen.

Nach Verhandlung mit seiner Kasse bekam Dieter Bauer die Kosten für die Brachytherapie teilweise rückerstattet.

Dieter Bauer hat durch Therapien Veränderungen seiner Sexualität erlebt, jetzt ist es sogar intensiver als zuvor.

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