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Berufliches in der Reha

Berufliche Perspektiven und eine Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit zu entwickeln war für viele ein wichtiger Bestandteil der Reha. Während die einen nach der Reha wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren konnten, erfuhren andere, dass sie sich vielleicht nicht so weit regenerieren würden, dass sie ihren Beruf weiter ausüben können würden. Manchmal war das auch eine schmerzliche Erkenntnis (siehe auch Wiedereinstieg in die Arbeitswelt, Nicht mehr arbeiten können, Rente und Pensionierung).

Claudia Gross hat durch die Reha Hoffnung geschöpft, ihren Alltag wieder zu bewältigen und wieder arbeiten zu gehen.

Britta Eyfried hatte sich als oberstes Ziel der Reha gesteckt, herauszufinden, ob sie noch weiter arbeiten gehen kann.

Ali Kaya erfuhr in der Reha, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben können wird und wurde vom Sozialdienst beraten.

Viele unserer Erzähler berichten, dass sie in der Reha gute Tipps für ihren Arbeitsplatz bekamen und die Reha ein Ort war, sich mit der eingeschränkten Leistungsfähigkeit und deren Konsequenzen in Ruhe auseinandersetzen zu können. Den Austausch mit Mitpatienten, die nicht in die persönliche Arbeitssituation involviert waren, erlebten einige unserer Erzählerinnen als Bereicherung. Für manche war die Leistungsbeurteilung wichtig und motivierte sie dazu, das Pensum in der Reha immer weiter zu steigern. Manche waren aber auch vom Programm überfordert und frustriert davon, mit den eigenen Grenzen konfrontiert zu werden. Einige Erzählerinnen berichten auch über spezifisch ausgerichtete Maßnahmen während der medizinischen Reha („medizinisch-beruflich orientierte Reha“, kurz MBOR).

Insgesamt erwähnen unsere Gesprächspartner folgende berufsspezifische Angebote in der Reha:

  • Beratungsgespräche mit dem Sozialdienst und den behandelnden Ärztinnen
  • Vorträge und Beratung zur Arbeitsplatzgestaltung
  • Hilfsmittelberatung
  • Konzentrationstraining im Rahmen der Ergotherapie
  • verschiedene Gruppen- und Einzelangebote, in denen die berufliche Situation im Fokus war
  • spezifische Einzelcoachings oder Trainings für den Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz
  • spezifische Testverfahren, um die Leistungsfähigkeit genauer einzuschätzen
  • körperliches Training in der Physiotherapie, auch zur Bewertung der körperlichen Leistungsfähigkeit

Torsten Brandt hatte eine gute berufliche Förderung in der Reha.

Michael Hanter bekam als Berufsmusiker gute Tipps um Überbelastungen zu vermeiden.

Peter Book fand gut, dass seine Leistungsfähigkeit erprobt wurde, wurde aber am Ende arbeitsunfähig entlassen.

Für manche Betroffene war die weitere Berufsplanung in der Reha kein Thema, entweder weil sie nicht beschäftigt oder bereits im Ruhestand waren oder aber, weil sie ihren Wiedereinstieg bereits geplant hatten. Manche wollten sich bewusst auch nicht mit Konflikten am Arbeitsplatz auseinandersetzen, um sich in der Reha auf die körperliche Regeneration zu konzentrieren.

Es gab aber auch diejenigen, die sich mehr oder spezifischere Informationen sowie mehr und gezieltere Beratung zu beruflichen Themen gewünscht hätten und sich damit alleine gelassen fühlten. Besonders, wenn es um eine berufliche Umorientierung ging, berichten einige der Erzähler über eine große Ratlosigkeit. Einige versuchten sich daraufhin anderweitig Informationen zu beschaffen.

Es wurde nicht spezifisch darauf eingegangen, dass Norbert Merkle wieder als Lehrer arbeiten wollte.

Brigitte Lenz vermisste eine Begleitung für berufliche Angelegenheiten in der Reha.

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