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Ankommen und Einleben in der Reha

Anreise
Für einige der Erzähler war die Reise selbst herausfordernd oder beschwerlich, weil sie körperlich sehr eingeschränkt oder psychisch stark belastet waren. Andere erlebten die Reise als entspannend und als Beginn eines kleinen Abenteuers, insbesondere dann, wenn sie sich alleine auf den Weg machten. Vielfach erzählen die Betroffenen, dass sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisten und von einem Taxi oder Klinikbus am Bahnhof abgeholt wurden. Dabei konnten einige schon die ersten Kontakte knüpfen und fühlten sich dadurch bereits willkommen.

Durch den Abhol-Service am Bahnhof hatte Mara Schnaiter das Gefühl, erwartet zu werden.

Die Fahrt zur AHB kurz nach der Operation war für Ana Schulze herausfordernd.

In der Regel wurden die Fahrtkosten vom Kostenträger übernommen; das Gepäck konnte manchmal separat verschickt werden. Manche unserer Erzähler hatten aber höhere Reisekosten als die bewilligten oder entschieden pragmatisch, lieber auf eigene Faust ohne Fahrtkostenübernahme anzureisen.

Von denjenigen, die mit dem Auto anfuhren, waren einige froh, vor Ort mobiler zu sein. Einige wurden auch von Familienangehörigen oder Freunden gebracht. Der Abschied von der Familie wurde sehr verschieden erlebt (siehe Bedeutung der Reha für Partnerschaft und Familie). Wie sich die Erzähler auf die Reise und den Aufenthalt vorbereiteten, erzählen sie im Text Bevor es losgeht.

Erste Eindrücke und Erlebnisse
Viele unserer Erzählerinnen erinnern sich noch an die ersten Eindrücke, die sie von der Reha-Einrichtung hatten. Der Empfang war häufig schon ein wichtiger Moment, in der die Atmosphäre der Einrichtung spürbar wurde. Während manche von Anfang an ein gutes Gefühl hatten, waren andere zunächst abgeschreckt. Der Anblick anderer Patienten, denen es schlechter ging, war für einige schwer zu verkraften, ebenso die Befürchtung, vielleicht bei den Mitpatienten keinen Anschluss zu bekommen. Am Empfang bereits erwartet und mit Namen angesprochen zu werden, löste bei manchen unserer Erzählerinnen ein Gefühl des Willkommen-Seins aus.

Auch die Ausstattung des Zimmers sowie der Empfangs- und Gemeinschaftsräume trug dazu bei, dass sich die Betroffenen von Anfang an wohl oder unwohl fühlten.

Für Oliver Schmittke war es zu Beginn schwierig, die alten kranken Menschen zu sehen und den Krankenhausgeruch zu riechen.

Sven Winkler war vom ersten Eindruck begeistert.

Anfangs fragte sich Julia Bach: Wo bin ich hier gelandet?

Meist fanden in den ersten Tagen die Eingangsuntersuchungen sowie Hausführungen statt. Einige unserer Erzähler berichten über Patenschaften, die durch Mitpatienten übernommen wurden, über ein ausgefeiltes Management oder kleine Angebote wie organisierte Ausflüge mit den „Neuankömmlingen“. Dieses Willkommensprogramm war bei manchen gut organisiert. Andere fühlten sich verloren oder hatten den Eindruck, dass die Einrichtung nicht gut vorbereitet war. Das war insbesondere dann der Fall, wenn im Vorfeld bereits Unterlagen und Fragebögen angefordert wurden, die Informationen daraus jedoch niemandem bekannt waren. Einige hatten sich mehr Urlaubsatmosphäre vorgestellt und waren überrascht, wie krankenhausähnlich die Einrichtung ausgestattet war.

Michael Ruf war froh, gleich bei der Anreise über alles informiert zu werden und so Orientierung zu bekommen.

Wolfgang Krimmels erster Eindruck vom Ambiente der Klinik schreckte ihn ab.

Hans Guckt empfand von Anfang an eine komische Stimmung.


Einleben
Die ersten Tage waren für manche unserer Erzähler erwartungsvoll oder auch angstbesetzt. Einige hatten konkrete Erwartungen und waren enttäuscht, wenn diese nicht erfüllt wurden. Andere konnten auf Reha-Vorerfahrungen zurückgreifen. Für manche war der Einstieg ins Reha-Programm sowohl körperlich als auch psychisch anstrengend. Einige beschreiben, dass es für sie ein aktiver Schritt war, eine positive Einstellung zu entwickeln, auf die Mitpatienten zuzugehen, sich in Gruppenprozesse einzufügen, sich auf die Abläufe einzulassen und sich innerlich für die Reha zu entscheiden und auf sie einzulassen (siehe auch Herausforderungen und Schwierigkeiten in der Reha). Manche fühlten sich auch durch die Regeln eingeengt oder kontrolliert (siehe Reha-Ablauf und Behandlungsplan). Viele sprechen rückblickend davon, dass sie die erste Woche brauchten, um anzukommen und in die Abläufe und Gruppen hineinzufinden.

Norbert Merkle beschloss trotz anfänglicher Unsicherheit, auf die anderen zuzugehen.

Adeline Whisper fiel es leicht, mit anderen in Kontakt zu kommen.

Gerade am Anfang musste Katja Scholz Mut aufbringen, sich auf die Reha einzulassen.

Britta Eyfried reiste schon einen Tag früher an und ließ sich von Freunden begleiten, um sich das Ankommen zu erleichtern.

Wann und wie das Reha-Programm anfing, war offenbar in den verschiedenen Rehas sehr unterschiedlich organisiert. Während für manche das Training und die Therapien sofort begannen, hatten andere in den ersten Tagen kaum Programm. In der Regel fand innerhalb der ersten Tage ein Untersuchungs- und Planungsgespräch statt, in dem die Ziele und Besonderheiten besprochen wurden. Dieses war für manche einwandfrei, andere fühlten sich dabei nicht ernst genommen und nicht individuell behandelt, wenn auf ihre Bedürfnisse nicht eingegangen wurde (siehe Medizinische Betreuung). Während die einen sich überfordert fühlten, langweilten sich andere - gerade zu Beginn der Reha (siehe auch Umgang mit der freien Zeit).

Nachdem Bernd Watke mit dem Arzt die Reha-Ziele besprochen hatte, begann schon das Programm.

Marianne Seiler war überfordert, als sie bereits nach drei Tagen entscheiden sollte, ob sie eine Verlängerung wolle.

Das Knüpfen erster Kontakte fand für viele bei den ersten Therapiegruppen, in der Cafeteria oder im Essenssaal statt. Wie das Essen jeweils in der Klinik organisiert war, konnte auf das Einleben erleichternd oder erschwerend wirken. Welches Essen sie jeweils bekamen und ob z.B. eigene Nahrungsmittelunverträglichkeiten von Anfang an berücksichtigt wurden, spielte für viele unserer Interviewpartnerinnen außerdem eine große Rolle.

Auch die räumliche Orientierung in der Einrichtung oder auf dem Klinikgelände spielte beim Einleben eine wesentliche Rolle: einige fühlten sich durch eine Begehung oder gute Beschilderung bestens orientiert. Für andere waren die räumliche Orientierung und die Länge der zurückzulegenden Wegstrecken zunächst (oder dauerhaft) schwierig.

Margot Kirsch wurde immer geholfen, wenn sie anfangs den Weg nicht fand.

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