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Botschaften an das Reha-Personal

Als häufigste Botschaft an das Personal kam zum Ausdruck, dass Patienten mehr als einzelne Individuen gesehen werden sollten. Dies konnte sich auf eine genauere Anpassung der Therapien an die individuellen Probleme und Bedürfnisse beziehen oder auch auf eine stärkere persönliche Wertschätzung und Anerkennung der eigenen Bemühungen zielen. Hier wurde häufig als Wunsch vorgebracht, nicht in der Menge der Patienten unterzugehen und pauschal als „08/15-Patient“ in die „Massenabfertigung“ zu kommen, wie dies manche z.B in Gruppentherapien oder „Schema F“-Behandlungsplänen erlebten.

Andrea Schäfer wünscht sich, dass man nicht den Blick für den einzelnen Patienten verliert.

Einige beklagten, dass sie zu selten nach ihrem persönlichen Stand gefragt worden und nicht wirklich „gesehen“ worden seien. So habe die Akte mehr gezählt als individuelle Gespräche, die sich viele in größerer Anzahl und Dauer gewünscht hätten. Mehrfach wurde geäußert, Ärzte und Therapeuten sollten „den Patienten angucken und nicht die Akte oder den Bildschirm“. Einige vermissten eine Ansprechperson, bei der Informationen zusammengelaufen wären, die auch um die Zusammenhänge der Probleme gewusst und sich individuell gekümmert hätte.

Brigitte Lenz fühlte sich manchmal etwas allein gelassen, weil sie sich um alles selbst kümmern musste.

Hans Guckt wünschte sich, dass die Ärzte sich weniger von der Diagnose hätten leiten lassen und ihn nicht auf ein Schicksal hätten festlegen sollen.

Für viele waren Zeit, Bereitschaft zum Zuhören und psychologisches Einfühlungsvermögen der Therapeuten ein wichtiger Wunsch und ein großes Bedürfnis, gerade weil die Menschen in der Rehabilitation mit vielen Schwierigkeiten und oft auch mit schweren Schicksalen zu kämpfen hätten.

Pauline Blume wünscht sich mehr psychologisch geschulte Therapeuten, da man in der Reha noch in einer verletzlichen Phase ist.

Einige beklagten, dass sie von Ärzten, Therapeuten und Sozialberatern zu wenig praktische Tipps und Lebensregeln zum Umgang mit den Krankheitsfolgen bekommen hätten. Wolfgang Krimmel meint, dass die Ärzte sich nicht so sehr um die Krankheit, sondern mehr um gesunde Lebensformen kümmern sollten.

Wolfgang Krimmel ist ein Arzt mit Ecken und Kanten lieber als einer, der sich hinter einer Neutralitätsmaske versteckt.

Viele kritisierten, dass es kein Abschlussgespräch gegeben habe, in dem man noch einmal über den erreichten Stand und die Zukunft hätte sprechen können. Manche schildern, dass sie sich nach der Vollbetreuung in der Klinik dann zuhause sehr alleingelassen fühlten, und hätten sich einen besseren Übergang und eine konkrete Nachsorgeplanung gewünscht.

Norbert Merkle fühlte sich nach der Entlassung alleine gelassen und hätte sich ein Nachsorgeangebot gewünscht.

Manche erwähnten Einzelheiten der Organisation, Ausstattung oder Hygiene der Einrichtungen, die ihnen negativ auffielen und für die Genesung nicht förderlich gewesen seien.

Viele unserer Erzähler nutzten die Interviewfrage nach einer Botschaft an das Personal auch als Gelegenheit, ihre Zufriedenheit und Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Andreas Gmähle erwähnt, wie gut es ihm tat und wie hilfreich es war, sich mit all seinen großen und kleinen Problemen ernst genommen zu fühlen.

Peter Book erzählt, wie begeistert er vom Engagement des Personals war.

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