Oliver Schmittke genoss es, die Struktur vorgegeben zu bekommen und sich nicht überlegen zu müssen, was er als nächstes tut.

Ich  fand es sehr schön, dass ich eine Struktur bekommen habe, um die ich mich nicht sorgen musste. Das heißt, von außen gesteuert. Ich musste nur alles mit „Ja und Amen“ abnicken. Ich habe mein Therapiebuch bekommen. Ich bin morgens zum Frühstück, bin danach in die Anwendung. Also die Therapeuten haben gesagt: „Wow.“ Ich habe mich richtig vollgehauen mit den Punkten, was mir geholfen letztendlich hat.
Ich weiß, dass viele gesagt haben: „Nein, das will ich nicht. Das mache ich nicht.“ Ich habe alles versucht, alles gemacht und es auch genossen. Sich den ganzen Tag zu bewegen ist für einen Bürohengst sehr angenehm gewesen. Das Gute war, dass meine Frau und meine Tochter irgendwann gesagt haben: „Nein, wir machen jetzt mittendrin Urlaub, damit du wirklich mal nur auf dich allein gestellt bist.“
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Ich bin ein extremer Familienmensch. Meine beiden Frauen, also Tochter und Frau sind mir extrem wichtig. Aber ich habe gemerkt, dass nur auf sich allein gestellt und fremdgesteuert zu sein, im Sinne von: Da gibt mir jemand den Takt vor und ich muss nur funktionieren. Das heißt, ich gehe dahin und gehe dorthin. Ich muss mir überhaupt keinen Kopf machen, was ich machen muss. Ich habe gemerkt, dass mir das Freiheit gegeben hat und dass ich da auch zum Nachdenken darüber kam.

Neurologische Reha nach einem Schlaganfall