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Die Erfahrungen von Marianne Seiler

Portrait Marianne Seiler ist zum Zeitpunkt des Interviews 60 Jahre alt und verwitwet. Die Angestellte bei einer Krankenkasse machte bereits in den 80er Jahren eine psychosomatische Reha. Nach ihrer Brustkrebs-OP machte sie über die Rentenversicherung eine vierwöchige onkologische Reha. Für die alleinstehende Frau steht vor allem die persönliche Verarbeitung der Krankheit im Vordergrund.

Nach der Diagnose Brustkrebs und der anschließenden Operation stand bei Marianne Seiler eine Reha (AHB) außer Frage. Marianne Seiler schildert, dass sie durch den Sozialdienst weitreichende Hilfe erfuhr und sie sich nur zwischen den zur Auswahl stehenden Kliniken entscheiden musste. Die Wahl fiel auf eine Reha-Klinik in der Nähe ihres Wohnortes, da bei dieser Klinik eine unkomplizierte Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich war und es einen Transportservice für das Gepäck gab. Alle weiteren Maßnahmen zum Antritt der onkologischen Reha wurden vom Sozialdienst in die Wege geleitet.

Marianne Seiler erzählt, dass sie in den Tagen vor dem Beginn der Reha aufgeregt war, weil sie nicht wusste, was ein solcher Reha-Aufenthalt mit sich bringen würde. In der Klinik angekommen, erlebte sie die Maßnahmen und Regelungen zur Kontrolle der Anwesenheit zunächst als belastend und einschränkend. Ebenso erinnerten die Notrufknöpfe und Desinfektionsmittelständer sie sehr an ein Krankenhaus. Mit der Zeit fand sie aber eine positive Einstellung und es gelang ihr, die anfangs empfundene Kontrolle in der Klinik schließlich als Sicherheit umzudeuten und zu akzeptieren.

Marianne Seiler betont, dass ein Reha-Aufenthalt keineswegs mit Urlaub zu vergleichen ist. Allerdings hält sie eine Reha für eine sehr sinnvolle Maßnahme, um wieder fit zu werden und wieder ins Berufsleben einsteigen zu können. Eine Verlängerung der formal angesetzten drei Wochen um eine weitere Woche nahm sie an, da der Arzt dies befürwortete und sie zu Hause ohnehin alleine gewesen wäre. Schwierig fand sie dabei allerdings, dass sie die Entscheidung zur Verlängerung bereits in der ersten Woche fällen sollte, da sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig angekommen war.

Im Kontakt mit den Mitpatienten erlebte sie es als entlastend und gut, dass man in der Klinik zwar über Krankheiten sprechen konnte, aber das Ausmaß selbst steuern konnte. Sie schildert, dass sie selbst lernte, sich in bestimmten Situationen abzugrenzen, wenn sie nicht über ihre Krankheit sprechen wollte. Sie konnte viele neue Erfahrungen in der Reha machen und sagt, dass ihr die Reha im Endeffekt etwas gebracht habe. Sie bemerkte eine Besserung ihrer Beschwerden im Verlauf der Reha. Das Ende der Reha erlebte sie mit gemischten Gefühlen und das Einleben zuhause war für sie nicht einfach: sie vermisste den Kontakt und die Gesprächsmöglichkeiten mit den Mitpatienten. Zudem wurde ihr zu Hause klar, dass sie doch noch langsamer machen musste als sie erwartet hatte.

Eine positive Einstellung und die Klärung der Frage „Was erwarte ich von der Reha?“ findet Marianne Seiler ganz wesentlich und legt dies künftigen Reha-Patienten ans Herz.

Das Interview wurde im Frühjahr 2014 geführt.

Marianne Seiler sagt, dass man selbst steuern kann, ob man in der Reha über das Thema Krankheit sprechen möchte.

Für Marianne Seiler war es wichtig, nach den Therapien ihrer Krebserkrankung wieder ins Berufsleben einzusteigen.

Marianne Seiler betont, dass durchaus finanzielle Lücken entstehen können.

Marianne Seiler war überfordert, als sie bereits nach drei Tagen gefragt wurde, ob sie eine Verlängerung wolle.

Marianne Seiler hatte anfangs Mühe, sich an das geforderte An- und Abmelden im Reha-Alltag zu gewöhnen.

Marianne Seiler rät dazu, eine positive Einstellung mitzunehmen und sich zu überlegen, was man von der Reha will.

Marianne Seiler war überfordert, als sie bereits nach drei Tagen über eine Verlängerung entscheiden sollte. Sie folgte dann dem Rat der Ärzte.

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