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Portrait

Die Erfahrungen von Klaus Teschner

Zum Zeitpunkt des Interviews ist der Polizeibeamte Klaus Teschner 47 Jahre alt und lebt alleine, von seiner früheren Frau und seinen erwachsenen zwei Kindern getrennt. Im Zuge einer anderweitigen Krankschreibung ließ Klaus Teschner seine Schmerzen in der linken Schulter untersuchen. Dabei wurde schließlich der vierfache Bandscheibenvorfall diagnostiziert. Auf Eigeninitiative trat er schließlich zwei Jahre später eine stationäre orthopädische Reha-Maßnahme an. Ein Jahr später folgte eine weitere ambulante orthopädische Reha.

Da Klaus Teschner aufgrund der Behandlung einer allergischen Reaktion im Krankenhaus in Behandlung und krankgeschrieben war, nutzte er die Möglichkeit, die bereits länger bestehenden Schmerzen in seiner linken Schulter untersuchen zu lassen. Dabei wurde ein vierfacher Bandscheibenvorfall der Halswirbel entdeckt, welcher bereits länger zurückgelegen haben musste und sich schließlich durch Schmerzen der Schulter äußerte. Nach viermonatiger Krankschreibung ohne rehabilitative Maßnahme stieg Klaus Teschner mittels einer Wiedereingliederungsmaßnahme langsam wieder in seinen Beruf ein.

In den Jahren zuvor hatte Klaus Teschner bereits zweimal eine mehrwöchige stationäre Vorsorgekur über seinen Arbeitgeber gemacht. Auch wenn dort ein viel höheres Leistungsniveau üblich war, kannte er aus diesem Zusammenhang den Wert und Nutzen einer stationären Auszeit für die eigene Gesundheit. Auf eigene Initiative und in Absprache mit dem Hausarzt beantragte Klaus Teschner zwei Jahre nach der Diagnose die erste Rehabilitationsmaßnahme, die von der Heilfürsorge übernommen wurde. Durch Gespräche mit Kollegen informierte er sich über Erfahrungen in verschiedenen Kliniken und wählte auf dieser Grundlage eine Klinik aus. In der Reha machte er große körperliche Fortschritte, die andere Ärzte für ihn schon ausgeschlossen hatten. Die Reha ermöglichte es ihm, Bewegungen unter Beaufsichtigung auszuprobieren, die er sich sonst nicht zugetraut hätte. Bei allen Übungen konnte er selbst entscheiden, wie stark er an seine eigene Belastungsgrenze gehen wollte, und konnte ansonsten auch wöchentlich mitteilen, wenn er ein Behandlungsangebot nicht mehr wahrnehmen wollte.

Das Zusammensein mit den Mitpatienten und auch den gesamten Reha-Aufenthalt beschreibt Klaus Teschner als eine Horizonterweiterung und als Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Ihm selbst ist bewusst geworden, dass er wieder mehr in der Natur sein möchte, was er auch direkt in der Reha durch eine Übernachtung im Wald am Fluss realisierte. Außerdem profitierte er von den vielfältigen Angeboten der Klinik (z.B. Bogenschießen, Tai Chi, Krankengymnastik, Osteopathie) und führte diese Dinge zum Teil auch anschließend in Eigeninitiative weiter.

Aufgrund der wieder stärker gewordenen Beschwerden folgte dann ungefähr ein Jahr später eine erneute Reha, die er in Eigeninitiative mit dem Hausarzt beantragte. Da die stationäre Reha-Maßnahme noch nicht lang genug zurücklag, wurde ihm nur eine ambulante Maßnahme bewilligt. Bei einer ambulanten Reha, sagt Klaus Teschner, sei für ihn der entspannende Effekt jedoch etwas reduziert, da man jeden Tag wieder in seine eigene Wohnung zurückkehre, wobei man andererseits aber in dringenden Fällen auch sofort zu Stelle sein könnte.

Im Anschluss an seine Reha-Maßnahmen machte Klaus Teschner keine Wiedereingliederung, was er aber auch nicht als erforderlich ansah. Er habe sich beide Male am Tag vor seiner Rückkehr in den Beruf bei Kollegen über den Stand der Dinge informiert, um am ersten Tag schon ein wenig orientiert zu sein.

Klaus Teschner schildert, dass ihm beide Maßnahmen einfach nur gut getan haben. Man könne Urlaub vom Alltag machen, sich seiner selbst und seines Körpers bewusster werden, die Sinne wieder schärfen, beispielsweise für die Natur, und auch psychisch das „Fass“ mal wieder leeren. Körperliche Übungen, Erfahrungen, neue Ideen durch Mitpatienten und ein verfeinertes Bewusstsein konnte Klaus Teschner aus seinen Reha-Aufenthalten mitnehmen. So empfiehlt er anderen, die Möglichkeit zu einer Rehabilitation zu nutzen und sich darauf einzulassen.

Das Interview wurde im Frühjahr 2014 geführt.

Klaus Teschner erzählt, wie das Essen organisiert war.

Klaus Teschner erlebte die Anwesenheitspflicht als „positiven Zwang“, der ermöglicht, dass jemand in hilfloser Lage rechtzeitig gefunden würde.

Klaus Teschner entschied bei den Übungen selbst, wie sehr er an seine Grenzen gehen wollte.

Klaus Teschner übernachtete während der Reha eine Nacht im Wald am Fluss.

Bei Klaus Teschner gab es in der orthopädischen Reha unterschiedliche Schwierigkeitsgruppen. Im Gruppentraining erlebte er eine andere Dynamik als im Einzeltraining.

Klaus Teschner findet, dass eine Reha letztlich eine Bereicherung für eine Partnerschaft sein kann.

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