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Die Erfahrungen von Britta Eyfried

Portrait Britta Eyfried ist zum Zeitpunkt des Interviews 48 Jahre alt. Sie ist verheiratet und arbeitet als Juristin in der öffentlichen Verwaltung. Vor einem Jahrzehnt wurde bei ihr eine Multiple Sklerose diagnostiziert. In den letzten sechs Jahren besuchte sie mehrere stationäre Rehas und hat mittlerweile „ihre“ Reha-Klinik gefunden.

Als Britta Eyfried zum ersten Mal von ihrem Neurologen nahegelegt bekam, eine Reha zu machen, zögerte sie. Zu dieser Zeit hatte sie noch nicht so starke körperliche Einschränkungen und war unsicher, ob sie sich in der Reha mit den möglichen Verläufen der MS der Mitpatienten auseinandersetzen wollte. In der Klinik war es dann tatsächlich schwer für sie, sich mit der Erkrankung und ihrer gesundheitlichen Zukunft so intensiv auseinanderzusetzen und das Leid anderer Betroffener zu sehen. Allerdings konnte sie ebenfalls erleben, dass die Erkrankung auch leichtere Verläufe haben kann. Zugleich erfuhr sie dort gute Therapien und ein engagiertes Behandlungsteam. Der Aufenthalt tat ihr damals insgesamt gut. Aus dieser Reha ging eine Bekanntschaft zu einer anderen Betroffenen hervor, die bis heute besteht und in der der Austausch über die Erkrankung eine zentrale Rolle spielt.

Aufgrund der MS steht Britta Eyfried jedes Jahr eine Reha zu. Daher beschloss sie, sich selbst über Reha-Einrichtungen zu informieren, zumal sie die Lage der ersten Klinik in einem dunklen Tal als unangenehm erlebt hatte. Für die zweite Rehabilitation besuchte sie eine andere Klinik. Die Klinik und die Umgebung gefielen ihr sehr, jedoch gab es unter den Patienten kaum andere von MS Betroffene und vorwiegend ältere Patienten, weshalb sie sich dort nicht richtig wohl fühlte.

Im Zuge eines privaten Umzuges kam es zu einer Verschlechterung ihrer Erkrankung, durch die sie in eine Depression glitt. Deshalb entschied sich Britta Eyfried, die Rehabilitation in jenem Jahr in einer Klinik zu machen, die auf Depression spezialisiert ist und die ihr privat empfohlen worden war. Sie schildert, dass sie dort zwar kaum an den körperlichen Therapieangeboten teilnehmen konnte, dass aber die psychologische Betreuung sehr gut war und sie dort enorm viel lernte. Sie erzählt auch von einer wichtigen Begegnung mit dem Leiter der Klinik, der ihr ein tröstliches und ermutigendes Buch empfahl. Der Aufenthalt in dieser Klinik half ihr, die Depression zu überwinden.

Für die vierte Rehabilitation entschied sich Britta Eyfried für eine Klinik, die weiter entfernt war und einen hohen Anteil an MS-Patienten hatte, mit denen sie sich gut austauschen konnte. Auch die Lage der Klinik, das angenehme Personal und das Erleben der Natur übertrafen ihre Erwartungen. Damit hatte sie „ihre“ Reha-Klinik gefunden. Außerdem wohnten Freunde in Kliniknähe, so dass sie dort gut ankommen und sich aufgehoben fühlen konnte. Zu dieser Zeit arbeitete sie noch zu 50%, und konnte sich nach der Reha wieder gestärkt ihrer Arbeit widmen.

Nach einer Phase starker beruflicher Verausgabung war es für Britta Eyfried in der fünften Reha das Ziel herauszufinden, inwiefern sie noch leistungsfähig genug war, um ihre Arbeit fortzusetzen. Sie erfuhr dort, dass durch ein verstärktes Fatigue-Syndrom ihre Leistungsfähigkeit nicht mehr ausreichte, um weiterhin zu 50% arbeiten zu können. Eine geringere Anzahl an Wochenstunden war jedoch von Seiten ihres Arbeitgebers her nicht möglich. Britta Eyfried berichtet, dass sie daraufhin Gespräche mit Ärzten und dem Psychologen führte, die ihr halfen, eine Perspektive zu entwickeln und die Entscheidung zu treffen, nach ihrer Rückkehr einen Antrag auf vorzeitige Pensionierung zu stellen. Sie erzählt, dass sie diese Entscheidung ohne die Reha wohl noch lange hinausgezögert und sich bei der Arbeit zu viel zugemutet hätte.

Britta Eyfried erzählt, dass ihr Mann sie bezüglich der Rehas bestärkte und unterstützte. Auch ihr Arbeitgeber unterstützte sie in ihren diesbezüglichen Anliegen. Die Anträge für die Rehas stellte sie immer selbst bei der privaten Krankenkasse und Beihilfe. Sie erzählt, dass sie bei ihren Rehas auch gelernt hat, sich abzugrenzen, wenn ihr das Leid anderer Betroffener zu nahe ging. Sie lernte dabei zu erkennen und zu unterscheiden, welche Begegnungen mit Mitpatienten ihr gut tun und welche nicht.

Anderen Betroffenen empfiehlt Britta Eyfried, sich die Zeit zu nehmen, herauszufinden, was einem in der Reha gut tut, und den Mut aufzubringen, zu sagen, ob eine Anwendung oder Behandlungsform hilfreich ist oder nicht. Ärzten rät sie, sich vor Übereifer zu schützen und nicht zu viel in kurzer Zeit erreichen zu wollen, denn manche Maßnahmen greifen nach ihrer Erfahrung erst später.

Das Interview wurde im Winter 2014 geführt.

Britta Eyfried lernte zu unterscheiden, welche Kontakte hilfreich waren und welche nicht.

Britta Eyfried sagt, dass man den Ärzten unbedingt rückmelden soll, welche Therapie einem etwas bringt und welche nicht.

Britta Eyfried erzählt, wie ihr Therapeut ihr anhand des Lebens und der Musik von J.S. Bach viel über den Umgang mit Leid und Schicksalsschlägen vermittelte.

Mit der vierten Reha hat Britta Eyfried „ihre“ Einrichtung gefunden, in der für sie das ganze Ambiente stimmte.

Britta Eyfried erzählt, dass das Thema Krankheitsbewältigung für sie in jeder Reha eine Rolle spielte.

Ihre Erkenntnisse über MS in der Reha begleiteten Britta Eyfried noch nach der Reha. Zugleich war sie froh, in ihr gesundes Umfeld zurückzukehren.

Britta Eyfried informierte sich selbst ausführlich über verschiedene Rehaeinrichtungen.

Britta Eyfried klärte mit ihrem Arbeitgeber, wann der richtige Zeitpunkt für die Reha war.

Bei der Beamtin Britta Eyfried musste sowohl die Beihilfe als auch ihre private Krankenversicherung entscheiden, was die Beantragung kompliziert machte.

Britta Eyfried reiste schon einen Tag früher an und ließ sich von Freunden begleiten, um sich das Ankommen zu erleichtern.

Britta Eyfried hatte sich als oberstes Ziel der Reha gesteckt, herauszufinden, ob sie noch weiter arbeiten gehen kann.

Die Entscheidung, nicht mehr ins Berufsleben zurückzukehren, kostete Britta Eyfried viel Kraft.

Britte Eyfried nutzte den geschützten Rahmen in der Reha, um seelisch zu verarbeiten, dass sie nicht mehr arbeiten kann.

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