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Schwangerschaft, Geburt und Kinder

Einige unserer Interviewpartner erzählen von ihrem Leben mit ihren Kindern. Manche hatten bereits Kinder, bevor die Anfälle auftraten, andere entschlossen sich trotz der Erkrankung, Kinder zu bekommen.

Schwangerschaft und Geburt

Für viele Menschen mit Epilepsie ist die Frage, ob und wann sie Kinder bekommen, mit einigen zusätzlichen Überlegungen verbunden. Zum einen beschäftigt manche die Frage, ob sie ihre Krankheit an ihre Kinder weitervererben (siehe auch Thementext: „Vererbung und Kinderwunsch“). Zum anderen ist es wichtig, zu klären, welche Medikamente am Besten in der Schwangerschaft genommen werden, um das Risiko für Schädigungen des Ungeborenen zu verringern. Deshalb empfehlen Neurologen, sich möglichst vor einer Schwangerschaft hinsichtlich der Medikation beraten zu lassen. (siehe „Infos und Links“ oder www.eurap.de)

Einige Interviewpartnerinnen berichten, dass für sie das Kinderkriegen völlig unproblematisch verlief, andere erlebten aufgrund der Anfälle besondere Situationen

Beate Pohl war zuerst unsicher, ob sie Kinder bekommen kann, dann ging aber alles gut.

Viele Frauen erzählten uns, dass es ihnen in der Zeit der Schwangerschaft sehr gut ging, sie teilweise sogar weniger Anfälle hatten. Bei anderen kam es in der Schwangerschaft vermehrt zu Anfällen, teilweise weil die Wirksamkeit der Medikamente unter den Hormonschwankungen in der Schwangerschaft nicht mehr ausreichend war.

Daniela Weber erzählt, wie sie in der Schwangerschaft einen Anfall bekam, da der Medikamentenspiegel abgesunken war.

Um Fehlbildungen möglichst bereits vor der Geburt zu erkennen und entsprechende medizinische Versorgung für die Entbindung einzuplanen, empfehlen viele Ärzte eine Feinultraschalluntersuchung in der 18.-21. Schwangerschaftswoche. Manche Frauen machten sich Sorgen über mögliche Missbildungen des Kindes und ließen ausführliche diagnostische Untersuchungen durchführen. Andere beschäftigten sich weniger mit dieser Möglichkeit oder wollten sich bewusst nicht durch weitere Untersuchungen verunsichern lassen.

Nicole Winter erzählt, dass sie sich keine Sorgen über Fehlbildungen gemacht hat.

Eine Interviewpartnerin erfuhr im achten Monat, dass ihre Tochter einen offenen Rücken hat, obwohl sie kein Medikament einnahm, das diese Fehlbildung besonders begünstigt. Diese Fehlbildung kommt jedoch auch bei gesunden Müttern ohne jede Medikamenteneinnahme vor.

Bianca Scholz war froh, erst sehr spät in der Schwangerschaft von der Fehlbildung bei ihrem Kind erfahren zu haben.

Manche Frauen berichten, dass die Ärzte ihnen nahelegten, zur Geburt in die Klinik oder Uniklinik zu gehen, damit sie im Falle von Komplikationen auch neurologisch mitversorgt werden könnten. Die meisten erzählen, dass die Geburt komplikationslos verlief.

Bei Silke Fuchs kam es bei der Geburt der zweiten Tochter zu einem Anfall, was sie sehr traurig machte, da sie die erste Zeit mit ihrem neugeborenen Kind nicht bewußt erleben konnte. Bei der Schwangerschaft mit ihrem dritten Kind nahm sie dann in den letzten Monaten und unter der Geburt Medikamente, und es kam zu keinen weiteren Anfällen.

Leben mit Kindern

Die Erzähler, deren Kinder noch Babies oder Kleinkinder sind, berichten, dass die Kinder meistens wenig von den Anfällen mitbekommen. Einige erzählen allerdings, dass sie sich anfangs Sorgen machten, dass sie in einem Anfall das Kind fallen lassen oder nicht versorgen könnten. Sie berichten, dass sie deshalb lieber auf dem Boden wickelten oder Aufgaben wie Baden dem Partner überließen.

Die Erzähler, deren Kinder schon größer sind, berichten davon, wie die Kinder auf die Anfälle reagieren. Das ist sehr unterschiedlich von Kind zu Kind. Einige Interviewpartner erzählen, dass ihre Kinder von klein auf an die Anfälle gewohnt sind und deshalb sehr selbstverständlich damit umgehen. Andere schildern, dass ihre Kinder oft sehr besorgt reagieren, wenn sie befürchten, es könnte wieder ein Anfall auftreten.

Christine Beckers Sohn wuchs in den Umgang mit den Anfällen von klein auf hinein.

Der Sohn von Annika Meier reagiert sehr besorgt, wenn er befürchtet, dass ein Anfall auftritt.

Viele Erzähler schildern, wie sie ihre Kinder je nach Alter über ihre Krankheit aufklärten. Dazu gibt es einige Bilderbücher und andere Materialien, die hilfreich sein können. (siehe Infos und Links).

Alexandra Ludwig fand ein Hörspiel, anhand dessen sie mit ihren Töchtern über ihre Anfälle sprach.

Martin Krüger nahm seine Tochter mit auf die Rettungswache, um sie für einen Notfall vorzubereiten.

Eine besondere Situation entsteht in manchen Familien, in denen sich die Eltern getrennt haben. Hier kann die Frage, wie das Besuchsrecht des getrennten Elternteils geregelt wird, in manchen Fällen zu einem Problem werden. Unsere Erzähler berichten, dass bei ihnen abhängig vom Alter des Kindes entschieden wurde, ob sie ihr Kind auch im Falle eines Anfalls genügend beaufsichtigen können oder ob zur Sicherheit eine weitere Person dabei sein muß.

Martin Krüger kann seine Tochter momentan noch nicht alleine zu sich holen.

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