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Portrait

Die Erfahrungen von Martin Vogt

Symptomatische Epilepsie, komplex-fokale Anfälle, tonisch-klonische Anfälle.

Martin Vogt ist 54 Jahre alt. Seine ersten epileptischen Anfälle bekam er am Ende seiner Ausbildungszeit zum Feinmechaniker mit 19 Jahren. Seinen Beruf konnte er dennoch ohne größere Einschränkungen ausüben, bis er mit 36 Jahren zusätzlich an Parkinson erkrankte und drei Jahre später in Frührente ging. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Martin Vogt erlebte seinen ersten Anfall im Alter von 19 Jahren. Die Diagnose wurde kurz darauf gestellt und wurde von ihm als nicht sehr schwerwiegend empfunden. Er erzählt, dass er nicht viel über die Konsequenzen der Erkrankung nachdachte und sein Leben wie vorher weiterlebte. Allerdings traten immer wieder tonisch-klonische Anfälle auf, bei denen Martin Vogt häufig stürzte und sich auch mehrmals Verletzungen zuzog. Heute hat er vorwiegend kleinere komplex-fokale Anfälle, bei denen er kurz weggetreten ist, aber zum Glück nicht mehr stürzt.

Seit einigen Jahren leidet Martin Vogt zusätzlich an Parkinson. Er empfindet diese Krankheit als schlimmer und gravierender als die Epilepsie, da sie sich nicht nur zu bestimmten Zeitpunkten sondern ständig bemerkbar macht. Auf Grund der Parkinsonerkrankung musste Martin Vogt in Frührente gehen und seinen Beruf als Feinmechaniker aufgeben. Er schildert, dass er seit der Berentung darunter leidet, nicht Auto fahren zu dürfen, da dies einen erheblichen Mobilitätsverlust für ihn bedeutet. Seine Frau und seine Söhne unterstützen ihn diesbezüglich zwar sehr, doch erlebt er es teilweise als unangenehm, so häufig auf deren Hilfe angewiesen zu sein. Im Unterschied zur Parkinson-Erkrankung, die ihn den ganzen Tag in seinen Bewegungen und seinen motorischen Fähigkeiten einschränkt, sieht er die Epilepsie eher als eine Belastung für die anderen Menschen um ihn herum. Er selbst bekommt von den Anfällen nicht viel mit, seine Familie muss jedoch immer wieder damit umgehen.

Martin Vogt erzählt, mit Ärzten sehr gemischte Erfahrungen gemacht zu haben. Für ihn war es immer hilfreich, sich selbst über die Medikamente zu informieren, die er nehmen muss, um so die Entscheidungen des Neurologen hinterfragen und diskutieren zu können. Seit er zusätzlich zu den Antiepileptika auch Medikamente gegen Parkinson einnimmt, haben sich seine Anfälle verändert und treten nun häufiger, aber in Form kurzen Weggetreten seins auf.

Durch die viele Freizeit, die er durch seine Frühberentung gewonnen hat, hat sich Martin Vogt neue Hobbies gesucht, wie z.B. Holzsägearbeiten und Beschäftigung mit dem Computer. Er berichtet, dass ihm an schwierigen Tagen besonders Entspannung hilft und er sich gerne in der Natur bewegt. Er versucht, jeden Tag zu genießen und kleinere Probleme nicht zu schwer zu nehmen. Seine größte Hilfe im Umgang mit der Erkrankung ist seine Frau, die ihn viel unterstützt. Für die Zukunft wünscht sich Martin Vogt vor allem Erfolge in der Forschung, um beide Krankheiten künftig noch besser behandeln zu können.

Das Interview wurde im Sommer 2012 durchgeführt.

Alle Interviewausschnitte von Martin Vogt

Martin Vogt ist froh, dass seine Frau so gut mit den Anfällen zurecht kommt.

Martin Vogt erzählt, dass es auf dem Land schwierig ist, die Krankheit für sich zu behalten.

Martin Vogt war mit der Behandlung beim Neurologen aus vielen Gründen unzufrieden

Martin Vogt bemerkt seine Anfälle, weil ihm ein paar Minuten fehlen.

Martin Vogt empfiehlt, ein Mittelmaß zu finden, das ist nicht immer leicht.

Martin Vogt hatte den Eindruck, dass auch seine Ärzte enttäuscht waren, dass bei ihm die Erfolge ausblieben.

Martin Vogt hofft auf Entwicklungen in der Forschung, weiß aber auch, dass diese sehr viel Zeit brauchen.

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