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Portrait

Die Erfahrungen von Katharina Sommer

Katharina Sommer ist Ende 20 und arbeitet als Lehrerin. Ihren ersten epileptischen Anfall hatte sie im Alter von zehn Jahren. Zu Beginn hatte sie zunächst Absencen, später auch tonisch-klonische Anfälle. Seit nunmehr 10 Jahren ist sie mit Hilfe von Medikamenten anfallsfrei.

Katharina Sommer schildert, sie habe ihren ersten Anfall in der vierten Klasse gehabt und zunächst vor allem unter Absencen gelitten. Später kamen auch tonisch-klonische Anfälle dazu, die seltener auftraten. Eine genaue Ursache wurde für die Anfälle bis heute nicht gefunden. Durch die Einstellung mit Medikamenten war Katharina Sommer in ihrer Jugend drei Jahre anfallsfrei. Daraufhin wurden die Medikamente abgesetzt, was leider zu einem erneuten Auftreten der Anfälle führte.

Zunächst wehrte sie sich sehr gegen eine erneute Einnahme von Medikamenten, da ihr erst nach dem Absetzen bewusst geworden war, wie sehr sie vorher durch die Medikamente eingeschränkt war. Sie erlebte sich selbst ohne Medikamente als viel lebendiger und unternehmungslustiger. Es wurde dann versucht, ihr ein anderes Medikament zu geben, das half jedoch leider nicht gegen die Anfälle. Mithilfe des alten Medikaments konnte sie jedoch wieder eingestellt werden und sie ist nun seit bereits 10 Jahren anfallsfrei.

Seit einigen Jahren leidet Katharina Sommer zusätzlich unter einer Stoffwechselerkrankung und vor kurzem kam eine weitere neurologische Erkrankung dazu. Für diese Erkrankungen muss sie weitere Medikamente einnehmen und ihre antiepileptische Medikation musste umgestellt werden. Glücklicherweise ging diese Umstellung problemlos und Katharina Sommer ist weiterhin anfallsfrei.

Ihre Jugendzeit empfand Katharina Sommer als besonders schwer, weil sie dort durch die Einschränkungen, die die Epilepsie mit sich brachte, eine Distanz zu den anderen Jugendlichen erlebte, die zum Beispiel viel Alkohol tranken. Durch intensive Freundschaften fand sie hierzu allerdings einen Ausgleich. Außerdem berichtet sie, dass ihre Eltern und ihr Bruder immer eine sehr große Unterstützung für sie waren und versuchten, ihr eine möglichst normale Kindheit zu ermöglichen, wofür sie sehr dankbar ist.

Katharina Sommer schildert, dass sie es als sehr schwierig empfunden habe, zu lernen, mit der Unkontrollierbarkeit und Unvorhersagbarkeit der Anfälle umzugehen. Teilweise habe dies große Ängste in ihr hervorgerufen, die sie mit Hilfe therapeutischer Unterstützung in den Griff bekommen habe. Mit Ärzten hat sie vorwiegend gute Erfahrungen gemacht. Sie schildert aber auch, dass es wichtig ist, Ärzten gegenüber als mündiger Patient aufzutreten und Fragen zu stellen, um mehr über die Erkrankung und Therapiemöglichkeiten zu erfahren.

Die Epilepsie ist für sie Teil ihres Lebens und sie beschreibt, dass diese sie auch positiv beeinflusst habe. Sie erzählt, durch die Epilepsie gelernt zu haben, sich mit Dingen abzufinden, die sie nicht ändern kann. Das habe auch geholfen, als später die anderen Erkrankungen dazukamen. Weiter beschreibt sie, dass sie durch die Erkrankung gelernt habe, auch anderen Personen unvoreingenommen zu begegnen und ihnen zuzuhören, sowie das eigene Leben wertzuschätzen.

Das Interview wurde im Sommer 2012 geführt.

Alle Interviewausschnitte von Katharina Sommer

Katharina Sommer genoß bei ihrem stationären Aufenthalt das tolle Therapieangebot und das Kennenlernen ganz anderer Menschen

Katharina Sommer spürt manchmal ein komisches Bauchgefühl vor dem Anfall.

Katharina Sommer kann nach einem Anfall eine Zeit lang noch nicht sprechen. Das ist ein komisches Gefühl.

Katharina Sommer merkte in einer anfallsfreien Phase mit wenig Medikamenten, wie sie eigentlich ist

Katharina Sommer hat bei der Berufsentscheidung nicht an die Epilepsie gedacht, war aber indirekt dadurch geprägt

Katharina Sommer mußte sehr schnell auf ein anderes Medikament umgestellt werden, als sie eine weitere Erkrankung bekam.

Katharina Sommer findet es bei Epilepsie heikel, auf die Schulmedizin zu verzichten

Katharina Sommer erzählt von Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen im Alltag und Sport

Katharina Sommer reist sehr gern, passt ihre Pläne aber an die Risiken der Epilepsie an

Katharina Sommer fand, dass ihr Stimmung davon abhängt, ob sie viele Anfälle hat und ob sie Leerlauf vermeiden kann

Katharina Sommer denkt, dass sie ohne die Epilepsie eine stinknormale und langweilige Jugendliche geworden wäre

Katharina Sommer erfuhr nach einem Schulausflug, dass ihre Mutter dafür gesorgt hatte, dass sie teilnehmen kann.

Katharina Sommer wurde von ihrem Zwillingsbruder unterstützt

Katharina Sommer empfand es früher als ungerecht, dass sie durch die Medikamente eingeschränkt war.

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