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Die Erfahrungen von Bettina Reinhard

Portrait Epilepsie unbekannter Ursache, komplex-fokale Anfälle, sekundär-generalisierte Anfälle

Bettina Reinhard ist 50 Jahre alt. Ihr erster Anfall trat mit Mitte 30 auf. Sie war anschließend zehn Jahre anfallsfrei, bevor wieder ein Anfall auftrat. Seitdem hat sie sehr selten Anfälle. Die gelernte Bankkauffrau ist verheiratet und hat einen Sohn.

Bettina Reinhard erlebte ihren ersten Anfall in einer schwierigen Zeit ihres Lebens. Er ereignete sich kurz nachdem sie ihren Arbeitsplatz verloren und eine Woche, nachdem sie eine Fehlgeburt hatte. Sie berichtet, dass der Anfall für sie vollkommen unerwartet auftrat und sie auf Grund der schwierigen Situation zunächst überfordert war.

Von der ärztlichen Behandlung nach ihrem ersten Anfall war Bettina Reinhard sehr enttäuscht. Sie erzählt, dass in der Klinik niemand richtig auf sie eingegangen ist und sie die falschen Medikamente erhalten hat. Diese Erfahrung zeigte ihr, wie wichtig es ist, den richtigen Arzt zu finden.

Nach dem ersten Anfall geriet Bettina Reinhards Leben erst einmal sehr durcheinander: Da sie nicht mehr Autofahren durfte, gestaltete sich die Arbeitsplatzsuche als schwierig und zudem hatten ihr die Ärzte mitgeteilt, dass sie mit den aktuellen Medikamenten nicht wieder schwanger werden sollte, was für sie und ihren Mann eine große Belastung darstellte. Doch schließlich fand sie ein Epilepsiezentrum, in dem sie sich gut aufgehoben fühlte. Dort sagte man ihr, dass ihr Anfall vermutlich durch Östrogenspritzen ausgelöst war, die sie nach der Fehlgeburt erhalten hatte, und ein weiterer Anfall nicht zu erwarten sei. Die Ärzte vermuteten, dass sie eine Oligo-Epilepsie hat, eine Form der Epilepsie, bei der nur unter bestimmten Umständen sehr selten Anfälle auftreten. Daraufhin konnte Bettina Reinhard die Medikamente ausschleichen und war danach zehn Jahre anfallsfrei. In dieser Zeit wurde auch ihr Sohn geboren.

Vier Jahre vor dem Interview trat ein zweiter Anfall auf, den Bettina Reinhard darauf zurückführt, dass sie in dieser Zeit viel Stress erlebte und auf Grund eines Infektes ein Antibiotikum nehmen musste, das Anfälle auslösen kann. Anfang dieses Jahres erlebte sie zwei weitere Anfälle. Sie und ihr behandelnder Arzt vermuten, dass diese auf den Beginn der Wechseljahre zurückzuführen sind.

Während ihren Anfällen ist Bettina Reinhard orientierungslos und hat keine Kontrolle über ihr Handeln, was sie als sehr beunruhigend empfindet. So ist sie während eines Anfalls auch schon aus dem Haus gelaufen und ihr Mann war auf der Suche nach ihr. Auch für ihren Mann ist die Ungewissheit, wann wieder ein Anfall kommen und was in dieser Situation geschehen könnte, sehr belastend. Sie berichtet aber auch, dass sie sich dennoch durch die Erkrankung nicht zu sehr einschränken will und deshalb beispielsweise weiterhin Fahrrad fährt.

In schwierigen Zeiten suchte sie Hilfe bei einem Therapeuten, was ihr sehr geholfen hat. Sie hat inzwischen einen Arzt gefunden, mit dem sie zufrieden ist. Da die Anfälle vermutlich mit Hormonen zusammenhängen, hat sie die Hoffnung, dass sie nach den Wechseljahren ausbleiben.

Das Interview wurde im Herbst 2011 geführt.

Alle Interviewausschnitte von Bettina Reinhard

Der Mann von Bettina Reinhard macht sich große Sorgen, wenn sie alleine aus dem Haus geht.

Bettina Reinhardt findet es schwierig zu entscheiden, wer von den Anfällen wissen muss.

Bettina Reinhard beschreibt, wie wichtig es ist, einen guten Arzt zu haben.

Bettina Reinhard bekam nach 10 Jahren Anfallsfreiheit erneut einen Anfall, als gesundheitlicher und familiärer Stress zusammenkamen

Bettina Reinhard bekam anfangs kaum Information und erkundigte sich bei Bekannten, die auch Anfälle hatten.

Bettina Reinhard findet es schwer zu sagen, woher ihr Gefühl eines Leistungsabfalls kommt.

Bettina Reinhard erzählt, wie durch den ersten Anfall erst einmal alle Zukunftspläne wie eine Seifenblase platzten

Bettina Reinhard macht die Vorstellung Angst, was sie alles im Anfall tun könnte.

Bettina Reinhards Neurologin konnte sich die Befunde nicht erklären und verwies sie auf ein Spezialzentrum.

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