Weniger Pfunde

Nach der Diagnose eines Diabetes Typ 2 muss nicht sofort zwangsläufig mit einer medikamentösen Behandlung begonnen werden. Vor allem übergewichtigen Patientinnen und Patienten wird geraten, zunächst einmal ihr Körpergewicht zu reduzieren. Obgleich fast alle einsehen, dass diese Empfehlung sinnvoll ist, blicken sie auf ein Leben mit vielen ‚Pfunden‘ zurück, haben auch schon vor der Diagnose damit gekämpft und sich ihre Gedanken gemacht.

Das Thema ‚Übergewicht‘ zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Ursula Böker.

Viele erinnern sich an die Essgewohnheiten in ihrem Elternhaus, die häufig den eigenen Umgang mit Lebensmitteln prägen. 

Die Eltern von Regina Mosbach sahen fetthaltiges Essen als gesund an

In der Familie von Johannes Meyer sollte niemand Hunger leiden. Das hatte auch damit zu tun, dass sein Vater lange in Kriegsgefangenschaft war.

Auch Günther Brockmann wuchs in einer Familie auf, in der reichlich Fleisch verzehrt wurde. 

Stets volle Kochtöpfe gab es auch in der Familie von Hertha Pfeiffer. 

In der Kindheit von Susanne Weigand gab es immer große Mengen Kuchen. Dies änderte sich, als ihre Eltern Diabetiker wurden. 

Neben der Familiengeschichte suchen unsere Interviewpartnerinnen und -partner auch in anderen Bereichen nach Gründen.

Holger Schneider bewegte sich nur noch wenig, als er berufstätig wurde. Da er sein Essverhalten beibehielt und zudem fetthaltig und süß aß, nahm er im Laufe der Zeit zu.

Das allgegenwärtige Nahrungsangebot ist für Johannes Meyer eine stetige Versuchung. Mit zunehmendem Alter lernte er, dieser auch zu widerstehen.

Essen kann zudem eine Strategie sein, mit Stress, Ärger oder belastenden Situationen umzugehen. Einige unserer Interviewpartner führen ihr Übergewicht unter anderem auf diese Gewohnheit zurück.

Susanne Weigand reagiert auf manche schwierigen Lebenssituationen mit ‚Frustessen‘. 

Es gibt Situationen, in denen Johannes Meyer isst, um sich abzureagieren.

Beate Schmitz glaubt, dass neben dem Insulin das ‚Frustessen‘ zu ihrem Übergewicht beigetragen hat. Für dies könne auch das Schimpfen ihres Arztes ein Auslöser sein.

Einige unserer Interviewpartnerinnen und -partner fühlen sich von anderen diskriminiert,  abgestempelt oder belächelt. Sie sind selbst meist nicht glücklich über ihr Gewicht.

Johannes Meyer war schon immer dick. Im Schwimmbad spielte er früher den Pausenclown, auch wenn ihm nicht zum Lachen zumute war. Heute geht er nicht mehr schwimmen.

Monika Kramer schätzt das gute Gefühl nach der Aquagymnastik. Das anschließende gemeinsame Duschen machte ihr zunächst zu schaffen.

Siegfried Degenhardt erzählt, wie in der Ernährungsschulung jeder nach dem Gewicht gefragt wurde. Einige der Kursteilnehmer wollten dies verschweigen.

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