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Portrait

Die Erfahrungen von Siegfried Degenhardt

Siegfried Degenhardt ist zum Zeitpunkt des Interviews 73 Jahre alt und berentet. Er ist verheiratet, hat fünf Kinder und vier Enkelkinder. Als der Diabetes festgestellt wurde, war er 70 Jahre alt. Er wird mit Tabletten behandelt.

 

Siegfried Degenhardt hatte vor der Diagnose seines Diabetes Bluthochdruck. Weil diese beiden Krankheiten oft gemeinsam auftreten, gab ihm sein Hausarzt Urinteststreifen mit, um festzustellen, ob auch ein Diabetes vorliegt. Die Ergebnisse waren positiv. Herr Degenhardt wollte es aber einfach nicht glauben und stritt sich darüber mit den Praxismitarbeiterinnen. Am Ende musste er sich damit anfreunden, dass er Diabetes hat.

Im Moment wird Herr Degenhardt mit Tabletten behandelt. Die Einnahme bereitet ihm manchmal Probleme, aber er ist froh, dass er kein Insulin spritzen muss, denn davor hat er einen „Horror“. (  ) Er fürchtet sich nicht vor dem Spritzen an sich, sondern davor, Broteinheiten zählen zu müssen und in der Öffentlichkeit zu spritzen. Das kennt er von Kollegen bei seiner ehrenamtlichen Arbeit in einer Krankenkasse. Obwohl sie ganz selbstverständlich damit umgehen, möchte er nicht in ihrer Situation sein. Auch Folgeerkrankungen machen Herrn Degenhardt Angst. Um beides zu vermeiden, nimmt er seine Tabletten regelmäßig und macht sich Gedanken über seine Ernährung. Er nimmt es in Kauf, auf vieles zu verzichten. Nur den Rotwein würde Herr Degenhardt ungern weglassen. Und wenn seine Enkel zu Besuch sind und es viel Schokolade gibt, fällt ihm natürlich auch nicht immer leicht, zu widerstehen.

Ein besonders schönes Erlebnis war für Herrn Degenhardt eine Diabetesschulung, die er bei der Arzthelferin seines Hausarztes gemacht hat. Er hat dort viel gelernt und unter den Teilnehmern entstand ein richtiges Gemeinschaftsgefühl. Außerdem war er dort einer derjenigen mit einem weniger schlimmen Diabetes. Das hat ihn sehr erleichtert, besonders wegen seiner Ängste vor dem Spritzen und den Folgeerkrankungen.

 

Das Interview wurde im Frühjahr 2009 geführt.


Alle Interviewausschnitte von Siegfried Degenhardt

Das Vertrauensverhältnis von Siegfried Degenhardt zum Hausarzt besteht schon seit langem und wird immer wieder bestätigt.

Zur Not würde Siegfried Degenhardt sogar auf Rotwein verzichten – allerdings sehr ungern.

Siegfried Degenhardt stört sich an der Größe der Tabletten und hat Schwierigkeiten, sie zu schlucken.

Auch für Siegfried Degenhardt ist seine Frau in erster Linie eine Hilfe. In seinem Umfeld wissen viele gar nichts über seine Erkrankung.

Siegfried Degenhardt findet, dass sein Arzt dieses Thema eher humorvoll behandelt. Der ernsthafte Hintergrund bleibt dennoch bestehen.

Siegfried Degenhardt hat sich in der Kurklinik selbst 800 Kalorien am Tag verordnet und seine Entscheidung nicht bereut.

Siegfried Degenhardt erlaubt den Medizinstudenten in der Praxis seines Hausarztes bei seinen Untersuchungen dabei zu sein.

Siegfried Degenhardt erzählt, wie in der Ernährungsschulung jeder nach dem Gewicht gefragt wurde. Einige der Kursteilnehmer wollten dies verschweigen.

Siegfried Degenhardt fragt sich, ob lange zurückliegende Schwindelanfälle etwas mit seinem Diabetes zu tun hatten.

Siegfried Degenhardt hat schon viele Diabetiker beim Insulinspritzen beobachtet. Für ihn ist es eine Horrorvorstellung, selbst spritzen zu müssen.

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