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Für Sedat Gencay war die Reha ein wichtiger Wendepunkt im Umgang mit dem Diabetes.

Aber es war ein Herzinfarkt. Sofort wurde ich eingeliefert, Krankenhaus [Name] hier in [Ortsname], bei Doktor - Namen will ich nicht nennen. Und dort wurde ein Herzkatheter gemacht, zwei Sticks eingelegt und ein Herzkranzgefäß wurde nicht mehr retten können. Der ist in die Walachei gegangen. Ja, und ab da war es mir bewusst, dass ich krank bin, und dass der Diabetes- Ich spürte ihn nicht, wie immer noch, dass ich zuckerkrank bin. Aber die Folgeerscheinungen, Blutdruck, Herzinfarkt, die waren richtig, richtig heftig. Dann wurde ich zwei Wochen im [Name des Krankenhauses] behandelt, also auf Vordermann getrippt. Und nach dieser Behandlung kam ich nach [Ortsname]. Also, das ging, wurde ich stationär in [Ortsname] eingeliefert. Und habe dort erst mal erlernt, wie ich mit Insulin umgehe. Mein Insulin, was mir beim Hausarzt verschrieben wurde, wurde abgesetzt, weil das war nicht für mich geeignet, für meinen Lebensstil mit Arbeit. Und das, was ich vom Hausarzt bekommen habe, wäre eher für ältere Patienten gewesen, die im Rentenalter wären. Bei mir musste ein Insulin her, das für meine Tagesabläufe ideal wäre. Und das habe ich dann gekriegt und wurde da geschult wie ich zu messen habe meinen Blutzucker, meinen Blutdruck. Es wurde alles eingestellt. Also richtig, von sehr Kompetenz gewesen. Da habe ich sehr viel gelernt. [Ortsname] war ein Wendepunkt für mich, in meinem Diabetes. Wie ich meinen Diabetes zu behandeln - nicht behandeln - mit ihm umgehen sollte. Was mir als erstes da aufgefallen ist und beim Psychologen war, dass - der hat ein schönes Schild gehabt, da stand drauf: „Verbote sind verboten". Da habe ich ihn drauf angesprochen: „Verbote sind verboten, das klingt sehr schön. Was für Verbote?" „Alles, was man sich zum Beispiel beim Ernährung, wo ich gesagt habe: 'Das will ich nicht, das will ich nicht.' Das ist verboten", hat er gesagt. „Sie dürfen essen. Alles - alles in Anführungsstrichen - in Maßen, abgestimmt mit ihrem Blutzucker." Das war für mich wirklich ein Wendepunkt, weil ich immer verzichtet habe: Das will ich, esse ich nicht, das will ich. Und dann kam der Tiefpunkt, wo ich dann gesagt habe: „Ach, ist mir doch egal." Und dann ist das alles dann so hinten rum wieder in die alten Strukturen. Als ich diese zwei Wochen in [Ortsname] gehabt habe und danach wieder kam. Das war wirklich da, wo ich für mich auch gesehen habe, wie ich mit dieser Krankheit umgehe. Da habe ich es erst begriffen, dass es eine Krankheit ist, das ich die habe. Also Herzinfarkt, Bluthochdruck, das waren Krankheiten, die ich gespürt habe, die ich richtig gespürt habe und den Zucker nicht. Man spürt ihn nicht. Er ist da, gut. Er lässt einen in Ruhe. Aber, wie gesagt, bis man wirklich dann da steht, und sagt: „Oh, was war das?" Ja, und dann kam, auch die Weiterbehandlung bei meinem Hausarzt dann. Sie wurde besser.

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