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Günther Brockmann beschreibt das Schwinden des sexuellen Vermögens als einen schleichenden Prozess, bei dem auch seine anderen Krankheiten eine Rolle spielen.

Ja, das ist auch sicherlich ein schleichender Vorgang, dass Sie sexuell nicht mehr so aktiv sind, dass Sie sexuell ihr Wollen und Können verlieren. Und das ist ein schleichender Prozess, der auch sicherlich mit fortschreitendem Diabetes einhergeht. Führt dazu, dass Sie ihren Partner - ich bin verheiratet, wie gesagt - dass Sie ihren Partner auch mal, wenn das beidseitig festgestellt wird, auch mal im Detail sich darüber unterhalten müssen und sollten und dass Sie dann auch einen Mediziner fragen, der ja dann ganz schnell dabei ist Ihnen mal einen Haufen Broschüren aufs Auge drückt und Ihnen die ganzen Konsequenzen erläutert. Der Vorgang heißt ja nicht sexuelle Enthaltsamkeit, sondern der Vorgang heißt ja ganz klar sexuelles Vermögen. Dieses Vermögen ist das, was gestört ist, gestört wird. Es kommen bei mir, um mal auf meinen persönlichen Fall zu gehen, kommen natürlich mehrere Punkte zusammen. Durch die Krebsoperation, die ich hatte, wurde der erste Eingriff gemacht. Das war 1990, bin ich also am, im Jahr 1990, bin ich also wegen Krebs operiert worden, hier drüben in [Ort]. Und das war schon der erste Eingriff und die erste Reduzierung des Sexualvermögens. Dann, aber naja, das war zwar, Können war reduziert. Bei Männern ist es nun mal so, dass sie, um einen Sexualakt ausführen zu können, brauchen sie ja nun eine bestimmte Blutmenge. Und das wird dann immer drauf geschoben, das funktioniert halt nicht mehr, weiß der Teufel, welche Zuführadern dort beschädigt waren, weiß ich nicht. Ließ sich im Nachhinein, ich hab ja hier den Professor noch mal aufgesucht, der die Operation gemacht hatte bei mir, das war also so eine Vorzeigeoperation. Die haben sie auch auf Video aufgenommen, wie ich schon sagte, haben sie mir noch jede Menge Aufstand drum gemacht, warum. Das lag so komisch und musste so unter verschiedenen Gesichtspunkten gemacht werden. Da waren eine Menge Mediziner, auch Nachwuchsmediziner. Man muss ja auch dem Nachwuchs eine Chance geben. Ich versteh das auch und mich haben sie vorher gefragt ob der oder jener mal da nähen durfte. Und jedenfalls, ich bin ja sowieso weggetreten, also was ihr macht, macht das mal und ich verlass mich darauf. Hab dann anschließend, also wie gesagt, mit dem Professor gesprochen und der hat mir das dann, wie gesagt, erklärt, dass bei solchen großen Operationen natürlich eine Menge Gefäße beschädigt werden, Gefäße verletzt werden, vorsätzlich durchgetrennt werden. Und Dinge, die in dem Zusammenhang nicht gerade so zu verhindern sind, weil sie nicht so direkt mit der Krebsoperation zu tun haben. Sondern das sind so die Nebenwirkungen davon. Okay. Das müssen sie schlucken. Das ist einfach so. Da werden sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Das hatte mir vorher auch keiner gesagt. Dann, meine Herzinsuffizienz ist ein weiterer Faktor, der nicht unbedingt förderlich für sehr aktives oder extremes Sexualleben ist. Nicht? Weil die Pumpe meldet sich schon. Wenn ich also versuche mal einen Sprint über 5 Treppenstufen zu machen, sagt meine Pumpe schon, komm, lass langsam gehen. Genauso ist das beim Geschlechtsverkehr. Das ist also, wenn Sie dort irgendwelche Exzesse pflegen, dann sagt Ihnen die Pumpe das schon. Aber das trägt ja auch dazu bei, dass Sie weniger aktiv sind und ein weiterer Faktor im Additionsverfahren zu dem ersten. Dann kommen natürlich und kamen die Beeinträchtigungen durch Diabetes dazu, welches zwar Bluthochdruck erzeugen kann, welches aber die Herzprobleme, die Insuffizienz noch weiter verstärkt. Und dann zwangsläufig dazu führt, zu dem dritten Punkt, in Addition, der heißt sexuelles Leistungsvermögen ist dadurch nicht besser geworden, im Gegenteil. Noch weiter reduziert. Und das kann bis zum Totalausfall führen. Bei mir ist es noch nicht ganz so weit, aber ich sehe da schon Schwierigkeiten in überschaubarer Zukunft. Ohne dass ich jetzt von 85 Jahren oder so spreche. Das ist so. Soviel dazu.

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