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Portrait

Die Erfahrungen von Beate Schmitz

Beate Schmitz ist zum Zeitpunkt des Interviews 51 Jahre alt, geschieden und hat einen erwachsenen Sohn. Aufgrund mehrerer Erkrankungen ist sie arbeitsunfähig. Als der Diabetes bei ihr festgestellt wurde, war sie 40 Jahre alt. Sie wurde zunächst mit Tabletten behandelt und ist nun insulinpflichtig.

 

Als die ersten Anzeichen des Diabetes 1996 auftraten, war Beate Schmitz gerade wegen einer anderen schweren Erkrankung auf einer Kur. ( ) Erst ein Jahr später verdeutlichten sich die Symptome und die Diagnose wurde endgültig gestellt. Der Diabetes wurde mit Tabletten behandelt, bis nach fünf Jahren die Therapie auf Insulin umgestellt wurde. Die Blutzuckermessung und das Spritzen sind für Frau Schmitz kein Problem. Inzwischen hat sie auch ihre Ernährung umgestellt. Große Schwierigkeiten bereitet ihr aber ihr Gewicht. In Folge ihrer schweren Erkrankung im Jahre 1996 hatte sie stark zugenommen, obwohl sie vorher immer schlank gewesen war.

Immer wieder bekommt Frau Schmitz von Ärzten zu hören, dass sie abnehmen muss, manchmal sogar, dass sie zu „fett“ sei. (  ) In solchen Momenten fühlt sie sich unverstanden und ungerecht behandelt, denn sie führt ihr Übergewicht nicht auf ihr Essverhalten, sondern auf die Folgen ihrer schweren Erkrankung, auf die Einnahme von Medikamenten und das Insulin zurück. In diesem Eindruck fühlt sie sich durch die Erfolge einer Diätkur bestärkt. Der große Druck, der wegen des Abnehmens auf sie ausgeübt wird, bewirkt bei ihr eher das Gegenteil. ( )

Wenn Frau Schmitz sich von Ärzten schlecht behandelt fühlt, versucht sie, diesen Situationen mit Humor zu begegnen. Sie wünscht sich, dass die Ärzte versuchen, ihre Situation zu verstehen und ihre Schwierigkeiten anerkennen. Dies hat sie einmal bei einem Arzt erlebt und in guter Erinnerung behalten. Zu Routineuntersuchungen geht Frau Schmitz ungern. Sie hat Angst, dass ihre Werte nicht gut sind. Es bleibe auch meist zu wenig Zeit, um mit dem Arzt zu sprechen. Kurz vor dem Interview wurde Frau Schmitz’ Insulintherapie von einer Diabetologin umgestellt, die die Einheiten stark reduzierte. Seitdem hat sie 5 kg abgenommen und fühlt sich viel besser.

 

Das Interview wurde im Sommer 2008 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Beate Schmitz

In der Universitätsklinik fühlte sich Beate Schmitz nicht ernst genommen und kam sich wie eine Nummer vor.

Beate Schmitz verlässt sich nicht nur auf ihren Hausarzt. Sie sucht zusätzlich einen Facharzt auf.

Beate Schmitz ist besonders über Ärzte empört, die ihr sagen, dass sie abnehmen soll, obwohl dies gar nicht in ihren Aufgabenbereich fällt.

Beate Schmitz betrachtet es kritisch, dass sie aufgrund eines geringen Preisunterschiedes ihre Tabletten wechseln musste.

Beate Schmitz hatte vor allem Angst vor dem Blutzuckermessen – im Nachhinein stellte sich dies als weniger schlimm als erwartet heraus.

Beate Schmitz war falsch eingestellt und hat zu viel Insulin gespritzt. Als die Menge reduziert wurde, ging auch das Gewicht zurück.

Beate Schmitz war wegen einer Verletzung auf Kur. Dort wurde festgestellt, dass sie Diabetes hat

Beate Schmitz graut es manchmal davor, ihre Blutwerte mit dem Arzt zu besprechen, wenn sie selbst das Gefühl hat, dass sie nicht gut sind

Beate Schmitz glaubt, dass neben dem Insulin das ‚Frustessen‘ zu ihrem Übergewicht beigetragen hat. Für dies könne auch das Schimpfen ihres Arztes ein Auslöser sein.

Beate Schmitz wurde schon von mehreren Ärzten auf beleidigende Weise auf ihr Gewicht angesprochen. Sie glaubt, dass der Frust darüber ein weiterer Grund für sie ist, zu viel zu essen.

Beate Schmitz muss ihre Pens selber bezahlen.

Beate Schmitz’ Blutzuckerwerte waren schon lange Zeit vor der Diagnose unregelmäßig. Dann kamen typische Symptome hinzu.

Beate Schmitz versteht nicht, warum so wenige Patienten sich von den angehenden Ärzten in Unikliniken untersuchen lassen

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