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Die Erfahrungen von Antonia Winkler

Portrait Antonia Winkler ist zum Zeitpunkt des Interviews 42 Jahre alt. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Neben ihrer Tätigkeit als Hausfrau hat sie eine Teilzeitstelle als Hausmeisterin. Als der Diabetes diagnostiziert wurde, war sie 36 Jahre alt. Vorher stellte sie etwa 12 Jahre regelmäßig eine leichte Unterzuckerung bei sich fest. Sie wird mit Tabletten behandelt.

 

Diabetes ist in der Familie von Antonia Winkler weit verbreitet. So trat die Krankheit bei ihrem Vater, ihrem Onkel und ihrer Großmutter auf. Sie selbst litt schon während der Schwangerschaft mit ihrem ersten Kind häufiger an Übelkeit und Zittrigkeit, die durch Unterzuckerung hervorgerufen wurden. ( ) Ihr Frauenarzt ordnete dann an, dass sie alle zwei Jahre einen Blutzucker-Belastungstest absolvieren sollte. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen waren lange knapp unterhalb der Schwelle zum Diabetes, so dass nichts weiter unternommen wurde. Als sich dann die Werte weiter verschlechterten, musste Frau Winkler zunächst die Ernährung umstellen und wurde dann zusätzlich auf Tabletten eingestellt. Bei der Suche nach einer geeigneten Behandlung gab es Probleme, da sie ein häufig bei Diabetes eingesetztes Medikament nicht verträgt. ( ) Schließlich hat sie in der Diabetes-Selbsthilfegruppe, zu der sie seit einigen Jahren geht, von dem Antidiabetikum gehört, das sie nun täglich einnimmt. ( ) Durch die schwankenden Werte über viele Jahre haben sich bei Frau Winkler erste Neuropathien, das sind Schädigungen des Nervensystems, eingestellt. Bislang hat sie allerdings noch keine Beeinträchtigungen bei sich festgestellt, die durch diese Störung hervorgerufen sein könnten. ( )

Mit Ärzten hat Antonia Winkler überwiegend schlechte Erfahrungen gemacht. Sie hat sowohl den Hausarzt als auch den Diabetologen schon mehrfach gewechselt. Sie bemängelt, dass viele Ärzte sie nicht ernst nehmen und nur wenig Zeit für ihre Fragen haben. Stattdessen wird ihr lediglich vorgehalten, sie sei eigentlich noch zu jung für diese Krankheit. Bei Problemen mit der Behandlung vermisst sie konkrete Vorschläge von den Ärzten, wie ihre Situation verbessert werden könnte. ( ) So fühlt sie sich mit der Frage, ob sie in Zukunft Insulin spritzen sollte, von den Ärzten allein gelassen. ( ) Sie vermutet, dass das Auftreten der Ärzte ihr gegenüber auch damit zu tun hat, dass sie nur einer Teilzeitbeschäftigung nachgeht. Unterstützung erfährt Frau Winkler vor allem in der Selbsthilfegruppe, in der sie umfassend über den Diabetes informiert wird. ( )

Antonia Winkler achtet sehr auf eine gesunde Ernährung und isst selten mehr als eine Portion pro Mahlzeit. Diese Einschränkung verlangt ihr sehr viel Disziplin ab. Sie findet es schwierig, täglich so zu kochen, dass es allen Familienmitgliedern gut schmeckt und dabei auch mit ihrer Diät zu vereinbaren ist. ( ) Frustrierend ist es für sie, wenn sie feststellt, dass sie trotz dieser Entbehrungen nicht abnimmt und auch ihre Zuckerwerte hoch bleiben.

Das Interview wurde im Herbst 2010 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Antonia Winkler

Antonia Winkler bemerkte schon erste Anzeichen von Diabetes während ihrer Schwangerschaft.

Antonia Winkler benötigt nicht mehr als die von ihrer Krankenkasse finanzierten Teststreifen und fühlt sich zudem gut informiert durch diese.

Antonia Winkler berichtet ebenfalls von Problemen mit der Verdauung, die unter der Behandlung mit Metformin auftreten.

Antonia Winkler denkt ständig ans Essen. Beim Kochen richtet sie sich nach den Wünschen ihrer Familie. Sie möchte nicht für sich separat kochen.

Antonia Winkler erlebte den Herzinfarkt des Vaters als einen Wendepunkt.

Antonia Winkler findet es schwer, den passenden Arzt zu finden.

Antonia Winkler fühlt sich mit der Frage, ob sie anfangen muss zu spritzen von ihrer Hausärztin allein gelassen.

Antonia Winkler hat ihrer Familie erklärt, dass regelmäßige Mahlzeiten sehr wichtig für sie sind.

Antonia Winkler informierte sich selbst über Alternativen zu Metformin, bei dem sie unter den Nebenwirkungen litt. Ihr Vorschlag wurde durch die Ärztin umgesetzt.

Antonia Winkler ist frustriert, weil sie nicht an Gewicht verliert. Ihre Ärzte nehmen ihre Versuche nicht zur Kenntnis, sondern fordern, dass sie noch mehr abnimmt. Sie fühlt sich hierbei jedoch nicht von ihnen unterstützt.

Antonia Winkler misst zunächst ihren Blutzuckerwert, wenn sie Übelkeit oder ein Zittern feststellt. So kann sie entsprechend reagieren.

Antonia Winkler steht vor der Entscheidung von Tabletten auf Insulin umzustellen, was für sie sehr überraschend kam und vom Arzt nur wenig einfühlsam mitgeteilt wurde.

Antonia Winkler stößt oft auf Unverständnis, wenn sie bei Feierlichkeiten weniger isst und trinkt als die anderen. Auch wenn es ihr manchmal schwer fällt, versucht sie standhaft zu bleiben.

Antonia Winkler sucht sich viele Informationen selbst oder bekommt sie in der Selbsthilfegruppe. Sie findet, dass man von den Ärzten die wenigsten Informationen bekommt.

Antonia Winkler verdankt ihr Wissen über ihre Krankheit vor allem ihrer Selbsthilfegruppe. Diese motivierte sie auch, ihrem Verdacht auf Neuropathie nachzugehen.

Antonia Winkler wünscht sich von ihrer Krankenkasse zudem einen Patientenkoordinator. Hierzu gehört für sie auch die Einrichtung von Ärztezentren

Antonia Winklers Fragen können in der Selbsthilfegruppe kompetenter beantwortet werden als von ihrem Arzt.

Um sich abzusichern informierte Antonia Winkler ihre Nachbarschaft über ihren Diabetes.

Zunächst wollte Antonia Winkler ihre Neuropathie allerdings nicht wahr haben.

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