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Die Erfahrungen von Petra Thomas

Portrait Petra Thomas ist 32 Jahre alt und verheiratet. Seit die Projektmanagerin zwei Jahre zuvor die Diagnose Enddarmkrebs im dritten Stadium erhielt, hat sie zahlreiche Chemotherapien, Bestrahlungen und Operationen überstanden. Nach wie vor ist es ihr wichtig, das Leben aktiv zu gestalten. Daher hat sie mit der „Roten Hose“ eine Organisation gegründet, die über Darmkrebsvorsorge aufklärt.

Ein dreiviertel Jahr vor der Diagnose Enddarmkrebs fand Petra Thomas Blut in ihrem Stuhl. Jedoch habe sie sich keine größeren Sorgen gemacht und sei auch zunächst nicht zum Arzt gegangen. Als sie aber immer öfter zur Toilette musste und sich immer wieder Blut im Stuhl befand, entschied sie sich doch für einen Arztbesuch. Sie sei zunächst beruhigt worden: sie hätte Hämorrhoiden und für Krebs sei sie noch viel zu jung.

Petra Thomas erzählt, dass in diese Zeit auch ihre Hochzeit gefallen sei und sie schließlich erst ein halbes Jahr später mit schlimmen Beschwerden, Bauchkrämpfen, erhöhtem Stuhlgang und Blutpfropfen im Stuhl erneut ihren Arzt aufsuchte, der eine Probe einschickte. Die Diagnose Darmkrebs sei dann ein großer Schock gewesen, jedoch seien sie und ihre ganze Familie sehr gut von den Ärzten begleitet worden.

Noch vor der ersten Bestrahlung und Chemotherapie ließ sie sich Ovarien entnehmen. Bei diesem Eingriff seien auch die Eierstöcke höher gelegt worden, um sie vor der Unterleibsbestrahlung zu schützen, damit eine spätere Schwangerschaft möglich sein könne. Die Ungewissheit, ob sie einmal Kinder bekommen werden könne, macht Petra Thomas traurig.

Nach der ersten großen OP des Tumors, sei sie zunächst davon ausgegangen, alles gut überstanden zu haben und auch mit dem vorübergehenden künstlichen Darmausgang sei sie letztlich gut klar gekommen. Petra Thomas schildert, dass bei einer im weiteren Verlauf durchgeführten Routineuntersuchung, Metastasen in Leber und Lunge entdeckt worden seien. Dies sei ein weiterer großer Schock gewesen. Denn diese Diagnose habe eine Fortsetzung der zuvor unter großen Schmerzen erfahrenen Eingriffe und Behandlungen bedeutet. Sie berichtet, dass sie zusammenfassend betrachtet, innerhalb von fünfzehn Monaten, sieben Operationen, drei Chemotherapien, achtundzwanzig Bestrahlungen und zahlreiche Nebenwirkungen erfahren habe. Während der anschließenden Reha erhielt sie erneut einen Befund über weitere Metastasen, so dass die Behandlung weiter anhält

Petra Thomas konnte ihrem Beruf nicht mehr nachgehen und hatte aber den Wunsch, etwas aus ihrer Situation zu erschaffen, in dem sie einen Nutzen sehen könne. So kam ihr die Idee der „Roten Hose“ als Zeichen für Darmkrebspatienten. Mittlerweile hat sie einen Verein gegründet, weil sie möglichst umfassend über die Darmkrebserkrankung und Vorsorge - besonders schon bei jungen Menschen - aufklären möchte.

Sie schildert, wie glücklich sie über die Liebe und Unterstützung ihres Mannes, ihrer Familie und ihrer Freunde sei. Petra Thomas hat sich trotz aller Belastungen und Herausforderungen durch den Darmkrebs ihren Tatendrang und positiven Blick nach vorne bewahrt. Sie ist dankbar für das, was sie in ihrem Leben hat und bereits erleben durfte.

Das Interview wurde zu Beginn des Jahres 2015 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Petra Thomas

Petra Thomas ist es wichtig, dass ihr schmeckt, was sie isst.

Petra Thomas musste schnell einen Arzt finden, der sie operierte, damit später eine Schwangerschaft möglich ist.

Petra Thomas rät, sich Listen über Lebensmittel anzufertigen und auszuprobieren.

Für Petra Thomas ist es schwer, nicht zu wissen, ob sie schwanger werden kann.

Petra Thomas Familie ist immer an ihrer Seite, auch während der vielen Krankenhausaufenthalte.

Petra Thomas ist dankbar für ihr intensives Leben und für das, was sie bisher erleben durfte.

Petra Thomas findet, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss, um glücklich zu sein.

Petra Thomas kämpft dafür, dass Menschen auf eine frühe Vorsorge aufmerksam werden.

Petra Thomas half es, dass ihr Mann sich für ihr Stoma interessierte und es bei der Rückverlegung verabschiedete.

Petra Thomas bekam bei jeder Untersuchung wieder die schlechte Nachricht von neuen Metastasen.

Für Petra Thomas war die große Narbe auf dem Bauch schwer zu verarbeiten.

Petra Thomas will sich von ihrer Krankheit nicht beeinflussen lassen, sondern leben und trotzdem raus gehen.

Petra Thomas ist froh, in ihren Job wieder einsteigen zu können, wenn sie will.

Petra Thomas ist unsicher, ob sie lange genug in Deutschland gearbeitet hat, um finanziell abgesichert zu sein.

Petra Thomas verzichtet lieber auf Behandlungen und genießt ihre Freiheit.

Petra Thomas schaffte es, dass ihre behandelnden Onkologen sich für die Metastasentherapie absprechen.

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