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Portrait

Die Erfahrungen von Paul Reinauer

Paul Reinauer ist zum Zeitpunkt des Interviews 73 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Als er 54 Jahre alt war, wurde bei ihm ein Kolonkarzinom festgestellt. Heute ist Paul Reinauer Rentner. Zuvor arbeitete er als Handwerker und war im Betriebsrat tätig.

Paul Reinauer glaubte zunächst an Hämorrhoiden, als er über einen längeren Zeitraum Blut im Stuhl hatte. Schließlich suchte er einen Arzt auf, der ihm nach Entnahme einer Probe die Diagnose Darmkrebs mitteilte. Paul Reinauer schildert, dass diese Diagnose ein Schock für ihn war und er Angst bekam. Der Tumor wurde operativ entfernt und genauer untersucht. In der sich anschließenden zweiten Operation wurde ein endständiges Stoma gelegt. Da keine Lymphknoten befallen waren, wurde auf eine Bestrahlung und eine Chemotherapie verzichtet. Paul Reinauer berichtet von guten Erfahrungen mit den Ärzten im Krankenhaus.

In der Anschlussheilbehandlung konnte sich Paul Reinauer gut erholen und wurde von der Stomatherapeutin zur Darmspülung angeleitet, die er bis heute regelmäßig durchführt. Nachdem er sich vollständig von der Operation erholt hatte, nahm er seine Berufstätigkeit wieder auf. Ab und zu erleidet er Koliken, die er als unangenehm und schmerzhaft beschreibt.

Paul Reinauer erklärt, dass das Stoma für ihn keine Einschränkung darstellt. Da er die Darmspülung durchführt, ist er in der Regel zwei Tage lang stuhlgangfrei. Er fühlt sich frei, geht heute noch zwei Mal in der Woche rudern und nimmt an mehrtägigen Ruderfahrten teil. Außerdem singt er in einem Kirchenchor, was ihm viel Freude bereitet. Auch seine Frau ist ihm eine große Stütze.

Paul Reinauer ist in der Selbsthilfe sehr engagiert. Bis vor einem Jahr besuchte er andere Betroffene im Krankenhaus, da er selbst die Erfahrung gemacht hatte, dass ein derartiges Gespräch sehr hilfreich sein kann. Die vierteljährlich erscheinende Broschüre der ILCO findet er ebenfalls gut, da sie seiner Meinung nach viele Informationen über das Stoma bereithält.

Wie Paul Reinauer berichtet, sei der Darmkrebs für ihn in seinem Leben bereits in den Hintergrund gerückt, da er seither noch andere schwere Erkankungen durchstehen musste.

Das Interview wurde im Frühjahr 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Paul Reinauer

 

Für Paul Reinauer entschieden die Ärzte, dass keine Chemotherapie und keine Bestrahlung verabreicht wurde.

Paul Reinauer wusste damals nicht um die Möglichkeit einer Zweitmeinung.

Paul Reinauer hat nur schlechte Erfahrungen mit psychologischen Angeboten gemacht.

Paul Reinauer findet, dass man als Patient auf sich allein gestellt ist.

Paul Reinauer kam wieder auf die Beine und war froh, dass er auch in Ruhe gelassen wurde.

Paul Reinauer versuchte, Ärger zu vermeiden und sein Leben positiv zu gestalten.

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