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Die Erfahrungen von Jan Holgersson

Portrait Zum Zeitpunkt des Interviews ist Jan Holgersson 59 Jahre alt. Er lebt zusammen mit seinem Sohn. Der gelernte Schreinermeister bekam im Alter von 55 Jahren die Diagnose Darmkrebs. Seither hat sich viel in seinem Leben verändert.

Jan Holgersson litt über ein halbes Jahr hinweg dauerhaft an Durchfall. Diese Anzeichen, so berichtet er, nahm er aber nicht ernst und ging erst zu seinem Hausarzt, als die Symptome sich verschlimmerten. Bei der Diagnostik in einer Klinik fand sich Darmkrebs. Bei dieser Mitteilung dachte er zunächst, dies sei das Ende seines Lebens.

Die Behandlungen und die Genesungszeit verliefen relativ gut. Zunächst fand eine Bestrahlungstherapie statt, um den Tumor zu verkleinern, damit Jan Holgersson anschließend operiert werden konnte. Von dieser Bestrahlung und den späteren mehrfachen Chemotherapien zeigten sich kaum Nebenwirkungen, der Umgang mit dem Port war jedoch komplikationsbehaftet. Der Verlust des Rektums kam für Jan Holgersson anfänglich nicht in Frage. Er machte sich jedoch klar, dass ein Leben mit ständiger Inkontinenz noch schlimmer wäre, so dass er sich schließlich bewusst für einen künstlichen Darmausgang entschied. Mit dem Stoma kann er inzwischen gut umgehen. Als gute Alternative zum Umgang mit dem Beutel führt er morgens eine Darmspülung durch, so dass er dann seinen Tag frei gestalten kann.

Jan Holgersson empfindet nur wenige Einschränkungen. So musste er seine Ernährung nicht umstellen, fand wieder zu alten Hobbys wie z.B. dem Motorradfahren und lebt heute viel bewusster. Allerdings kann er seinen Beruf nicht mehr ausüben, da er weder schwer heben noch lange sitzen kann. Jan Holgersson erhält deshalb eine Erwerbsminderungsrente.

Starken Rückhalt erfuhr er durch seine Familie. Besonders hilfreich waren für ihn die vielen Gespräche mit seiner Schwester, die ihn als Krankenschwester gut beraten konnte, zumal sich Jan Holgersson von den Ärzten schlecht aufgeklärt fühlte. Sein Freundeskreis hat sich reduziert, jedoch findet er, dass er damit auch freier entscheiden könne, mit wem er seine Zeit verbringen wolle.

Jan Holgersson sieht durch die Krankheit eine positive Veränderung in seinem Leben. Er erzählt, dass er durch die Krankheit gereift sei und eine neue Freiheit bekommen habe, sich mehr Zeit für alles zu nehmen. Er habe einen anderen Blick auf viele Dinge bekommen, könne manches gelassener sehen und lebe mit mehr Lebensqualität als zuvor.

Das Interview wurde im Winter 2012 /2013 durchgeführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Jan Holgersson

 

Jan Holgersson vermutet, dass das Zusammenspiel von Alkohol und Stress verantwortlich sein könnte.

Jan Holgerssons Sexualität ist seit der Operation beeinträchtigt; er fand keine Unterstützung beim Urologen.

Jan Holgersson machte bei Krankheitsbeginn sein Testament und ist so zufrieden wie nie zuvor mit seinem Leben.

Jan Holgersson sieht die positiven Erkenntnisse aus der Krankheit darin, bewusster und zufriedener zu leben.

Jan Holgersson rät, einen klaren Kopf zu behalten und den Partner mit einzubeziehen.

Jan Holgersson wünscht sich, dass bei der Diagnosestellung jemand für einen da ist und sich Zeit nimmt.

Jan Holgersson hat sich vorgetastet und kann alles essen.

Jan Holgersson möchte nicht mehr mit Beutel rumlaufen müssen.

Jan Holgersson möchte nicht den starken Mann spielen und zieht die Betäubung vor.

Jan Holgersson war es wichtig, sein Rektum nicht zu verlieren.

Jan Holgersson fand das Personal sehr positiv und hatte überhaupt keine Schmerzen.

Jan Holgersson ging offen mit seiner Erkrankung um, um Geschwätz zu vermeiden.

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