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Die Erfahrungen von Emil Groh

Portrait Emil Groh ist zum Zeitpunkt des Interviews 56 Jahre alt. Eineinhalb Jahre zuvor wurde bei ihm ein Rektumkarzinom im Endstadium mit Metastasen in Lunge und Leber diagnostiziert. Der gelernte Bauzeichner arbeitete zuletzt als Kurierfahrer. Er wohnte allein in einer behindertengerechten Wohnung. Seine Tochter, die im höheren Schulalter ist, lebt bei ihrer Mutter.

Emil Groh beschreibt, dass er zuerst über Blut im Stuhl und eine hohen Gewichtsverlust auf die Krankheit aufmerksam wurde. Blutuntersuchungen beim Hausarzt führten dann zu einer Einweisung ins Krankenhaus und einer gründlichen medizinischen Abklärung. Eine Darmspiegelung zeigte einen großen Tumor im Enddarm. Nach einer fünftägigen Bestrahlung wurde Emil Groh operiert. Anschließend begann die Chemotherapie.

Emil Groh erzählt, dass während der Chemotherapie mehrmals Komplikationen auftraten, die zu längeren Unterbrechungen der Behandlung führten. Nach einiger Zeit mussten die Ärzte feststellen, dass die Chemotherapie bei Emil Groh nicht angeschlagen hatte. Das bedeutete, dass er an seinem Krebs bald sterben würde. Eine genaue Zeitangabe konnten die Ärzte nicht machen.

Emil Groh erzählt, dass er daraufhin psychisch in ein tiefes Loch gefallen sei. Hilfe bekam er dabei durch eine Psychologin, Gruppengespräche und Mitpatienten in einer Rehabilitationsklinik sowie später auf einer Palliativstation. Die Gespräche mit der Psychologin halfen ihm vor allem, damit umzugehen, dass er seine Zukunft und auch die seiner Tochter und spätere Enkelkinder nicht mehr erleben werde. Ein Mitpatient habe ihm viele Tipps gegeben und ihm etwas Lebensfreude zurückgebracht.

Emil Groh beschreibt, dass es für ihn trotzdem sehr schwer sei, seine Situation weitestgehend allein bewältigen zu müssen. Er habe die Erfahrung gemacht, dass es für andere Leute schwierig war, mit ihm über sein bevorstehendes Sterben zu sprechen. Deshalb möchte er Bekannte und Angehörige damit nicht belasten.

Emil Groh betont, dass er trotz allem eine positive Einstellung habe. Trotz fortschreitender körperlicher Einschränkungen ist es ihm wichtig, möglichst viele Dinge selbst zu erledigen. Eine große Freude sei für ihn das Malen. Dann sei er voll konzentriert, habe keine Schmerzen und könne die Krankheit vergessen. Besondere Freude mache es ihm auch, Pflanzen blühen und gedeihen zu sehen.

Emil Groh beschreibt, dass er mit Gott hadere, aber ihm die Vorstellung eines Schöpfers dennoch Trost gebe.

Emil Groh sagt, dass er im Hinblick auf das bevorstehende Sterben zufrieden sei mit dem, was er erlebt habe. Er äußert sich froh darüber, dass es Hospiz-Einrichtungen gibt, in denen man seine letzte Lebenszeit verbringen kann. Diese Möglichkeit möchte er auch wahrnehmen. Emil Groh möchte andere Menschen dazu ermutigen, bei der Vorbereitung auf das eigene Sterben jede Hilfe anzunehmen. Emil Groh verstarb im Frühjahr 2013 in einem Hospiz.

Das Interview wurde im Herbst 2012 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Emil Groh

 

Für Emil Groh ist es wichtig, dass der Arzt zuerst an sich denkt, auch wenn sein Engagement den Patienten hilft.

Emil Groh denkt: Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zu Ende ist, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen setzen.

Emil Groh empfand die Mitteilung seines Arztes als brutal.

Emil Groh ist es wichtig, sich auf das Sterben vorzubereiten.

Emil Groh hat der Aufenthalt auf einer Palliativstation sehr geholfen.

Emil Groh ist froh, dass es Hospize gibt und er kann sich vorstellen dort zu sterben.

Emil Groh beschreibt, dass die Wartezeiten sehr lang waren und man sein Leben danach richten muss.

Emil Groh machte gute Erfahrungen mit Fußreflexzonenmassage.

Emil Groh versucht noch herauzuzuögern, auf externe Hilfe wie einen Pflegedienst angewiesen zu sein.

Emil Groh musste sehr kämpfen, damit große Rechnungen nicht an ihm hängen blieben.

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