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Portrait

Die Erfahrungen von Clara Ott

Clara Ott ist zum Zeitpunkt des Interviews 75 Jahre alt. Sie ist geschieden und hat drei Kinder. Schon früh erkrankte sie an Colitis ulcerosa. Mit 49 Jahren wurde dann ein Rektumkarzinom diagnostiziert. Nach etlichen Komplikationen bekam sie schließlich ein Dünndarmstoma, was ihr große Schwierigkeiten bereitete. Durch eine spezielle Ernährungsanpassung kann sie damit wieder gut leben. Aufgrund ihrer Erkrankung wurde sie frühberentet.

Nachdem bei Clara Ott mit 25 Jahren eine Colitis ulcerosa entdeckt wurde, ging sie zu regelmäßigen Untersuchungen. Im Alter von 49 Jahren wurde nach mehreren Untersuchungen ein Rektumkarzinom festgestellt. Ihr Arzt traute sich erst nicht, ihr den Verdacht mitzuteilen, so dass die Diagnose ein großer Schock für Clara Ott war, nachdem sie bereits eine Brustkrebserkrankung durchgestanden hatte.

Zunächst wurde Clara Ott operiert, wobei ein Dickdarmstoma angelegt werden musste. Im Verlauf musste dann aufgrund des voranschreitenden Dickdarmkrebses in drei weiteren Operationen der gesamte Dickdarm entfernt und ein Dünndarmstoma angelegt werden.

Im Umgang mit dem Dünndarmstoma musste sie viel Geduld aufbringen. Wegen etlicher Darmverschlüsse verbrachte sie immer wieder lange Zeiten im Krankenhaus, so dass ein normaler Alltag und normales Essen nicht mehr möglich waren. Von ärztlicher Seite wurde ihr lediglich vermittelt, sie müsse sich damit abfinden, nur ganz wenig und ausgewählte Lebensmittel essen zu können. Die Darmverschlüsse häuften sich nach dem Essen von Obst und Gemüse. Nach einigen Jahren fing sie an, kleine Portionen von 50g abzuwiegen. Als nach dem Verzehr keine weiteren Reaktionen erfolgten, steigerte sie die Menge zuerst alle 14 Tage, später wöchentlich. Nur weil sie ganz langsam minimale Portionen ihres Essens ausweitete und sich langsam herantastete, schaffte sie es, dass sie mittlerweile seit drei Jahren auch größere Portionen an Obst und Gemüse essen kann, ohne dass es zum Darmverschluss kommt.

Während es ihr Anfangs schwer fiel, schafft sie es heute sogar mit dem Dünndarmstoma schwimmen zu gehen. Unterstützung braucht sie so gut wie keine mehr. Selbst von Reisen um die ganze Welt ließ sie sich nicht abbringen.

Ihr Familienleben war durch den Darmkrebs stark beeinflusst. Ihr Mann konnte sich mit ihrem Stoma nicht abfinden und verließ sie kurz nach der Diagnose wegen einer jüngeren Frau. Die Zeit war für Clara Ott sehr mühsam und kräftezehrend. Ihre Kinder waren schon erwachsen. Grundsätzlich spricht sie mit ihren Kindern nicht gerne über ihre Krankheit, weil sie nicht möchte, dass diese sich Sorgen um sie machen.

Clara Ott wurde nach der Diagnose frühberentet, was sie zuerst als furchtbar empfand. Daher arbeitete sie noch einige Jahre in Teilzeit weiter in ihrem Beruf als Sachgebietsleiterin für Lohn- und Arbeitsrecht.

Als hilfreich empfindet Clara Ott ihre Selbsthilfegruppe. Dort hat sie viele Freundschaften geschlossen und unternimmt viel mit ihrer Gruppe. Wichtig ist ihr vor allem, ihre Erfahrung mit der Ernährungsanpassung an das Dünndarmstoma an andere Betroffene weiterzugeben. Sie freut sich über jeden Tag, an dem es ihr gut geht und versucht stets positiv zu denken.

Das Interview wurde im Frühjahr 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Clara Ott

 

Bei Clara Ott wurde etwas im Darm bei der Operation vergessen, deshalb musste sie notfallmäßig nachoperiert werden.

Clara Ott stellte klar, dass es sich um ihren eigenen Körper handele und sie deshalb einbezogen werden wolle.

Clara Ott möchte, dass es lustig in der Familie zugeht und redet nicht oft über ihre Krankheit.

Obwohl zu DDR-Zeiten die Stomaversorgung schlecht war, ließ Clara Ott sich nicht vom Reisen abhalten.

Clara Ott findet, dass ihr Leben durch die vielen Kontakte reicher geworden ist.

Clara Ott hatte Probleme mit Darmverschlüssen, konnte diese aber allmählich lösen.

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