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Schmerzen dokumentieren

Um ihre Schmerzen dokumentieren zu können, benutzten viele unserer Erzählerinnen und Erzähler einen Schmerzkalender oder ein Schmerztagebuch. Meist erhielten sie die Aufforderung und Anleitung durch einen Schmerztherapeuten oder in einer Schmerzklinik. Einige kamen jedoch auch über das Internet oder eine der Schmerzgesellschaften dazu. Die Methoden, das Tagebuch zu führen, waren in Aufwand und Anspruch sehr unterschiedlich. Sie reichten von stündlicher Dokumentation mit allen Einzelheiten der Befindlichkeit und der Umstände bis hin zu einfachen Kalendern, in denen man täglich nur anzeigte, ob Schmerzen aufgetreten waren oder nicht.

Die meisten betonten, dass das Führen des Schmerztagebuchs für sie interessant sei und eine gewisse Bedeutung habe, um sich über Art und Häufigkeit des Schmerzes und seines Wandels über die Zeit hinweg im Klaren zu werden. Einige meinten auch, dass das Gedächtnis allein nicht genüge, um die Schmerzverläufe zu erkennen. 

Brigitte Obrist findet das Schmerztagebuch eine wichtige Ergänzung zu ihrer eigenen Wahrnehmung. 

 Eine wichtige Funktion hatte das Schmerztagebuch in der Begegnung mit Ärzten. Hier konnte schnell kommuniziert werden, wie der Schmerz verlief und wie die Wirkungen therapeutischer Maßnahmen waren. Einige meinten auch, es zeige, dass man als Schmerzpatient zur Mitarbeit bereit sei. Manchmal musste es als Auflage der Krankenkasse geführt werden, um zum Beispiel überprüfen zu können, ob bestimmte Therapieverfahren erfolgreich waren.

Volker Baumann hilft das Schmerztagebuch, zu zeigen, wie die Therapien wirken und die guten Zeiten mehr herauszustreichen

Andere Erzähler waren den Schmerztagebüchern gegenüber eher skeptisch, weil sie befürchteten, dass der Schmerz dadurch eine noch größere Rolle im Leben bekomme und man sich hineinsteigern könne. 

Anna Wagner wollte sich nicht nur noch mit dem Schmerz beschäftigen und warf das Schmerztagebuch weg

Maria Schmitz erzählt, wie sie sich seit einiger Zeit auf ein sehr einfaches Schmerztagebuch beschränkt, um nicht immer damit beschäftigt zu sein

Christoph Scholz hatte Nachteile davon, als er in der Klinik ein Schmerztagebuch führte

Häufig benutzten unsere Gesprächspartner auch während des Erzählens im Interview eine Schmerzskala von 1 bis 10, um die Stärke ihrer Schmerzen und die Veränderungen durch Umstände oder Medikamente zu vermitteln. Nicht alle konnten sich jedoch anfreunden mit der Vorgabe der schmerztherapeutischen Institutionen, Schmerzen in Zahlen, vorgegeben Rastern und Fragebögen auszudrücken und fanden dies missverständlich und einengend. Anna Wagner  kritisiert, dass eine Zahl auf der Schmerzskala ohne Bezugssystem in der Luft hängt und jeder sich etwas anderes darunter vorstellen kann.

Beate Schulte hat ein großes Problem damit, ihre Schmerzen auf einer Skala einzuordnen

Christoph Scholz versuchte, den Schmerzfragebogen angemessen zu differenzieren, stieß damit aber bei der Klinik auf Ablehnung

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