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Die Erfahrungen von Martin Sander

Portrait Martin Sander ist 50 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter. Seit einer Sprunggelenksverletzung und einer sich anschließenden Thrombose leidet er an starken Schmerzen im ganzen Körper. Er ist Leiter einer Selbsthilfegruppe und arbeitet seit seiner Erkrankung als Psychotherapeut.

1999 erlitt Martin Sander einen Sehnenabriß am Sprunggelenk. Nach der Operation spürte er Schmerzen, die er lange Zeit auf muskuläre Ursachen zurückführte. Wie sich bei einer notfallmäßigen Einlieferung in das Krankenhaus heraus stellte, waren die Schmerzen jedoch Folgen eines postthrombotischen Syndroms, die durch keine Behandlung in den Griff zu bekommen waren. Aufgrund der daraus resultierenden Fehlhaltungen entwickelten sich weitere Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat. Nach mehreren Klinikaufenthalten ließ er sich schließlich von einem Spezialisten auf dem Fachgebiet der Angiologie aufklären und medikamentös behandeln, so dass er mittlerweile mit dem Schmerz umgehen kann.

Seine berufliche Tätigkeit in leitender Funktion hat Martin Sander aufgrund seiner Schmerzsymptomatik aufgegeben. Um eine Erwerbsminderungsrente zu erreichen musste er eine Vielzahl von Gutachteruntersuchungen über sich ergehen lassen, mit deren Ergebnissen er unzufrieden war, da er die meist fachfremden Gutachter nicht als kompetent erlebte.

Heute ist Martin Sander selbstständig als Therapeut tätig. Dies gibt ihm die Möglichkeit, seine Arbeitszeit flexibel zu gestalten. Außerdem haben ihm die Eigentherapiestunden in der therapeutischen Weiterbildung geholfen, vieles seiner eigenen Geschichte aufzuarbeiten. Da er mit vielen Schmerzpatienten arbeitet, profitiert er dabei auch von seinen eigenen Erfahrungen.

Zu Beginn seiner Schmerzerkrankung führte Martin Sander Schmerztagebücher. Mittlerweile hat er sie jedoch aufgegeben, weil er findet, dass der Fokus dabei zu sehr auf dem Schmerz liegt. Wichtiger ist für ihn die Akzeptanz des Schmerzes. Er ist sich sicher, dass er den Schmerz sein Leben lang behalten wird. Neben der medikamentösen Einstellung, die er genau an seine Beschwerden anzupassen gelernt hat, hilft ihm die Selbsthypnose. Mit ihr erzeugt er eine tiefe Entspannung und hilfreiche Bilder.

Kulturelle Aktivitäten kann Martin Sander nur unternehmen, wenn er dabei sein Bein bewegen kann. Deshalb sind lange Autofahrten auch nur noch mit Unterbrechungen möglich.

Martin Sander richtet seinen Fokus auf freudvolle Erfahrungen in seinem Leben. Sein Freundeskreis hat sich zwar durch seine Schmerzerkrankung verkleinert, doch haben sich seine bestehenden Freundschaften vertieft. Auch seine Frau unterstützt ihn sehr, und seine Kinder sind durch die neuen Aufgabenverteilungen früher selbständig geworden. Als Leiter einer Selbsthilfegruppe engagiert er sich für die Belange von Schmerzpatienten.

Das Interview wurde im Sommer 2010 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Martin Sander

Für Martin Sander ist Akzeptanz sehr wichtig.

Für Martin Sander war es wichtig, die Entstehung seiner Erkrankung aufzuarbeiten.

Martin Sander appelliert an die Ärzte, sich auf das Multimodale Konzept einzulassen.

Martin Sander berichtet von sehr schlechten Erfahrungen mit fachlich nicht einschlägigen Gutachtern.

Martin Sander empfiehlt, selbst die Krankheit zu managen.

Martin Sander erzählt, dass die Familie ihm aus dem Weg geht, wenn er starke Schmerzen hat.

Martin Sander erzählt von seiner hilfreichen Methode der Selbsthypnose.

Martin Sander freut sich über die Kommunikation „auf Augenhöhe“ mit seinem Hausarzt.

Martin Sander rät allen, die Medikamente offen mit den Ärzten abzusprechen, womit er selbst sehr gute Erfahrungen gemacht hat.

Martin Sander schildert, was er an seiner Selbsthilfegruppe schätzt.

Martin Sander steigerte seine Medikamentendosis extrem, bis er mit einer Schmerzspezialistin bessere Lösungen ausprobieren konnte.

Martin Sander wäre zufrieden, wenn der Stand so bliebe und er weiter seinen Beruf ausüben könnte.

Martin Sander wird arbeitsunfähig, wenn die Nebenwirkungen zu stark werden.

Martin Sander wurde ein jährlicher Reha-Aufenthalt nahegelegt. Das hält er nicht für sinnvoll.

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