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Portrait

Die Erfahrungen von Marion Zimmermann

Marion Zimmermann ist 56 Jahre alt, verheiratet und arbeitet als Lehrerin.
Seit 20 Jahren leidet sie an Migräne. Sie hat schon einiges an Behandlungen ausprobiert, leider half alles aber nur kurzfristig.

Als die Migräne vor 20 Jahren bei Marion Zimmermann begann, hatte sie 2 Attacken pro Jahr. Damals gab es noch nicht die Medikamente, die es heute gibt, und sie mußte die Schmerzen einfach ertragen, da die normalen Schmerzmittel häufig nicht halfen.

Vor zehn Jahren verschrieb ihr dann ein Schmerztherapeut Triptane. Auf diese sprach sie sehr gut an, leider nahm seitdem aber die Häufigkeit der Attacken sehr zu, so dass sie heute 8-10 Attacken pro Monat hat. Marion Zimmermann vermutet, dass das am beruflichen Stress lag, den sie damals hatte. Die Häufigkeit ist jedoch über die Jahre immer weiter angestiegen. Mit Medikamenten kann Marion Zimmermann heute die Schmerzspitzen kappen, sie kann die Attacken aber nicht verhindern. Sie hat gemerkt, dass sie während der Attacken eher unruhig ist, „geistert“ dann in der Wohnung herum und versucht sich, mit leichten Tätigkeiten abzulenken.

Marion Zimmermann erzählt, dass sie sich sehr zurückgezogen hat von Freunden und Bekannten, weil es ihr unangenehm ist, aufgrund der Migräne immer wieder absagen oder früher gehen zu müssen. Durch die Erkrankung sind sie und ihr Mann jedoch enger zusammengewachsen.

Marion Zimmermann hat schon sehr viele verschiedene Behandlungen ausprobiert, neben verschiedenen Medikamenten auch Akupunktur, Massagen, Entspannungstechniken sowie eine psychosomatische Behandlung. Manches scheint kurzzeitig zu helfen, aber nichts längerfristig, was sehr frustrierend ist. Sie war schon bei vielen Ärzten, immer voller Hoffnung, aber zunehmend macht sie der Misserfolg depressiv und nimmt sie psychisch sehr mit.

Marion Zimmermann hofft, irgendwann mal die Auslöser der Migräne-Attacken zu identifizieren. Dass sie die Migräne nicht steuern kann, macht sie manchmal wirklich wütend. Sie versucht über einen sehr geregelten Tagesablauf und gesunde Ernährung die Migräne in den Griff zu kriegen. Dadurch leidet aber auch die Lebensqualität, weil sie alles vermeiden möchte, was eine Attacke auslösen könnte. Manchmal fragt sich Marion Zimmermann, ob sie nicht lieber ganz exzessiv leben sollte, da sie dann wenigstens wüßte, woher die Attacken kommen.

Zum Zeitpunkt des Interviews ist Marion Zimmermann krank geschrieben, da die Attackenhäufigkeit so stark zunahm, dass sie ihrem Beruf als Lehrerin nicht mehr nachgehen kann. Sie plant eine Wiedereingliederung in den Beruf, ist jedoch unsicher, ob sie es schaffen wird oder ob für sie eine Pensionierung besser wäre.

Durch die Krankheit kommt Marion Zimmermann momentan wieder mehr zum Lesen. Das tut ihr sehr gut und gibt ihr das Gefühl, auch geistig weiter zu kommen.

Das Interview wurde im  2009 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Marion Zimmermann

Marion Zimmermann fühlt sich oft ohnmächtig, weil die Migräne nicht kontrollierbar ist.

Marion Zimmermann ist den Medikamenten dankbar, gleichzeitig sind sie ihr aber auch unheimlich wegen der Nebenwirkungen.

Marion Zimmermann wurde von einem Klinikteam aufgefordert, trotz akuter Migräneattacke an allen Angeboten teilzunehmen.

Marion Zimmermann hilft manchmal der „naive“ Glaube, es wird schon besser werden.

Marion Zimmermanns Krankenkasse war nicht bereit, den Aufenthalt in einer spezialisierten Migräneklinik zu bezahlen.

Bei Marion Zimmermann half die Vorbeugung mit Betablockern etwa ein halbes Jahr lang.

Marion Zimmermann verspricht sich etwas davon, Qi Gong auszuprobieren.

Marion Zimmermann wünscht sich, dass die Migräneattacken weniger häufig auftreten.

Marion Zimmermann sucht nach einem Arzt, der neben der Symptombehandlung auch mit ihr zusammen nach den Auslösern der Migräne sucht.

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