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Portrait

Die Erfahrungen von Jörg Ziegler

Jörg Ziegler ist 55 Jahre alt, lebt mit seiner Partnerin zusammen und hat zwei fast erwachsene Kinder. Seit er 2008 an Fibromyalgie erkrankte, kann er seinen Beruf als Zahntechniker nicht mehr ausüben.

Jörg Ziegler beschreibt, dass seine Schmerzerkrankung begann wie eine gewöhnliche Grippe. Er hatte Gliederschmerzen und fühlte sich schlapp. Die Schmerzen nahmen jedoch vor allem im Rücken immer weiter zu. Schließlich weiteten sie sich auf die ganze rechte, dann auf die linke Körperhälfte aus, ohne dass eine ärztliche Diagnose gestellt werden konnte.

Zunächst musste er bei der Arbeit vermehrt Pausen machen, bis Stehen und Sitzen auch für kurze Zeit nicht mehr möglich waren. So war er schließlich gezwungen, aus seinem Beruf, den er sehr gerne und intensiv ausübte, auszuscheiden. 2001 war Jörg Ziegler bereits einmalig an Krebs erkrankt und hatte in dieser belastenden Zeit auch unter psychischen Problemen gelitten. Nachdem er nun seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte, wurden auch diese depressiven Gefühle wieder aktuell. In dieser Situation beschloss er, einen Arzt aufzusuchen und die Ursache der Schmerzen zu finden. Zu seiner großen Erleichterung bestätigte sich der Verdacht einer erneuten Krebserkrankung nicht. Nach vielen Untersuchungen bei verschiedenen Ärzten wurden auch andere mögliche Diagnosen ausgeschlossen, so dass letztendlich in einer Schmerzklinik die Diagnose Fibromyalgie gestellt wurde.

Viele Medikamente, die Jörg Ziegler ausprobierte, gingen für ihn oft mit unerträglichen Nebenwirkungen einher. Mit der medikamentösen Einstellung mit Morphin und Antidepressiva ist er noch nicht ganz zufrieden, da er empfindet, dass die Medikamente nur die Schmerzspitzen eindämmen. Alternative Versuche wie Akupunktur und Krankengymnastik halfen nur sehr kurzfristig.

Mit vielen schmerzbedingten Veränderungen musste sich Jörg Ziegler inzwischen abfinden. Körperlich belastende Hobbies wie Fahrrad fahren oder Gartenarbeit kann er nicht mehr ausüben. Auch in der Partnerschaft hat sich durch seine Erkrankung vieles geändert. Seine Partnerin und er mussten die Aufgaben neu verteilen und seine Frau muss viel Rücksicht nehmen.

Wenn die Schmerzen besonders stark sind, muss sich Jörg Ziegler hinlegen. Wärme führt in solchen Phasen zu einer kurzfristigen Schmerzlinderung.

Jörg Ziegler hat erlebt, dass es ihm besonders hilft, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Bei einem Aufenthalt in der Schmerzklinik hat er so erfahren können, dass er mit seiner Krankheit nicht alleine ist. Nun möchte er sich auch ambulanten Selbsthilfegruppen in seiner Nähe anschließen. Außerdem sind seine guten Freunde eine große Stütze für Jörg Ziegler. Sie lenken ihn ab und haben Verständnis für seine Situation.

Das Interview wurde im Herbst 2009  geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Jörg Ziegler

Für Jörg Ziegler waren Physiotherapie und Wärmebehandlungen sehr angenehm, halfen aber nur kurzzeitig.

Jörg Ziegler wünscht sich, dass die Ärzte sich um die Schmerzen kümmern und niemanden als Simulanten abstempeln.

Jörg Ziegler versucht, die Krankheit zu akzeptieren und damit zu leben, da die Ärzte ihm gesagt haben, dass es nichts gibt, was diese heilt.

Jörg Ziegler sieht sich als Kämpfer. Er sagt sich: irgendwann werde ich es schaffen.

Jörg Ziegler versucht, mit einem Medikamentencocktail zu erreichen, dass sich die Nebenwirkungen etwas aufheben.

Bei Jörg Ziegler nimmt das Morphium zwar nur wenig von den Schmerzen, ermöglicht ihm aber immerhin zu schlafen.

Jörg Ziegler machte die Erfahrung, dass die Mitpatienten verstehen, wie es einem geht.

Jörg Ziegler ist von Arzt zu Arzt gegangen, keiner konnte eine richtige Diagnose stellen.

Jörg Zieglers Freunde stehen zu ihm.

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