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Portrait

Die Erfahrungen von Inge Meyer

Inge Meyer ist 65 Jahre alt. Vor ihrer Berentung vor 20 Jahren war sie als Lehrerin tätig. Sie leidet seit ihrem zehnten Lebensjahr an Hüftgelenksschmerzen, die durch eine Operation verursacht wurden. Seitdem ist sie gehbehindert und auf Hilfsmittel angewiesen. Sie erfährt aus ihrem Umfeld viel Unterstützung.

Die Ursachen für Inge Meiers Schmerzen liegen in ihrem zehnten Lebensjahr. Damals wurden ihre Hüftgelenke operativ versteift, weil man die Gelenke aufgrund der fälschlich gestellten Diagnose einer Knochentuberkulose zum Ausheilen ruhig stellen wollte. Die Operation führte zu Fehlstellungen und einer Gehbehinderung, die sie schon als Kind schwer einschränkten und zeitweilig vom Rollstuhl abhängig machten.

Ihre Familie und die Schulkameraden unterstützten sie jedoch sehr, so dass sie sich nicht benachteiligt fühlte. So konnte sie, wenn auch mit großer zeitlicher Verzögerung, eine Ausbildung zur Lehrerin machen. Ihr Beruf bereitete ihr viele Jahre lang große Freude. Als die Schmerzen durch die Fehlstellungen so zunahmen, dass sie sich nur noch unter großer Mühe mit zwei Stöcken oder in einem Rollstuhl fortbewegen konnte, veranlaßte ein Orthopäde ihre Berentung. Durch den Wegfall des Berufs fiel sie zunächst in ein tiefes Loch, während dessen es ihr körperlich und psychisch sehr schlecht ging. Nach etwa zwei Jahren hatte sie sich jedoch aus eigenen Kräften wieder gefangen. Auch in den letzten Jahren wurden nochmals Korrektur- und Gelenkersatzoperationen vorgenommen, die jedoch die Schmerzen nicht lindern konnten.

Als Ersatz für die Arbeit begann sie sich nach einer neuen sinnvollen Tätigkeit umzuschauen, die sie trotz ihrer Bewegungseinschränkung ausüben kann. Dies gelang ihr mit der Bearbeitung von Photos und Videos im Computer. Diese Fähigkeiten setzt sie nun für ihre Bekannten und Freunde ein. Die Menschen ihres Freundeskreises, die eine sehr wichtige Rolle in ihrem Leben spielen, unterstützen sie ihrerseits sehr bei den alltäglichen Dingen, die sie nicht mehr selbst erledigen kann.

Inge Meyer empfindet es als hilfreich, nicht über ihre Schmerzen nachzudenken und mit ihnen zu hadern, sondern sich ihr Leben mit Willensstärke und Optimismus ganz bewußt so einzurichten, dass sie so weit wie möglich unabhängig ist und immer das Beste aus ihrer Situation machen kann. Sie besitzt viel Erfahrung mit den verschiedensten therapeutischen Möglichkeiten und Übungen, mit denen sie sich immer wieder gut helfen kann. Besonders wichtig ist es für sie, beweglich zu bleiben, und sie kann ihren Alltag mit vielen Hilfsmitteln gut bewältigen.

Das Interview wurde im Sommer 2009 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Inge Meyer

Inge Meyer hilft es, sich zur Ablenkung auf Arbeiten am Computer zu konzentrieren oder an den nahe gelegenen See zu fahren.

Inge Meyer schildert, wie sie dank technischer Hilfsmittel trotz Rollstuhlabhängigkeit selbständig Auto fahren kann.

Inge Meyer kann sich im Haushalt trotz Rollstuhl und Stöcken mit einfachen Geräten helfen.

Inge Meyer möchte anderen die Erfahrung ersparen, dadurch isoliert zu werden, dass man seine Launen an andere weiter gibt.

Inge Meyers Rat lautet, nicht mit den Schmerzen zu hadern oder sich deshalb schuldig zu fühlen, sie vielmehr so anzunehmen, wie sie sind.

Inge Meyer findet es wichtig, dass in der Schmerzbehandlung der Mensch mit Körper und Psyche als Ganzes gesehen wird.

Inge Meyer fiel nach der Berentung in ein tiefes Loch mit Ängsten.

Inge Meyer möchte ihr Leben weiterhin selbst gestalten können.

Inge Meyer hilft es nicht, zu fragen, was wäre, wenn es anders gelaufen wäre.

Inge Meyer wollte auf keinen Fall zu einem Therapeuten. Das motivierte sie, selbst etwas zu ändern.

Inge Meyer ärgert sich, dass sie um ganz viel betteln und kämpfen muss, obwohl sie schon viel selbst bezahlt.

Inge Meyer ist kein Freund von Schmerzmitteln und findet, dass sie die Schmerzen auch mal aushalten muss.

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