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Die Erfahrungen von Franz Albrecht

Portrait Franz Albrecht ist 67 Jahre alt, pensionierter Sozialarbeiter und arbeitet als Märchenerzähler. Im Alter von etwa vierzig Jahren traten bei ihm starke Spannungskopfschmerzen auf, die nach zehn Jahren anhaltender Symptome mit der Aufgabe der Arbeitstätigkeit verschwanden. Im Rentenalter stellten sich starke Muskel- und Gelenkschmerzen ein, welche nach langer Ursachensuche als Postpolioschmerzen diagnostiziert wurden.

Als Kind litt Franz Albrecht unter Polio (Kinderlähmung). Mit etwa 60 Jahren traten erneut starke Schmerzen zuerst in den Handgelenken auf, die sich zunehmend verschlimmerten, sich auf weitere Gelenke und Muskelgruppen ausbreiteten und Muskelschwächen mit sich zogen.

Franz Albrecht erzählt von einer langwierigen Ursachensuche von Arzt zu Arzt, bis die Schmerzen einer neurologischen Ursache, dem Post-Polio-Syndrom, zugeordnet werden konnten.

Unabhängig von den Folgen der Polioerkrankung traten bei Franz Albrecht im Alter von etwa vierzig Jahren starke Spannungskopfschmerzen auf. Besonders während seiner beruflichen Tätigkeit als Sozialarbeiter fühlte er sich erheblich durch die Schmerzen eingeschränkt. Trotz vieler Medikamente besserten sich die Schmerzen erst nach seiner Frühberentung, als er nicht mehr der täglichen Belastung im Beruf ausgesetzt war.

Franz Albrecht hat die Erfahrung gemacht, dass es sehr schwierig sein kann, einen Arzt zu finden, der die anhaltenden Schmerzsymptome ernst nimmt und richtig einordnen kann. Viele Informationen über mögliche Ursachen der Schmerzen recherchierte Franz Albrecht eigenständig.

Auch im Hinblick auf sein soziales Umfeld beschreibt Franz Albrecht seine Erfahrungen mit dem Schmerz als schwierig und erzählt, dass viele Menschen es kaum nachvollziehen können, was es bedeutet, an chronischen Schmerzen zu leiden. Er schildert, dass es ihm sehr schwer fiel, mit seiner Partnerin oder mit Freunden über die Schmerzen zu sprechen und dass er besonders seine psychische Belastung nicht nach außen tragen mochte.

In seiner Mobilität zu Fuß und mit dem Rad sowie in seiner Freizeit wurde er durch die anhaltenden Schmerzen zeitweise stark eingeschränkt, so dass zum Beispiel Kinobesuche oder andere kulturelle Veranstaltungen sehr anstrengend wurden.

Positive Erfahrungen hat Franz Albrecht mit dem Austausch unter Betroffenen gemacht. Seit Beginn der Post-Polio Schmerzen besucht er regelmäßig eine Selbsthilfegruppe und hat im Laufe der Zeit gelernt, über seine Ängste und Sorgen bezüglich der Erkrankung zu sprechen.

Durch eine Reihe von Akupunkturbehandlungen erlebte er eine erhebliche Besserung, sodass er momentan nicht mehr auf Medikamente angewiesen ist und ein weitestgehend schmerzfreies Leben führen kann.

Das Interview wurde im Sommer 2010 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Franz Albrecht

Franz Albrecht brach die ambulante Therapie ab, da sie ihm zu aufwändig war.

Franz Albrecht erlebte eine Odyssee von Arzt zu Arzt, weil seine seltene Erkrankung nicht erkannt wurde.

Franz Albrecht erlebte es als sehr positiv, dass während eines Klinikaufenthalts alle Fachrichtungen gut zusammenarbeiteten.

Franz Albrecht erzählt, dass sein Chef eher unwillig reagierte, während eine selbst betroffene Kollegin ihn verstand.

Franz Albrecht erzählt, wie die Medikamente immer weniger wirkten und immer mehr auf den Magen schlugen.

Franz Albrecht fand entscheidende Hilfe durch Akupunktur und braucht sie jetzt nur noch gelegentlich.

Franz Albrecht fühlt sich bei einem Heilpraktiker mit Akupunktur so gut betreut, dass er lieber selber bezahlt, als zu einem Arzt zu wechseln.

Für Franz Albrecht war es gut, Schmerztherapeuten gefunden zu haben, die sich Zeit nahmen, auch nach seelischen Belastungen zu fragen.

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