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Portrait

Die Erfahrungen von Frank Weber

Frank Weber ist 46 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter. Er ist gelernter Zimmermeister und leidet vor allem unter chronischer Epicondylitis und Bandscheibenvorfällen.

Frank Weber berichtet, dass Schmerzen ihn schon seit 30 Jahren begleiten. Er begann mit 16 Jahren seine Ausbildung zum Zimmermann und bekam aufgrund der schweren körperlichen Arbeit schon früh Rücken- und Knieschmerzen, später auch Migräne. Vor etwa zehn Jahren führten starke Schmerzen im rechten Ellenbogen zu verschiedenen erfolglosen Operationen, die immer wieder von Komplikationen begleitet waren.

Zu seiner großen Enttäuschung wurde Frank Weber schließlich seine Arbeit gekündigt, obwohl er trotz Schmerzen und Krankmeldung zwischen den Behandlungen und Operationen immer wieder in den Betrieb gegangen war. Er unternahm erfolgreich eine Umschulung zum Arbeitserzieher, es folgten jedoch Bandscheibenvorfälle, die dazu führten, dass die Wiedereingliederung fehlschlug. Nicht mehr arbeiten zu können ist für Frank Weber sehr schwierig, zumal ihm aufgrund seines Alters häufig wenig Verständnis dafür entgegengebracht wird.

Frank Weber erzählt von verschiedenen enttäuschenden Erfahrungen mit hilflosen Ärzten und Therapeuten. Vor allem war es sehr belastend für ihn, dass seine Schmerzen immer wieder als psychisches Problem abgetan und die körperlichen Ursachen nicht rechtzeitig erkannt wurden. Zudem widersprachen die Meinungen der Ärzte sich wiederholt gegenseitig, und obwohl verschiedene körperliche Gründe für die Schmerzen festgestellt wurden, konnte bis jetzt noch keine eindeutige Ursache ausgemacht werden.

Frank Weber ist inzwischen klar, dass er nie wieder schmerzfrei sein wird. Er hat alle möglichen Behandlungen ausprobiert, bis jetzt hat ihm jedoch nichts wirklich gut geholfen. Sein Privatleben hat sich sehr verändert, viele Aktivitäten sind für ihn heute aufgrund der Schmerzen nicht mehr möglich. Er versucht, mit den Schmerzen irgendwie klar zu kommen, auch durch die Einnahme von opiathaltigen Schmerzmedikamenten. Er versucht auch, seine Grenzen besser auszuloten und weniger häufig zu ignorieren, wie es ihm körperlich geht. Es hilft ihm sehr, regelmäßig mit seinem Hund spazieren zu gehen und er sagt sogar, sein Hund sei eigentlich sein bester Therapeut.

Frank Weber ist sehr froh, dass seine Frau Verständnis für ihn hat und nun auch in ihrem Beruf aufstocken konnte. Das Verhältnis zu seinen Kindern hat sich durch die ganze Situation sogar eher zum Positiven gewandelt.

Vor kurzem wurde Frank Weber von ärztlicher Seite empfohlen, einen Bandscheibeneingriff mit einem ganz neuen Verfahren zu machen, wobei der Erfolg dieser Maßnahme nicht vorhersehbar ist. Er ist jetzt hin und her gerissen, wie er sich entscheiden soll.

Das Interview wurde im Frühjahr 2009 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Frank Weber

Frank Weber berichtet von dem Dilemma, nicht mehr arbeiten zu können, aber von außen unter Druck gesetzt zu werden.

Frank Weber erzählt, wie schwer es für ihn ist, sich mit dem Arbeitsende abzufinden.

Frank Weber erzählt, dass er sich in der Klinik am falschen Platz fühlte.

Frank Weber hat vieles ausprobiert, aber es hat nicht viel gebracht.

Frank Weber erzählt, dass er am besten abschalten kann, wenn er mit seinem Hund spazieren geht.

Frank Weber kann Konzertbesuche nicht mehr richtig genießen.

Frank Weber wünscht sich von den Ärzten mehr Menschlichkeit, mehr Verständnis und weniger Pauschalisierung.

Frank Weber erzählt, wie sich bei ihm und seiner Frau die klassischen Rollen vertauscht haben, dies von vielen Männern jedoch als „komisch“ empfunden werde.

Frank Weber wartete lange auf den Termin bei einem Spezialisten, der ihn dann jedoch mit dem Hinweis, er solle an seine Familie denken, allein ließ.

Frank Weber hat das Gefühl, dass sich die Beziehung zu seinen Kindern durch die Krankheit positiv entwickelt hat.

Frank Weber erlebte die Ärzte oft als hilflos, deshalb schickten sie ihn zum nächsten Arzt.

Frank Weber fällt es schwer, seine Schmerzen rauszulassen.

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