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Portrait

Die Erfahrungen von Daniela Klein

Daniela Klein ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat eine Tochter. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie als Wirtin einen Gasthof mit angegliedertem Hotel. Seit einem Sturz leidet sie unter anhaltenden Schmerzen im rechten Arm. Zwischenzeitlich wurde bei ihr die seltene Krankheit Morbus Sudeck (Komplexes regionales Schmerzsyndrom) festgestellt.

Zunächst fiel es Daniela Klein sehr schwer, die Diagnose zu akzeptieren. Das fehlende Wissen über die Krankheit machte ihr große Angst. Nachdem sie in der Folgezeit auch noch mehrere Schicksalsschläge im engsten Kreis der Familie erleben musste, schwand ihre anfängliche Hoffnung auf Genesung.

Daniela Kleins Leben war vor dem Unfall von langen Arbeitszeiten und der Erziehung ihrer Tochter geprägt. Inzwischen kann sie bedingt durch die Schmerzen nur noch selten arbeiten. Auch die Möglichkeit, Hobbys nachzugehen, bietet sich ihr kaum noch. Mittlerweile hat Daniela Klein das Gefühl, dass ihre Krankheit sich auf fast alle Lebensbereiche auswirkt.

Vor allem wenn viel Arbeit im Gasthof ansteht, kann sie kaum Unterstützung aus ihrem direkten Umfeld erwarten.

Daniela Klein hat die Erfahrung gemacht, dass die meisten Leute für die Lebenssituation von Menschen mit chronischen Schmerzen kein Verständnis aufbringen können. Irgendwann werden die ständigen starken Schmerzen nicht mehr ernst genommen.

Auch manche Ärzte tun sich im Umgang mit der Krankheit sehr schwer. Einige Erlebnisse mit medizinischen Gutachtern empfand Daniela Klein als demütigend. Von ihrem Hausarzt und der sie behandelnden Chirurgin fühlt sie sich hingegen gut umsorgt.

Daniela Klein hat bereits viele Medikamente und Therapien ausprobiert. Geholfen hat ihr vor allem Morphin. Neben der Schmerzlinderung empfindet sie es zusätzlich als erleichternd, dass auch andere ihre Krankheit als solche anerkennen, wenn sie starke Medikamente einnimmt. Aufgrund zunehmender Einschränkungen durch die sich einstellende Abhängigkeit entschloss sie sich jedoch schließlich, das Morphin abzusetzen. Vor einiger Zeit entschied sich Daniela Klein schließlich für die Implantation eines Nervenschrittmachers. Die körperlichen Veränderungen durch das Implantat empfindet sie zwar als nachteilig, der schmerzlindernde Effekt hat ihr aber sehr geholfen.

Wenn es Daniela Klein nicht gut geht, werden die Schmerzen oft schlimmer. Aus diesem Grund sucht sie inzwischen regelmäßig eine Psychotherapeutin auf. Wenn die Schmerzen besonders stark sind, zieht sich Daniela Klein meistens zurück und findet auch Trost in ihrem Glauben. Weil es ihrer Seele außerdem gut tut, backt sie trotz teilweise starker Schmerzen auch weiterhin leidenschaftlich.

Das Interview wurde im Frühjahr 2009 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Daniela Klein

Daniela Klein erzählt, wie schwierig es ist, einen neuen Platz in der Welt zu finden.

Daniela Klein erzählt, wie sie in der Klinik Verständnis für die Schmerzen erfuhr.

Daniela Klein gewöhnt sich dank einer Automatikschaltung wieder ans Autofahren.

Daniela Klein vermutet, dass ihre Situation noch schlimmer wäre, wenn ihre Ärztin ihr nicht so zugehört hätte.

Daniela Klein erzählt, dass ihr Mann ihre Schmerzen nicht nachvollziehen kann und sie deshalb im Alltag immer wieder vergisst.

Daniela Klein vermeidet Feste und Menschenmengen aus Angst, jemand könnte ihren schmerzenden Arm berühren.

Daniela Klein gesteht sich auch Tage zu, an denen sie keine Lust mehr hat.

Daniela Klein erzählt, wie sie sich entschlossen hat, nur noch zu sagen, dass es ihr gut geht.

Daniela Klein fand es in der Schmerzgruppe entnervend, immer wieder dieselben Beiträge der anderen zu hören.

Daniela Klein hat 60 Prozent weniger Schmerzen.

Daniela Klein hilft die Psychotherapie, die Schmerzen seelisch besser zu verkraften. Das wirkt sich wiederum auf die Schmerzen aus.

Bei Daniela Klein wurde das ganze Leben stark von der Medikamenteneinnahme bestimmt.

Für Daniela Klein war die Diagnose Morbus Sudeck unbekannt und Angst einflößend.

Daniela Klein fand, dass die anderen ihre Krankheit eher anerkannten, als sie Morphin nahm.

Daniela Klein wollte alles genau wissen, bevor sie sich für die Implantation entschieden hat.

Durch das Implantat hat sich bei Daniela Klein der Bauch verändert, das empfindet sie als unangenehm.

Daniela Klein schildert, wie schwer es auszuhalten ist, wenn man nicht so arbeiten kann wie man möchte.

Daniela Klein beklagt, dass man Schmerzpatienten unterstellt, sie seien arbeitsscheu.

Daniela Klein hatte ein sehr gutes Verhältnis mit ihrer Ärztin, sie konnten sehr offen miteinander reden.

Daniela Klein erzählt, dass Gutachter für die Rentenbewilligung sich mit ihrer seltenen Krankheit meist nicht auskannten.

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