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Portrait

Die Erfahrungen von Christoph Scholz

Christoph Scholz ist 37 Jahre alt, verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn. Aufgrund einer unerkannten und unbehandelten Herpes-Zoster-Infektion fand eine Hypersensibilisierung der Nerven im Wirbelsäulenbereich statt. Dadurch leidet er seit fünf Jahren vom Lendenwirbelbereich bis zu den Beinen hinab an neuropathischen Schmerzen.

Im Alter von 32 Jahren, traten bei Christoph Scholz plötzlich vom Lendenbereich bis in die Beinen hinunter, brennende Schmerzen, Taubheitsgefühle und Sensibilitätsstörungen auf. In einer neurologischen Klinik konnte die Ursache jedoch nicht festgestellt werden. Auch in zwei weiteren Kliniken kam man der zugrunde liegenden Erkrankung nicht auf die Spur.

Aufgrund der unbefriedigenden Situation, weder Diagnose noch wirksame Therapie zu erhalten, fing Christoph Scholz an, selbst zu recherchieren. Er fand ein Jahr nach Beginn der Beschwerden einen Nephrologen, der eine zugrunde liegende Herpes-Zoster-Infektion feststellte. Daraufhin fand in einer Klinik eine gezielte Behandlung statt. Die Nerven waren durch die Infektion jedoch dauerhaft geschädigt. Versuche, mit Schmerzmedikamenten Linderung zu verschaffen, hatten durch die inzwischen entstandene Hypersensibilisierung der Nerven nur kurzfristigen Erfolg, auch die verschiedensten physikalischen und alternativen Therapieversuche blieben erfolglos.

Durch intensive Selbstbeobachtung fand Christoph Scholz heraus, dass er seine Schmerzen zwar nicht beseitigen, jedoch deren Stärke und Dauer durch Anpassungen seines Tagesablaufes beeinflussen kann. Es gelingt ihm, die Schmerzen ohne Medikamente in einem für ihn erträglichen Rahmen zu halten, indem er sechzehn Stunden täglich auf dem Bauch oder der Seite liegt und den Rücken entlastet. Eine Spezialliege ermöglicht es ihm, in Bauchlage zu arbeiten. Die restliche Zeit kann er mit Unterbrechungen für Aktivitäten verwenden, die Gehen, Stehen oder Sitzen erfordern. Er beschreibt, wie diese Lebensweise große Disziplin und gute körperliche Kondition erfordert, ihn aber auch durch die Kontrollierbarkeit des Schmerzes vor Depressionen schützt. Auch Humor ist für Christoph Scholz ganz wichtig, um mit seinen Schmerzen umzugehen.

Durch die Schmerzen und die Einschränkungen in seinem Tagesablauf war es Christoph Scholz nicht mehr möglich seine Arbeit als Steuerberater und seine begonnenen Weiterbildungen fortzuführen. Seit 2005 bezieht er eine private Berufsunfähigkeitsrente. Besonders belastet ihn die Situation, dass er bisher vergeblich vor Gericht versucht, seine gesetzliche Berentung zu erwirken. Inzwischen hat sich Christoph Scholz ein breites medizinisches Wissen angeeignet und viel Erfahrung mit den Versorgungsinstitutionen gesammelt.

Rückhalt findet Christoph Scholz bei seiner Familie. Als seine Tochter ein Jahr nach Beginn der Erkrankung auf die Welt kam, gab ihm dies wieder viel Lebensmut und eine neue Perspektive, als er fast schon hatte aufgeben wollen.

Das Interview wurde Frühjahr 2010 geführt

 

Alle Interviewausschnitte von Christoph Scholz

Für Christoph Scholz ist es eine große Motivation, ohne Psychopharmaka mit seinen Problemen umgehen zu können.

Christoph Scholz beklagt, dass es zu seiner Schmerzerkrankung selbst in der Fachliteratur kaum Information gibt.

Christoph Scholz hatte Nachteile davon, als er in der Klinik ein Schmerztagebuch führte.

Christoph Scholz versteht nicht, dass eine für ihn wichtige Spezialliege nicht finanziert wird, während anderes bezahlt wird.

Christoph Scholz findet es am besten, wenn er sich psychisch nicht von Medikamenten beeinflusst fühlt.

Christoph Scholz versuchte, den Schmerzfragebogen angemessen zu differenzieren, stieß damit aber bei der Klinik auf Ablehnung.

Christoph Scholz und seine Familie haben sich den Schmerzen angepasst, er spielt mit seiner Tochter auf dem Bauch liegend.

Christoph Scholz findet die Begutachtung für Schmerzpatienten sehr schwierig, weil sich oft kein organischer Schaden nachweisen lässt.

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