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Die Erfahrungen von Christin Neumann

Portrait Christin Neumann ist 50 Jahre alt und verheiratet. Sie leidet momentan besonders an starken Rückenschmerzen in Verbindung mit mehreren Bandscheibenvorfällen. Früher arbeitete sie Vollzeit als Sekretärin, kann jedoch aufgrund ihrer Erkrankung seit über zwei Jahren ihren Beruf nicht mehr ausüben und ist inzwischen frühzeitig berentet worden.

Christin Neumann erzählt, dass sie sich kaum daran erinnern kann, je schmerzfrei gewesen zu sein. Seit ihrer Jugend leidet sie unter verschiedenen Arten von Schmerzen. Obwohl sie mehrere Bandscheibenvorfälle hatte und schließlich aufgrund der Kreuzschmerzen kaum noch gerade laufen konnte, berichtet sie, den Schmerz immer wieder über lange Zeit verdrängt und überspielt zu haben.

Als die Schmerzen immer quälender wurden, bekam Christin Neumann mehrfach Nerven verödet, was allerdings nicht dauerhaft half. Schließlich empfahl ihr Neurochirurg eine Versteifung der Wirbelsäule, die 2007 durchgeführt wurde. Danach ging es ihr zunächst besser, bald traten jedoch wieder Probleme auf. Die Schmerzen waren zuletzt so schlimm, dass Christin Neumann nur noch an Krücken laufen konnte. Sie ließ schließlich die Implantate der Versteifung entfernen, da die Schrauben an den Muskeln und Nerven rieben. Seitdem kann sie wieder besser laufen, ist aber weiterhin nicht schmerzfrei und weiß, dass sie dies auch nicht mehr wird.

Ein Versuch der Wiedereingliederung in den Beruf scheiterte aufgrund der Schwere der Schmerzen. Obwohl Christin Neumann selbst gemerkt hat, dass sie nicht mehr arbeiten kann, fällt es ihr nicht leicht, sich damit abzufinden.

Anderen kann sie die Schmerzen nur schlecht vermitteln, besonders wenn sie für diese nicht durch ihr Laufen an Krücken sichtbar sind. Das macht den Kontakt mit dem sozialen Umfeld oft schwer.

Schmerzmittel helfen Christin Neumann nur bedingt. Da es ihr durch die Schmerzen auch psychisch immer schlechter ging, bekam sie Psychopharmaka verschrieben, die ihr jedoch nicht gegen die Schmerzen helfen, sondern gegen die begleitende Angst.

Als hilfreich empfindet Christin Neumann die Krankengymnastik, besonders die manuelle Therapie. Es ist für sie sehr wichtig, dass der Therapeut dabei gezielt auf ihre Bedürfnisse eingeht, da ihr Schmerz auch wandert. Auf Anraten ihres Arztes rang Christin Neumann sich vor einiger Zeit dazu durch, mit einer Psychotherapie zu beginnen. Besonders der Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik und der damit verbundene Rückblick auf ihr Leben haben ihr sehr geholfen. Um etwas für sich zu tun, ist Christin Neumann jetzt außerdem dabei, Gitarre spielen zu lernen.

Das Interview wurde im Frühjahr 2009 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Christin Neumann

Christin Neumann wurde von der Betriebsärztin auf eine mögliche Berentung angesprochen.

Christin Neumann erzählt, wie die Physiotherapeutin ihr riet, sich untersuchen zu lassen.

Christin Neumann redet ungern über ihre Schmerzen und über sich selbst.

Christin Neumanns Hausarzt wollte die Behandlung nicht alleine durchführen und überwies sie an einen Spezialisten.

Für Christin Neumann sind die täglichen Übungen aus der Krankengymnastik und die manuelle Therapie unverzichtbar.

Für Christin Neumann war in der Klinik der Blick auf ihr ganzes Leben sehr hilfreich.

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