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Die Erfahrungen von Brigitte Köhler

Portrait Brigitte Köhler ist Mitte 40. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Die Schmerzen fingen vor 18 Jahren nach der Geburt ihres zweiten Kindes im Schulter-Nackenbereich an und dehnten sich auf den ganzen Körper aus. Brigitte Köhler übt neben der Versorgung der Familie keinen weiteren Beruf aus.

Als junge Frau siedelte Brigitte Köhler zu ihrem Mann aus ihrer osteuropäischen Heimat nach Deutschland um. In der Zeit, als ihre drei Kinder auf die Welt kamen, bekam sie zunehmend mehr Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich mit Ausstrahlung in die Hände und schließlich in den ganzen Körper, die sie bei der Versorgung und Erziehung ihrer Kinder sehr belasteten. Sie war bei körperlichen Tätigkeiten sehr schnell erschöpft und fühlte sich ausgebrannt. Besonders in Stressphasen mit den Kindern konnte Brigitte Köhler oft nur noch das Allernotwendigste im Haushalt machen.

Schließlich kam es zu einem Zusammenbruch, von dem sie sich in einer Kur mit physiotherapeutischen Maßnahmen und Akupunktur nur kurzfristig erholen konnte. Bald darauf diagnostizierte ein Neurologe eine Depression als Grundlage der Beschwerden. Dies war für sie schwer zu akzeptieren, da sie sich nicht traurig fühlte und die Medikamente auch keine Besserung brachten. Danach machte sie bei den verschiedensten Ärzten viele diagnostische und therapeutische Maßnahmen durch. Die Therapien - meist Physiotherapie und eine weitere Kur, Schmerzmittel und Homöopathie – blieben erfolglos. Trotz ihrer Schmerzen musste die Familie weiterhin versorgt werden, und sie fühlte sich in einer ausweglosen Falle.

Anlässlich eines Vortrags über Fibromyalgie hatte Brigitte Köhler den Eindruck, dass dies am ehesten ihrem Krankheitsbild entsprach. Sie suchte verschiedene Akupunkturärzte auf, bis sie schließlich bei einem Arzt nach der zweiten Akupunktursitzung einen Befreiungsschlag erlebte, so dass sie sich wie neu geboren fühlte und ihr Leben sich veränderte. Die Behandlung wird weiter fortgesetzt, und sie hofft, dass der Therapierfolg sich hält.

Ihre Krankheit gibt ihr nach wie vor viele Rätsel auf. Sie überlegt, ob sie ihre Ursache in der Entwurzelung durch Aussiedlung und Konfrontation mit den anderen Lebenswerten in Deutschland haben könnte. Brigitte Köhler musste viele Tätigkeiten wegen der Schmerzen aufgeben: Musizieren, Handarbeiten, Sport treiben, Gemüse in ihrem Schrebergarten anbauen. Im Verwandten- und Bekanntenkreis fühlte sie sich oft nicht mehr richtig ernst genommen oder verstanden. Ihre wichtigsten Hilfen gegen die Schmerzen sind das Lesen, das ihr auch die Teilnahme an anderen Schicksalen ermöglicht, und die Pflege ihrer vielfältigen geistigen und künstlerischen Interessen, z.B. als Gasthörerin an der Universität und bei Konzert- und Theaterbesuchen. Wichtig ist auch die genaue Einteilung ihrer Kräfte unter Beachtung ihrer Grenzen.

Das Interview wurde während der Erstellung des Moduls Chronischer Schmerz geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Brigitte Köhler

Als Brigitte Köhler las, dass das verschriebene Antidepressivum eine Gewichtszunahme als Nebenwirkung hatte, lehnte sie die Einnahme ab.

Bei Brigitte Köhler brachte die Akupunktur bei einem Arzt der traditionellen chinesischen Medizin den Durchbruch.

Brigitte Köhler hat erlebt, wieviel Stress die Ärzte haben, jetzt ist sie bei einem Arzt, der sich Zeit nimmt.

Brigitte Köhler hilft es, von Schicksalen anderer zu lesen.

Brigitte Köhler hofft, dass ihr die neu gewonnene Schmerzfreiheit erhalten bleibt, sie hat noch keine großen Lebensentwürfe gemacht.

Brigitte Köhler ist von Natur aus gegen Medikamente eingestellt.

Brigitte Köhler merkte, wie ihr Freundeskreis sich veränderte.

Brigitte Köhler sah die Diagnose Depression als falsch an und fand auch, dass das Mittel nicht half.

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