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Die Erfahrungen von Andrea Müller

Portrait Andrea Müller ist 52 Jahre alt und verheiratet. Vor ihrer Berentung vor zehn Jahren arbeitete sie als Sozialpädagogin. Im Alter von 18 Jahren wurde bei ihr eine Chronische Polyarthritis festgestellt.

Ihre erste bewusste Konfrontation mit dem Schmerz erfuhr sie schon als Fünfjährige, als sie unter Knieschmerzen litt, wegen derer ihre Eltern mit ihr einen Arzt aufsuchen mussten.

Auch in den kommenden Jahren traten  immer wieder Gelenkschmerzen und –steifigkeit auf, die von ärztlicher Seite teils auch als psychisch bedingt betrachtet wurden, bis im Alter von 18 Jahren schließlich eine chronische Polyarthritis nachgewiesen wurde.

Während ihres Studiums konnte Andrea Müller zunächst noch aktiv Sport treiben, dann wurden die Schübe mit den Schmerzattacken jedoch immer häufiger und sie musste zunehmend stärkere Schmerzmittel nehmen. Nach der Heirat wurde für sie und ihren Mann klar, dass sie aus gesundheitlichen Gründen auf Kinder verzichten müssten.

Im Laufe der Jahre musste Andrea Müller immer mehr Dinge, die ihr Freude bereitet hatten, aufgeben, wie z.B. Gitarre spielen oder Sport treiben. Eine besonders schwierige Situation trat für sie ein, als der Arbeitgeben ihr schließlich kündigte, weil sie den Belastungen der Arbeit durch die Schmerzen und ihre Folgeerscheinungen nicht mehr gewachsen war.

Durch die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ist der Alltag für Andrea Müller manchmal sehr mühsam. Sie erzählt, dass es schon ein Erfolg für sie sein kann, einen normalen Tag zu gestalten, ohne noch etwas Besonderes zu unternehmen. Die Beschwerden schwanken stark und unvorhersehbar, so dass sie schlecht längerfristig planen kann. Sie versucht, so viele Aktivitäten wie möglich beizubehalten und hat gelernt, auch Fremde um Hilfe zu bitten, wenn es nicht anders geht. Oft helfen ihr der Humor und ihre Fähigkeit, den Schmerz wegzulachen. Auch sonst hat sie sich viele Dinge bewahrt, die ihr Freude und Entspannung geben können.

Medikamentöse Therapien der rheumatischen Arthritis und der Schmerzen waren meist anfangs erfolgreich, ließen dann aber nach ein paar Monaten in der Wirksamkeit wieder nach, so dass sie immer wieder neu eingestellt werden musste. Am effektivsten ist Cortison, das aber immer nur kurzfristig genommen werden kann. Die gute hausärztliche Betreuung und die regelmäßigen Rehaaufenthalte sind für Andrea Müller immer sehr hilfreich, zumal sie sich dort verstanden fühlt und erlebt, dass sie mit ihrer Erkrankung nicht allein ist.

Das Interview wurde im Frühjahr 2009 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Andrea Müller

Andrea Müller betont, dass man trotz der Erkrankung ein Mensch in seiner Gesamtheit ist und nicht nur Schmerz.

Andrea Müller erlebte die Kündigung als einen tiefen Einschnitt.

Andrea Müller erzählt von der belastenden Erfahrung, aufgrund der Erkrankung auf gemeinsame Kinder verzichten zu müssen.

Andrea Müller erzählt, wie schwierig es manchmal ist zu entscheiden, ob man sagen soll, dass man Schmerzen hat, oder besser nicht.

Andrea Müller hat das Fotografieren für sich entdeckt.

Andrea Müller hat das Gefühl der Schwerelosigkeit im Thermalwasser bei starken Schmerzen geholfen.

Andrea Müller kann nur schlecht Termine planen, weil sie den Schmerz nicht vorhersagen kann.

Andrea Müller rät, offen mit der Schmerzproblematik umzugehen, warnt aber davor, andere Menschen dadurch auszunutzen.

Andrea Müllers Mann lebt inzwischen ebenso mit der Situation wie sie selbst, auch wenn es anfangs oft schwierig war.

Bei Andrea Müller ist es je nach Schmerzsituation unterschiedlich, ob leichte Ablenkung möglich und hilfreich ist.

Für Andrea Müller kann es schon ein Erfolg sein, einen Tag ohne bestimmte Aktivitäten zu bestehen.

Für Andrea Müller war der erste Klinikaufenthalt fast wie ein Paradies, weil sie sich zum ersten Mal verstanden fühlte.

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