Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Erfahrungsbereiche Chronischer Schmerz Personen Amely Hoffmann
Portrait

Die Erfahrungen von Amely Hoffmann

Amely Hoffmann ist 29 Jahre alt und wohnt mit ihrem Partner zusammen. Seit einem schweren Autounfall vor einigen Jahren leidet sie an Nervenschmerzen, die inzwischen als Fibromyalgie diagnostiziert wurden. Ihren Beruf als Filialleiterin im Einzelhandel kann sie deshalb nicht mehr ausführen und ist nun in Teilzeitrente.

Amely Hoffmann erzählt, dass sie zwei Monate nach ihrem Autounfall plötzlich blitzartige starke Nervenschmerzen im Bein hatte, die sie nicht zuordnen konnte. Schließlich wurden die Schmerzen so unerträglich, dass sie sie sogar nachts aus dem Schlaf rissen. Zu den Schlafstörungen kamen weitere vegetative Symptome und dadurch bedingte depressive Verstimmungen.

Amely Hoffmann begann eine Odyssee von Arzt zu Arzt, um eine Erklärung zu finden. In den verschiedenen Kliniken wurden jedoch keine körperlichen Ursachen gefunden, und sie musste immer wieder die Erfahrung machen, dass deshalb die körperliche Ebene ihres Leidens von den Ärzten auch nicht anerkannt wurde. Schließlich stieß sie im Internet selbst auf eine Beschreibung der Fibromyalgie, in der sie ihre Beschwerden sofort wieder erkannte. Ein Spezialist für die Erkrankung konnte ihre Vermutung bestätigen. Seit dem bekommt sie Morphium, was ihr sehr hilft, auch wenn dennoch immer wieder starke Schmerzschübe auftreten und ein Grundschmerz sie weiterhin dauerhaft begleitet.

Aufgrund der schweren Schmerzen war für Amely Hoffmann ihr sehr geliebter Beruf als Filialleiterin nicht mehr zu bewältigen. Nachdem sie auch im Beisein von Kunden Nervenschläge erlitten hatte, stellte sie auf Drängen ihres Arztes einen Antrag auf Teilzeitrente, der sofort bewilligt wurde. Sie hofft nun, dass sie irgendwann wieder in der Lage sein wird, in ihren Beruf zurück zu kehren.

Für Amely Hoffmann hat die Erkrankung ihre kompletten Zukunftspläne über den Haufen geworfen. Weil sie so jung ist, wird von anderen häufig unterschätzt, wie groß ihre Einschränkungen im Alltag durch die Schmerzen sind. Die Teilzeitrente hatte jedoch auch einen positiven Effekt. So hat sie nun Zeit für ihre künstlerischen Aktivitäten und verkauft eigene Bilder.

Von ihren Freunden hat Amely Hoffmann sich distanziert, da sie wenig Verständnis für ihre Schmerzen und die dadurch bedingten Einschränkungen fand. Große Unterstützung erhält sie von ihrem Partner, der ihren Leidensweg von Anfang an begleitet hat. Humor hilft ihnen beiden, mit schwierigen Situationen umzugehen. Sie hat auch gelernt, dass es besser ist, sich mit der Krankheit anzufreunden, als täglich gegen sie an zu kämpfen. Für sie war es ein Wendepunkt, als ihr klar wurde, dass keine Heilung zu erwarten ist und sie lernen muss, nicht mehr an ihrem alten Leben festzuhalten.

Das Interview wurde im Frühjahr 2009 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Amely Hoffmann

Für Amely Hoffmann war die Mitteilung, dass sie auf unbestimmte Zeit nicht arbeitsfähig sei, ein Tiefpunkt.

Amely Hoffmann malt und verkauft ihre Bilder, seit sie nicht mehr arbeiten kann.

Amely Hoffmann möchte gerne irgendwann in eine stationäre Schmerztherapie, um herauszufinden, was ihr gut tut.

Nachdem Amely Hoffmann das Haus nicht mehr verlassen konnte, entwickelte sie ihre künstlerischen Neigungen.

Amely Hoffmanns Partner weiß genau, wann sie Schmerzen hat und sich hinlegen muss.

Amely Hoffmann empfindet besonders den schmerzbedingten Mangel an Tiefschlaf als belastend.

Amely Hoffmann geht disziplinierter und aufmerksamer auf ihren Körper ein.

Amely Hoffmann rät anderen, eher gute Tage für den Arztbesuch zu nutzen.

Amely Hoffmann hat aufgehört, gegen die Krankheit zu kämpfen. Seitdem geht es ihr besser.

Amely Hoffmann hatte das Gefühl, abgedrängt zu werden, da die Ärzte nichts finden konnten.

Amely Hoffmann hofft, dass die Forschung irgendwann herausfindet, was Fibromyalgie eigentlich ist.

Artikelaktionen