Sozialrechtliches und Finanzen

Wie auch für andere chronisch Erkrankte, spielen sozialrechtliche und finanzielle Belange eine wichtige Rolle für viele unserer Interviewpartner. Insbesondere Vor- und Nachteile eines Schwerbehindertenausweises, die Frage der Berentung und die evtl. hohen Kosten für die Behandlung in Krankheitsfällen beschäftigten sie. Aber es ging auch um praktische Fragen, wie den Schlüssel für die Behindertentoilette.

Ein sehr häufiges Thema war der Schwerbehindertenausweis (SBA). Viele Interviewpartner waren unsicher, ob und in welchen Fällen sie einen Anspruch darauf haben (genaue Informationen finden sich auf der Web-Seite der DCCV; siehe auch „Infos & Links“). Den Aufwand für die Beantragung des Ausweises empfanden viele der Gesprächspartner als sehr hoch und belastend. Häufig wurde ihnen die Ausstellung zunächst verweigert und erst nach einem Widerspruch bewilligt. Viele beschrieben den SBA als ein „zweischneidiges Schwert“. Vorteile hat man durch den Ausweis, wenn man bereits beschäftigt ist, weil sich durch den SBA die Kündigungsbestimmungen verändern, oder wenn jemand Beamter werden möchte. Außerdem hat man Anspruch auf mehr Urlaub und kann eine Parkerleichterung beantragen. Auch bringt der SBA Vorteile im Studium, z.B. mehr Zeit für das Schreiben von Klausuren. Als Nachteil wurde erwähnt, dass man mit einem SBA oft nur noch schwer eine Einstellung finde, weil wenige Arbeitsgeber Schwerbehinderte einstellen würden.

Simon Kolberg möchte später beim Zollamt arbeiten und erhofft sich eine bevorzugte Behandlung durch den SBA.

Als der Arbeitgeber sie „loswerden“ wollte, half Svenja Zellner ihr Schwerbehindertenausweis.

Eric Boldt erhielt bei der Beantragung Hilfe von einem Mitarbeiter der Behörde.

Lisann Thielemann erlebte die Beantragung als einen „Kampf“.

Melinda Heese wurde die Ausstellung des SBA verweigert, mit der Begründung, dass sie ja wieder gesund werden könnte.

Louise Fellner hat sich gegen einen SBA entschieden, um keine Probleme bei der Arbeitsplatzsuche zu haben.

Bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung hat man einen Anspruch auf einen Schlüssel für die Behindertentoilette, beispielsweise an Raststätten oder in öffentlichen Einrichtungen. So einen Schlüssel gibt es ebenfalls im europäischen Ausland.

Patrick Knittel erzählt, wie gut ein Schlüssel für die Behindertentoilette sei und wie man ihn beantragt.

Marina Mahn berichtet, dass man den Schlüssel auch für andere Länder bekommen kann.

Ein wichtiges Thema war außerdem die Berentung. So werden manche Betroffenen aufgrund der starken Beschwerden vorübergehend oder endgültig berentet.

Melia Kowalski hielt sich mit Mitte 40 zu jung für die Berentung. Im Nachhinein ist sie froh, das gemacht zu haben.

Für Christoph Wiebe reicht eine Erwerbsminderungsrente kaum zum Leben aus.

Für einige Betroffene ist das Kranksein auch sehr teuer.

Lisann Thielemann ist froh darüber, die schlimmen Jahre ihrer Erkrankung hinter sich zu haben. Sie glaubt, dass die finanzielle Unterstützung damals viel größer war.

John Rössler ist „schockiert“ über die Kosten im Zusammenhang mit seiner Erkrankung.

Für Josef Kunkel kann jeder Gang zur Apotheke sehr teuer werden.

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