Toilettengänge

Der Gang zur Toilette ist ein zentrales Element im Leben der Erkrankten. Viele müssen sehr häufig am Tag auf Toilette und strukturieren ihren Tagesablauf nach den Toilettengängen. Es hilft ihnen, Toilettengänge zu erledigen, bevor man von zu Hause weggeht oder bestimmte Aktivitäten vorhat.

In den schlimmsten Zeiten musste Norman Völkl teilweise über 100-mal am Tag auf Toilette.

Kathrin Eich erledigt Toilettengänge vor der Arbeit und versucht, die Toilettengänge nachts zu minimieren.

Matteo Brockmann berichtet, dass ihm aufgrund der häufigen Toilettengänge „sein Hintern“ weh tut.

Für die meisten Interviewpartner ist es besonders wichtig, immer eine Toilette in der Nähe zu haben. Die Suche nach Toiletten gehört für viele zum täglichen Leben; die Orte von Toiletten werden festgehalten. Es gibt sogar ein Buch, in dem alle öffentlichen Toiletten verzeichnet sind.

Melinda Heese guckt, wo die nächste Toilette ist, und kann sich dann darauf einrichten.

Eda Kreutzer musste in einer fremden Stadt in einem Kaufhaus immer wieder auf Toilette.

Svea Hauck plant mit Hilfe des Büchleins „Lokus“, wo sie auf Toilette gehen kann.

Die Notwendigkeit, immer eine Toilette zu finden, ist für viele eine psychische Belastung. Es sei nervig, immer daran denken zu müssen, dass eine Toilette in der Nähe ist. Schweißausbrüche und Panik sind manchmal die Folge. Man will sich aber durch diesen Stress nicht zu stark beeinflussen lassen.

Für Svea Hauck werden die psychischen Belastungen durch die Toilettensuche mit der Zeit schlimmer als ihre körperlichen Beschwerden.

Adrian Schaarschmidt hat schon bei der Suche nach einer Toilette Mini-Panikattacken erlebt, schafft es aber auch, die psychischen Belastungen zu verdrängen.

Mandy Großer berichtet von Schweißausbrüchen und Paniksituationen.

Menschen mit einem künstlichen Darmausgang, einem „Stoma“, haben zwar oft keinen Durchfall mehr, müssen jedoch darauf achten, dass der Beutel nicht aufgeht und regelmäßig geleert wird. Auch dies kann Angst und Stress bereiten.

Obwohl Amalia Golz häufig auf Toilette muss, möchte sie sich nicht für einen künstlichen Darmausgang entscheiden.

Die häufigen Toilettengänge führen zu Einschränkungen im Leben der Betroffenen. Auf Aktivitäten, bei denen das sofortige Erreichen einer Toilette nicht gesichert ist oder Hygienestandards bei den Toiletten nicht ausreichend sind, wird verzichtet.

Milena Hörmann vermeidet lange Busreisen, weil sie dort lange Zeit ohne Toilette aushalten muss.

Um „Normalität“ im Alltag zu bewahren, passt man oft das eigene Verhalten an.

Der Raum rund um die Toilette hat ebenfalls große Bedeutung. Behindertenparkplätze bzw. Schlüssel für die Behindertentoiletten können hilfreich sein. Die Toilette selbst muss auch gut ausgestattet und hygienisch in Ordnung sein. Die Erkrankten haben verschiedene Strategien, das Toilettenproblem zu mildern. Musik im Bad kann unangenehme Geräusche übertönen. Tücher und Ersatzkleidung können helfen – und manchmal auch Humor.

Helene Reim hilft eine Parkerlaubnis, mit der sie sich auf Behindertenparkplätze stellen kann, um schnell auf Toilette zu kommen.

Ein Kindertöpfchen für alle Fälle hinten im Auto und ein Schlüssel für Behindertentoiletten helfen Kira Schug.

Amalia Golz hat zur Beruhigung Toilettenpapier und Ersatzkleidung dabei.

Marina Mahn geht auch schon mal auf die Herrentoilette.

Für Hartmund Berger ist es wichtig, dass die Toiletten hygienisch in einem guten Zustand sind.

Kathrin Eich hat aufgrund lauter und ihr peinlicher Geräusche auf Toilette laute Musik angestellt.

Des Weiteren wurde berichtet, dass bestimmte Medikamente oder eine bestimmte Ernährung den Stuhlgang beeinflussen können.

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