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Portrait

Die Erfahrungen von Rainer Weiß

Rainer Weiß ist zum Zeitpunkt des Interviews im November 2011 72 Jahre alt. Er ist Rentner und lebt mit seiner Frau. Die Diagnose Colitis ulcerosa wurde bei ihm bereits Anfang der 1960er Jahre gestellt. Herr Weiß hat einer Veröffentlichung seines Interviews in der Audioversion zugestimmt.

Rainer Weiß bemerkte die ersten Symptome im Jahr 1957 im Alter von 18 Jahren. Das Blut im Stuhl interpretierten und therapierten die Ärzte als Hämorrhoiden. Einige Jahre später jedoch wurde Herr Weiß wegen hohen Blutverlusts ins Krankhaus eingeliefert. Die dort durchgeführte Darmspiegelung führte zur Diagnose Colitis ulcerosa. Im Laufe seines Lebens hat Herr Weiß viele Ärzte konsultiert, Aufenthalte in unterschiedlichen Klinken gehabt und viele Medikamente ausprobiert. Einige mussten sogar importiert werden, weil sie damals in Deutschland noch nicht auf dem Markt waren. Seine Essensgewohnheiten musste er ebenfalls umstellen, weil er nicht alles gut vertragen konnte. Seitdem Herr Weiß von der Krankheit erfahren hat und Medikamente dagegen nimmt, erlebt er ca. zweimal im Jahr einen Schub, der zwar nur kurz anhält, aber sehr beeinträchtigend ist.

Bei der Arbeit hatte Herr Weiß die Erkrankung 10 Jahre lang verschwiegen, weil er Angst vor einer Kündigung hatte. Erst als er einen Schwerbehindertenausweis erhielt, erzählte er seinen Vorgesetzen und Kollegen davon. Bei seinen Bekannten stieß die Krankheit oft auf Unverständnis, was dazu führte, dass Herr Weiß sich im Laufe der Jahre aus dem sozialen Leben ein wenig zurückzog und sich auf seine Hobbies konzentrierte.

Bereits 1962 wurde Herrn Weiß von der ärztlichen Seite empfohlen, den Dickdarm entfernen zu lassen. Da er zu dem Zeitpunkt frisch verheiratet war und ein kleines Kind hatte, lehnte er die Operation ab, weil er Einschränkungen durch einen künstlichen Darmausgang vermutete. Heute ist er froh, den Eingriff nicht gemacht zu haben. Einmal pro Jahr geht er zu einer Darmspiegelung - wegen der Krebsfrüherkennung. Herr Weiß findet, dass es sehr wichtig ist, das richtige Medikament zu finden und es regelmäßig einzunehmen.

Das Interview wurde am 17.11.2011 geführt.

Alle Interviewausschnitte von Rainer Weiß

Rainer Weiß findet, dass heutzutage eine Darmspiegelung viel einfacher ist als früher.

Für Rainer Weiß wird die Hemmschwelle des Erzählens immer niedriger, wenn die Beschwerden schlimmer werden und die Mitmenschen immer weiter nachfragen.

Der Sohn von Rainer Weiß hat nun Verständnis dafür, wenn der Vater nicht mehr so viel mit ihm herumtoben und spielen kann.

Rainer Weiß kennt zwar medizinischen Richtlinien für das Essen, musste aber für sich selbst herausfinden, was er verträgt und was nicht.

Rainer Weiß musste sich mit seiner Erkrankung arrangieren – schon deswegen, weil sie „lebenslang“ ist.

Rainer Weiß hilft es, sich Ziele zu setzen und etwas zu haben, auf das er sich freuen kann.

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