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Hormon- und Antikörpertherapie (Immuntherapie)

Sehr viele unserer Interviewpartnerinnen hatten den Befund „Hormonrezeptor positiv“ und durchliefen beziehungsweise durchlaufen eine Hormontherapie (Antihormontherapie). Die meisten unserer Frauen sammelten dabei Erfahrungen mit dem seit langem bekannten Wirkstoff Tamoxifen. Einige unserer Interviewpartnerinnen, die die Wechseljahre schon hinter sich haben, berichten von der Hormontherapie mit Aromatasehemmern.

Tova Goldblum nimmt seit vielen Jahren Tamoxifen ein. Es geht ihr gut damit.

Die Therapie mit Aromatasehemmern schlägt bei Manuela Weber an.

Die Hormontherapie erhalten die meisten unserer Interviewpartnerinnen in Tablettenform. Einigen Frauen vor den Wechseljahren werden zusätzlich Gonadotropin Releasing Hormon-Analoga (GnRH-Analoga) gespritzt, welche die Eierstöcke für die Zeit der Medikamenteneinnahme blockieren. Manche der jungen Erzählerinnen haben Erfahrungen damit, dass die Spritzen zusätzlich zum Tamoxifen einmal im Monat verabreicht werden oder als Dreimonats-Depot-Spritze.

Nicole Bissinger erzählt von ihren Erfahrungen mit Hormon-Spritzen und dass sie 24 Kilo zunahm.

Auch einige andere unserer Interviewpartnerinnen nahmen durch die Hormontherapie an Gewicht zu und beschreiben deshalb diese Behandlung als „großen Einschnitt“ in ihr Leben, weil sie sich in ihrem Körper unwohl fühlten. Aber auch das Gegenteil wird erzählt: Einzelne Frauen fühlen sich trotz der Zunahme gut und versuchen, das Gewicht zu halten. Manche haben auch nicht an Gewicht zugenommen.

Nurguel Dogans nicht operierte Brust ist durch die 17 Kilo Gewichtszunahme größer als die operierte.

Gabriele Ohler hat durch die Hormontherapie nicht an Gewicht zugenommen.

Neben der Gewichtszunahme wird von unseren Interviewpartnerinnen von folgenden weiteren Begleiterscheinungen der Hormontherapie berichtet:

• starke Hungergefühle

• Hitzewallungen, Schweißausbrüche

• Frieren

• Schlafstörungen

• Stimmungsschwankungen

• Knochenschmerzen, Osteoporose

• Augenprobleme

• Übelkeit

• Trockene Schleimhäute

• Sexuelle Unlust

Einige dieser Begleiterscheinungen werden von den Frauen auch unter Wechseljahresbeschwerden zusammengefasst. Vor allem für die jüngeren Interviewpartnerinnen war es ein einschneidender Effekt der Therapie, vorab in die Wechseljahre versetzt zu werden und eventuell den Kinderwunsch aufschieben zu müssen (Link Kinderwunsch, Schwangerschaft und Muttersein). Trotz des möglichen Ausbleibens der Regelblutung wurde manchen Erzählerinnen von ihrer Ärztin empfohlen, zu verhüten. Einzelne hatten auch weiterhin ihre Menstruation.

Elke Ferch wurde durch die Hormontherapie von jetzt auf sofort in die Wechseljahre geschickt.

Miriam Sulz-Brecht nimmt Tamoxifen und verhütet mit Kondom.

Brigitte Rose hat trotz Hormontherapie noch regelmäßig ihre Menstruation.

In unseren Interviews wurde sehr unterschiedlich von der Dauer und Heftigkeit der eben genannten Begleiterscheinungen erzählt, beziehungsweise wie stark sie die Lebensqualität beeinflussen. Manche beschreiben sie als sehr unangenehm, besonders die Hitzewallungen im Berufsalltag oder die Auswirkungen auf die Sexualität durch die Trockenheit der Scheide (Link Sexualität und Partnerschaft). Einzelne Interviewpartnerinnen müssen die Hormontherapie aufgeben, weil die Nebenwirkungen sie abhalten, ihrem Beruf nachzugehen. Manche der Frauen haben die Beschwerden viele Jahre lang, andere erzählen, dass sie nach einiger Zeit besser wurden oder sogar ganz verschwanden.

Julia Bring beschreibt die Trockenheit im Schambereich durch die Hormontherapie als „Wüste Gobi“.

Waltraud Amann hat seit 20 Jahren Wechseljahresbeschwerden.

Ulrike Blessinger hatte Migräneanfälle und brach die Hormontherapie ab, um beruflich wieder aktiv sein zu können.

Sabine Buck überlegte, die Hormontherapie abzubrechen. Nach anderthalb Jahren wurden die Nebenwirkungen besser.

Bei einigen Frauen wurden die Beschwerden nach einiger Zeit weniger. Greta Tietze-Stein stellt für sich fest: „Der Körper gewöhnt sich da merkwürdigerweise schnell daran, das ist ganz gut eingerichtet von der Natur.“ Gabriele Ohler hilft es gegen die Hitzewallungen, Sport zu machen. Die beiden älteren Damen Irmgard Hansen und Rosemarie Berthel hatten Hormone beziehungsweise Hormonpflaster gegen Wechseljahresbeschwerden benutzt: Von ärztlicher Seite wurde ihnen geraten, diese abzusetzen. Irmgard Hansen nimmt Tamoxifen nach dem Frühstück und trinkt anschließend viel Leitungswasser, um zu verhindern, dass ihr schlecht wird. Waltraud Amann empfiehlt, Tamoxifen immer abends zu nehmen und anschließend schlafen zu gehen, das sei besser als morgens.


Antikörpertherapie (Immuntherapie)

Die Patientinnen, deren Tumor besonders stark HER2-neu-Eiweiß an der Oberfläche ausprägten, berichten von der Behandlung mit Antikörpern (Trastuzumab) und seinen Auswirkungen. Einige Erzählerinnen berichten von der Verabreichung der Antikörper per Infusion.

Greta Tietze-Stein beschreibt die Kombination Chemotherapie und Immuntherapie mit Trastuzumab.

Jasmin Nussing hatte bei der Antikörpertherapie Angst vor einer allergischen Reaktion. Danach war sie sehr müde.

Begleiterscheinungen der Antikörpertherapie können Knochenschmerzen beziehungsweise grippeähnliche Symptome sein. Einige der Interviewpartnerinnen beschreiben, dass ihnen von ärztlicher Seite empfohlen wurde, auch nach der Antikörpertherapie noch regelmäßig zur Herzuntersuchung zu gehen.

Dagmar Schiffer hatte durch die Immuntherapie Knochenschmerzen.

Wegen der Immuntherapie muss Jasmin Nussing regelmäßig zur Herzuntersuchung.

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